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Platzsturm vor dem Anpfiff
Im Stadtzentrum hatten sich die rund 700 mitgereisten Rapid-Anhänger nahe des „Weißen Turms“, eines Wahrzeichens der griechischen Stadt, getroffen. Aus einer Seitengasse strömten plötzlich PAOK-Fans auf die Wiener Schlachtenbummler zu, die sich ihrerseits zur Wehr setzten. Erst nach einigen Minuten konnte die Polizei die Streithähne trennen.
Tränengaseinsatz vor dem Stadion
Den nächsten Höhepunkt erreichten die Ausschreitungen gut eine Stunde vor Matchbeginn. Die Rapid-Fanbusse wurden bei ihrer Ankunft vor dem Stadion mit pyrotechnischen Gegenständen - darunter auch Molotowcocktails - beworfen. Daraufhin feuerten beide Lager mit Leuchtraketen aufeinander, die Polizei wusste sich nur noch durch den massiven Einsatz von Tränengas zu helfen.
Die Auswirkungen des Gases waren auch innerhalb des Stadions deutlich zu spüren: So musste etwa ein Interview mit Rapid-Trainer Peter Schöttel, das auf dem Rasen hätte stattfinden sollen, kurzfristig in den Innenraum verlegt werden.
Leuchtraketenduell und Platzsturm
Als sich die Lage scheinbar beruhigt hatte, brachen auf einmal fast schon kriegsähnliche Zustände im Stadion aus. Aus dem Rapid-Sektor flogen Leuchtraketen auf PAOK-Fans im Nebensektor. In der Folge stürmten Hunderte Anhänger der Gastgeber von ihren Rängen auf den Platz und schossen ihrerseits Feuerwerkskörper in den Sektor der Österreicher.
GEPA/Josef BollweinDie Polizei war nicht immer Herr der Lage im Toumba-StadionDas Spielfeld war zu diesem Zeitpunkt von PAOK-Anhängern übersät, es flogen Sitze, Werbebanden und zahlreiche Feuerwerkskörper. Ein Saloniki-Fan versprühte sogar einen Feuerlöscher auf dem Rasen. Die in viel zu geringer Zahl aufmarschierten Polizisten benötigten einige Minuten, um die Lage wieder halbwegs unter Kontrolle zu bringen.
Detaillierte Berichte über Verletzte oder Festnahmen lagen zunächst nicht vor. Von Rapid-Seite hieß es, zwei Fans seien bei den Vorfällen vor dem Stadion leicht verletzt worden. Wie viele Verletzte die Ausschreitungen innerhalb der Arena gefordert haben, war vorerst nicht zu eruieren.
Spielbeginn mit fünfminütiger Verspätung
Trotz dieser Vorkommnisse wurde die Partie mit fünfminütiger Verspätung angepfiffen. Allerdings wurden die Zuschauer via Stadiondurchsage informiert, dass beim geringsten Vorfall sofort abgebrochen werden würde. Das Spiel verlief daraufhin ruhig, auch nach der Rapid-Führung in der 25. Minute eskalierte die Lage nicht.
Rapid verbindet eine Fanfreundschaft mit dem PAOK-Rivalen Panathinaikos. Anhänger des Athener Clubs durften den Sektor der grün-weißen Anhänger im Stadion eigentlich nicht betreten, dort waren ausschließlich Personen mit österreichischem Reisepass erlaubt. Möglicherweise schafften es aber trotzdem einige Panathinaikos-Fans, in den Rapid-Sektor zu gelangen.
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Publiziert am 24.08.2012