Innsbrucker kein Gradmesser
Die Wiener Austria eilt in der tipp3-Bundesliga derzeit von Sieg zu Sieg. Das 2:0 am Samstag daheim gegen Wacker Innsbruck war bereits der vierte Zu-null-Erfolg in Serie. „Das soll keine Kampfansage an die Konkurrenz sein, aber wir haben noch Luft nach oben“, erklärte Austria-Trainer Peter Stöger.
Dem Coach war klar, dass der Erfolg über die weiter im Tabellenkeller festsitzenden Tiroler in die Kategorie „Pflichtsieg ohne großen Glanz“ einzuordnen war. Zufrieden war der 46-Jährige mit der neuerlich sattelfesten Defensive, die auch ohne den nach England abgewanderten Georg Margreitter mittlerweile seit 425 Ligaminuten ohne Gegentreffer ist. „Wir haben wieder zu null gespielt, hinten war das sehr in Ordnung“, lobte Stöger Torhüter Heinz Lindner und seine Vorderleute.
„Haben noch genug zu tun“
Nicht gerne gesehen hat er hingegen die Unruhe im Spielaufbau, unnötige Ballverluste, mangelnde Spielverlagerung, die zu schlampig ausgeführten Konterstöße sowie der „da und dort fehlende Nachdruck“. „Auch die Spieler wissen, dass es in einigen Bereichen noch hapert. Wir sind erst am Beginn und haben noch genug zu tun“, stellte er fest.
Ähnlich wie Stöger beurteilt Kapitän Manuel Ortlechner die Lage bei den Violetten. „Es gibt noch viel Luft nach oben. Wir dürfen nicht zu viel auf die Tabelle schauen, sondern müssen unsere Stärken ausbauen und unsere Schwächen ausmerzen.“ Zum Abgang seines Innenverteidiger-Kollegen Margreitter sagte Ortlechner: „Er ist jetzt der glücklichste Mensch der Welt und ich freue mich für ihn. Der eine geht, der andere kommt. Jeder ist ersetzbar.“
Sind Koglers Tage als Coach gezählt?
Ersetzbar ist offenbar nach Ansicht des Wacker-Vorstands auch Walter Kogler, dessen Trainer-Stuhl in Innsbruck ordentlich zu wackeln scheint. „Das sind Gerüchte, um Unruhe zu stiften“, sagte Kogler. Im Laufe der kommenden Woche wird es aber zu einem weiteren Treffen zwischen dem Headcoach, dem ebenfalls in der Kritik stehenden Sportdirektor Oliver Prudlo und Vorstandsmitgliedern rund um Obmann Kaspar Plattner kommen.
Kogler ortet derzeit in Innsbruck eine Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und Kaderqualität: „Das stimmt nicht überein. Und dadurch entsteht eine Drucksituation. Mit dieser umzugehen, das müssen die jungen Spieler erst lernen.“ Gegen die Austria haben sich die Tiroler größtenteils gut verkauft, ein Eigentor von Martin Svejnoha zum 0:1 brachte Wacker aber wieder vom Kurs ab. „Das war einmal mehr keine schlechte Leistung, aber am Ende haben wir wieder verloren“, erklärte Kapitän Tomas Abraham zur Innsbrucker Misere.
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