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„Präsident kann wieder ruhiger schlafen“

Das von Randalen begleitete 1:2 in Thessaloniki, eine unerwartete Ligaauswärtspleite gegen den WAC und dann noch das von der UEFA verhängte „Geisterspiel“ samt 75.000 Euro Geldstrafe. Nach einer Woche voller Negativmeldungen kam Rapid am Donnerstag mit dem 3:0 gegen PAOK Saloniki und dem Einzug in die Europa-League-Gruppenphase zu einem in jeder Hinsicht befreienden Erfolgserlebnis.

„Jetzt kann unser Präsident wieder ruhiger schlafen“, freute sich Kapitän Steffen Hofmann, nachdem er Mannschaft, Club und Fans mit dem dritten Tor in der Nachspielzeit endgültig erlöst hatte. Der angesprochene Rapid-Boss Rudolf Edlinger hatte in den letzten Tagen wahrlich nichts zu lachen gehabt. Mit der Teilnahme am lukrativen Hauptbewerb haben die Hütteldorfer neben dem sportlichen Prestigegewinn nun auch zumindest 1,3 Millionen Euro Antrittsprämie fix.

Jubel von Peter Schöttel

APA/Herbert Neubauer

Nicht nur Peter Schöttel fiel nach dem Aufstieg ein Stein vom Herzen

Mit dem letzten Atemzug

Selbst wenn man mit dem Einspruch gegen das UEFA-Urteil keinen Erfolg haben sollte, werden die Ticketverkäufe für die zwei restlichen Heimspiele in der Gruppenphase ebenfalls beträchtliche finanzielle Gewinne abwerfen. Dazu kommen 200.000 Euro pro Sieg und 100.000 Euro für jedes Remis. „Mit dem letzten Atemzug hat er es noch über die Linie geschafft“, schilderte Hofmann seinen Schuss aus rund 50 Metern Entfernung, der sinnbildlich für den willensstarken Gesamtauftritt stand.

„Der Sieg war eine Befreiung für den gesamten Club“, ergänzte Hofmann, der sich mit enormem Laufpensum und unermüdlicher Spielgestaltung als echter Leitwolf einer insgesamt starken Rapid-Elf erwiesen hatte. „Wir haben immer an den Aufstieg geglaubt, das war ausschlaggebend“, betonte der Deutsche und vergaß nicht, den 16.000 Fans für ihre Unterstützung sowie ihr vorbildliches Verhalten während des Spiels zu danken. „So eine Stimmung habe ich hier noch nie erlebt.“

Jubel von Rapid

GEPA/ Mario Kneisl

Jubel, Trubel, Heiterkeit nach der Erlösung durch Steffen Hofmann

Österreichische Ehre gerettet

Sogar der schottische UEFA-Sicherheitsdelegierte Willy McDougall fand für die Abwicklung der Hochsicherheitspartie ausschließlich lobende Worte. Weder Pyrotechnik noch Wurfgeschoße oder sonstige Verfehlungen hatten diesmal das Fußballfest gegen die Griechen gestört. Ob das Rapid im Kampf gegen das harte Urteil des Europäischen Verbandes hilft, bleibt abzuwarten. Für den österreichischen Fußball insgesamt war der Aufstieg der Grün-Weißen jedenfalls Gold wert.

Nicht auszudenken, wenn es kein einziger ÖFB-Vertreter in der laufenden Europacup-Saison bis in den September geschafft hätte. In der Gruppenphase hat man nun die Gelegenheit, weitere Länderpunkte für die Fünfjahreswertung und damit auch für die Ligakonkurrenten zu sammeln. Hofmann betrachtete das natürlich in erster Linie aus der Sicht des Rapid-Kapitäns: „Für unsere junge Mannschaft werden das wichtige Erfahrungen.“ Einer dieser jungen Spieler ist Deni Alar, der wie im Hinspiel gegen PAOK erneut das Führungstor zum 1:0 erzielt hatte.

Vom Youngster zum Goalgetter

Der 22-jährige Steirer scheint heuer zu jenem Torjäger heranzureifen, den man in Hütteldorf von Anfang an in ihm gesehen hatte. „Er ist ein Spieler mit großer Qualität und Torinstinkt. Jetzt hat er auch dieses Selbstvertrauen, von dem wir alle profitieren“, sagte Schöttel über den bereits vierfachen Torschützen in der laufenden Europa-League-Saison. Alar selbst bezeichnete den Aufstieg als den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere, lobte aber in erster Linie seine Mitspieler. „Die Flanke von Burgstaller war so gut, dass ich ihn ja reinköpfeln musste.“

Jubel von Deni Alar

APA/Herbert Neubauer

Die Entwicklung von Deni Alar macht rasante Fortschritte

Wie gelöst und erleichtert Schöttel nach dem Befreiungsschlag durch Spieler und Fans war, zeigte sein ganz spezielles Geschenk an ORF-Analytiker Herbert Prohaska. Der Rapid-Rekordspieler überreichte der Austria-Ikone nach Schlusspfiff einen grün-weißen Fanschal. Ansonsten wurde Schöttel nicht müde, seine Mannschaft für eine aufopfernde Darbietung in den höchsten Tönen zu loben. „Ich bin stolz, dass sie diesem Druck standgehalten hat. Wir haben uns diesmal mehr zugetraut als zuletzt, und es ist alles aufgegangen.“

Qualität und Charakter der Mannschaft hob auch Terrence Boyd heraus. Der US-Stürmer hatte zum 2:0 getroffen und hält damit bei zwei Europacup-Toren. „Einfach nur geil“, war für Boyd die Atmosphäre im aufgeheizten Hanappi-„Hexenkessel“. Wie die meisten seiner Kollegen wünscht er sich nun bei der Auslosung am Freitag in Monaco attraktive und gleichzeitig schlagbare Gruppengegner. Das nächste Pflichtspiel wartet auf Rapid aber schon am Sonntag (16.00 Uhr, live in ORF eins) gegen den zuletzt konstant starken SV Mattersburg.

Harald Hofstetter, ORF.at

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