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Rekordtransfer als Geduldspiel
Grund sei das Verhalten des spanischen Clubs Athletic Bilbao, bei dem der defensive Mittelfeldakteur und achtfache Teamspieler unter Vertrag steht. „Weil die Leute in Bilbao sehr, sehr stur sind und offensichtlich alle Möglichkeiten ausnutzen, um den Transfer zu verhindern“, sagte Hoeneß - ohne Einzelheiten zu nennen.
Reuters/Michaela RehleHoeneß & Co. müssen sich in Geduld üben„Würden Transfer gerne machen“
„Wir würden diesen Transfer gerne machen“, hatte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch am Dienstag bekräftigt. „Wir sind bereit, die Ablösesumme - auch wenn sie sehr, sehr hoch ist - zu bezahlen, weil wir überzeugt sind, dass dem FC Bayern der Spieler sehr gut zu Gesicht stehen würde.“ Die Münchner hatten eingewilligt, die „Buy-out-Klausel“ im Vertrag von Martinez, die sich auf 40 Millionen Euro belaufen soll, zu leisten.
„Wirtschaftlich können wir uns das leisten. Und dafür haben wir jahrzehntelang hier gearbeitet, dass man auch so einen Transfer nicht in die Kreditabteilung geben muss“, hatte Präsident Hoeneß in der vergangenen Woche klargemacht. Wunschspieler Martinez habe eingewilligt, für die kommenden fünf Jahre „auf relativ viel Geld zu verzichten, so dass die Ablösesumme sich im Ganzen mindestens um acht bis zehn Millionen reduzieren würde“, rechnete Hoeneß nun vor.
Bayern brauchen einen „Sechser“
„Das wäre natürlich immer noch ein Wahnsinnsbetrag“, betonte Hoeneß mit Blick auf die Transfersumme, die in der Geschichte der deutschen Bundesliga einen Rekordwert bringen könnte. „Aber wir sind bewusst bereit gewesen, das zu machen, oder wären bereit, das zu machen, weil wir das Gefühl haben, dass wir auf der Position richtige Probleme haben.“ Bisher haben dort schon unter anderen Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos oder Luiz Gustavo ihr Glück versucht. Offensichtlich nicht zur Zufriedenheit der Bayern-Bosse.
Nun liege alles allein in den Händen der Vereinsoberen von Bilbao. „Wenn der Herr Präsident von Bilbao, der Kollege, bereit wäre, einen Transfervertrag zu machen, dann könnte er relativ schnell 40 Millionen bekommen“, warb Hoeneß noch einmal. „Aber er ziert sich.“ Allerdings stand Martinez - wie auch Teamkollege Fernando Llorente - nicht im Aufgebot von Bilbao für das Play-off-Spiel in der Europa League am Donnerstag gegen HJK Helsinki. Die abwanderungswilligen Spieler waren auch am Wochenende gegen Betis Sevilla nicht berücksichtigt worden und nahmen am Mittwoch nicht am Training teil. Vor einigen Tagen war Martinez im Training noch von aufgebrachten Bilbao-Fans beschimpft worden.
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Publiziert am 24.08.2012