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Klare Verhältnisse im Westderby

Red Bull Salzburg kann in der tipp3-Bundesliga doch noch gewinnen. Der Double-Gewinner feierte am Samstag auswärts im prestigeträchtigen Duell mit Wacker Innsbruck einen klaren 4:0-Erfolg.

Jakob Jantscher (12.), Valon Berisha (31.) und Franz Schiemer (38.) sorgten vor 5.800 Zuschauern im Tivoli Stadion Tirol schon vor der Pause für den ersten Salzburger Sieg nach zuletzt zwei Remis und einer Niederlage. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Jonathan Soriano noch auf 4:0 (70.).

Die Salzburger, denen aufgrund der Defensivprobleme der Tiroler schon eine Durchschnittsleistung reichte, haben aber weiterhin vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Austria. Die Tiroler sind nach der dritten Niederlage in Folge weiterhin im Besitz der „Roten Laterne“, der Neunte Wiener Neustadt hat aber nur einen Zähler mehr auf dem Konto.

Hausherren weiter mit Problemen in der Abwehr

Walter Kogler versuchte nominell mit einer „Fünferkette“ mit den drei Innenverteidigern Dakovic, Kofler und dem vom defensiven Mittelfeld zurückbeorderten Kapitän Abraham der Defensivmisere entgegenzuwirken. Das Experiment brachte aber alles andere als den gewünschten Erfolg. Der zuletzt immer wieder fehlerhafte und angeschlagene Svejnoha sah von der Bank aus neuerlich zum Teil haarsträubende Abwehrfehler.

Jubel von Valon Berisha und Christoph Leitgeb (Red Bull Salzburg)GEPA/Thomas BachunDie Tiroler machten den Gästen das Toreschießen leicht

Berisha konnte sich auf der Seite den Ball zurechtlegen, seine Hereingabe konnte zwar der gut postierte Soriano noch nicht verwerten, dafür musste der am langen Eck frei stehende Jantscher den Ball nur noch über die Linie drücken (12.). In Minute 31 trat der Assistgeber dann selbst als Torschütze in Erscheinung. Den Schuss des Norwegers konnte der wieder fitte Wacker-Tormann Safar noch parieren, gegen den zweiten Versuch war er aber machtlos. Die enttäuschten Fans taten ihrem Unmut in der Folge mit Sprechchören wie „Und ihr wollt Wacker Innsbruck sein“ sowie „Kogler raus“ kund. Und es kam noch bitterer. Nach einem Ulmer-Eckball konnte Schiemer völlig frei stehend zum 3:0 für die mit sieben Österreichern in der Startformation angetretenen Salzburger einköpfeln (38.).

Schütz als schwacher Schütze

Zu den Defensivschwächen der nicht eng genug am Mann stehenden Tiroler gesellte sich auch noch die fehlende Effizienz im Angriff. Schütz hätte zumindest einen Treffer erzielen „müssen“. Der 21-Jährige schoss aber knapp am langen Eck vorbei (40.). Zuvor hatte Ulmer vor dem Mittelfeldspieler zur Ecke gerettet (21.) und war ein Abschluss des Offensivspielers von Hinteregger fast ins eigene Tor abgefälscht worden (29.). Zur Pause gab es von den Heimfans ein gellendes Pfeifkonzert.

Kogler reagierte und verhalf dem erst am Donnerstag verpflichtenden Roman Wallner nach der Pause zu seinem Debüt im Wacker-Dress. Der Ex-Salzburger hätte auch beinahe einen perfekten Einstand gehabt, sein Kopfball nach rund eineinhalb Minuten ging aber drüber (47.). Sonst war von den Hausherren wenig bis gar nichts zu sehen. Die Salzburger begnügten sich vordergründig mit dem Verwalten des Ergebnisses und waren trotzdem viel gefährlicher.

Elferalarm im Tiroler Strafraum

Die Tiroler hatten Glück, dass ein Handspiel von Dakovic im Strafraum nach einem Berisha-Schuss von Schiedsrichter Schörgenhofer ungeahndet blieb (50.). Zudem traf Soriano in der Folge dieser Aktion aus kurzer Distanz das Tor nicht. Der Spanier durfte sich aber trotzdem noch über seinen sechsten Saisontreffer freuen, begünstigt durch einen Hauser-Fehler. Der Außenverteidiger brachte den Ball im Rutschen nicht weg, Nielsen gab zur Mitte, und Soriano musste nur noch vollenden (70.). Der Ehrentreffer der Tiroler fiel nicht, da ein Piesinger-Kopfball ans Lattenkreuz ging (82.). Die Salzburger untermauerten damit ihre Vormachtstellung im Westderby, sie haben vier der jüngsten sechs Partien am Tivoli gewonnen und dabei nie verloren.

Stimmen zum Spiel:

Walter Kogler (Wacker-Trainer): „Es war uns allen bewusst, dass es gegen Salzburg schwer wird. Wir haben aber wieder billige Tore bekommen. In der ersten Hälfte haben wir auch unsere Chancen gehabt, und auch in der zweiten Hälfte haben wir unsere Möglichkeiten zur Ergebniskorrektur ausgelassen. Wir waren bei den Toren zu passiv, und vorne fehlt uns die Entschlossenheit. Die ‚Kogler raus‘-Rufe berühren mich wenig, es geht um die Mannschaft und nicht um mich. Die Pause tut uns allen gut, wir werden das System jetzt komplett runterfahren und neu aufsetzen.“

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): „Es war ein wichtiges Spiel für uns, jetzt können wir diese zwei Wochen sehr gut damit leben. Man hat gesehen, dass die Mannschaft wirklich guten Fußball spielen kann. Wir haben jetzt auch gute Leute geholt, das ist wichtig für die Mannschaft, die damit wachsen wird. Nach drei Runden hat es geheißen, wir sind zu gut für Österreich, dann waren wir nirgendwo, aber beides stimmt nicht. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Roman Wallner (Wacker-Stürmer): „Ich bin sehr deprimiert, dass wir verloren haben. Man darf aber nicht vergessen, dass wir ja nicht gegen irgendwen gespielt haben, Salzburg ist eine gute Mannschaft. Hoffentlich kommt die Pause jetzt zur richtigen Zeit.“

Franz Schiemer (Salzburg-Torschütze): „Für uns war wichtig, dass wir ein gutes Spiel abgeliefert haben. Es war auch der Spielverlauf für uns. Es war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Tipp3-Bundesliga, 7. Runde

Samstag:

Wacker Innsbruck - Red Bull Salzburg 0:4 (0:3)

Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, 5.800 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Torfolge:
0:1 Jantscher (12.)
0:2 Berisha (31.)
0:3 Schiemer (38.)
0:4 Soriano (70.)

Wacker: Safar - Bergmann, Kofler, Abraham, Dakovic, Hauser - Schütz, Merino (91./Schreter), Saurer (46./Piesinger), Wernitznig - Perstaller (46./Wallner)

Salzburg: Walke - Klein, Schiemer (74./Sekagya), Hinteregger, Ulmer - Ilsanker - Nielsen (77./Teigl), Jantscher, Berisha, Leitgeb (89./Hierländer) - Soriano

Gelbe Karten: Wernitznig, Wallner, Kofler, Dakovic bzw. Schiemer

Die besten Spieler: Keine bzw. Schiemer, Soriano, Berisha

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Publiziert am 02.09.2012