„Wir treten auf der Stelle“
Double-Gewinner Salzburg enttäuscht weiter. Der Titelfavorit kam am Samstagabend im Heimspiel der sechsten Runde der tipp3-Bundesliga nicht über ein 1:1 gegen Abstiegskandidat Wiener Neustadt hinaus. Damit holte das Team von Roger Schmidt nur zwei Punkte aus den letzten drei Partien und fiel in der Tabelle hinter Mattersburg auf Rang vier zurück.
„Wir haben unsere Angriffe nicht zu Ende gespielt, die letzte Torgefährlichkeit vermissen lassen“, lautete das Resümee von Trainer Schmidt, der erneut Durchhalteparolen strapazierte. „Die Entwicklung bei uns dauert anscheinend länger, als ich es erwartet habe. Aber ich bin weiter optimistisch, wir werden weiter hart arbeiten. Es sind erst sechs Spieltage gespielt, wir haben noch 30 vor uns.“
Weit weniger optimistisch beurteilt Innenverteidiger Franz Schiemer die aktuelle Lage: „Wir stehen jetzt bereits nach sechs Runden unter Druck.“ Sein Kollege im Abwehrzentrum, Martin Hinteregger, vermisst eine Entwicklung bei den „Bullen“. „Wir treten auf der Stelle, so kann’s nicht weitergehen“, sagte der U21-Teamspieler. „Wir haben es am Anfang verpasst, die nötigen Tore zu machen, bekommen dazu noch ein ganz billiges Tor. Und nach der Pause ging dann fast nichts mehr.“
Begeisterung ersetzt individuelle Klasse
Der einzig glückliche Salzburger an diesem Abend war Wiener-Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger. „Ich freue mich über einen Punkt, mit dem letztendlich niemand gerechnet hat“, erklärte der 45-jährige Ex-Internationale, der sich bei der Rückkehr in die Heimat mit Kurzhaarschnitt präsentierte. „Man hat gesehen, dass unsere Begeisterung viel individuelle Klasse wettmachen kann. Ich blicke optimistisch in die Zukunft und fordere weiterhin diese Begeisterung von der Mannschaft ein.“
„Herzinfarktrisiko“ bei Sturm
Im Gegensatz zum Titelverteidiger kommt Ex-Meister Sturm Graz unter Neo-Coach Peter Hyballa langsam in Schwung. Der packende 3:2-Heimsieg über die Admira war allerdings nichts für schwache Nerven. „Sturm hat deswegen einen jungen Trainer geholt, weil das Herzinfarktrisiko bei diesem Club sehr hoch ist“, sagte der Deutsche, dessen Team zur Pause hochverdient bereits 2:0 geführt hatte.
„In der ersten Hälfte haben wir guten Fußball gespielt, aber nach der Pause dann komplett den Faden verloren. Wir hatten sogar Glück, dass wir nicht 2:3 in Rückstand geraten sind", betonte Sturms Mittelfeld-Staubsauger Michael Madl. Da können wir uns bei unserem Tormann Christian Gratzei bedanken. Nur dank ihm und ‚Richie‘ haben wir gewonnen.“ Der von Madl angesprochene Matchwinner Richard Sukuta-Pasu, der nach seinem Doppelpack schon bei vier Saisontoren hält, weiß zwar, dass es „noch viele Sachen gibt, die wir verbessern müssen. Aber wenn wir das umsetzen, was der Trainer sagt, dann können wir noch oben mitmischen.“ Derzeit fehlen den auf Tabellenrang sechs liegenden Grazern sechs Punkte auf die Spitze.
Mattersburger im Hoch
Mattersburg liegt dagegen nach dem ersten Sechstel der Meisterschaft mit zwölf Punkten auf einem Europacup-Platz. „Der dritte Platz fühlt sich sehr gut an, wir müssen jetzt aber die Kirche im Dorf lassen. Wir haben noch gar nichts erreicht, unser primäres Ziel ist ein Platz von fünf bis sieben“, betonte Patrick Bürger, der das zweite Tor der Burgenländer beim 2:1-Heimsieg über Cupfinalist Josko Ried erzielte.
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