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Klage gegen Verband bestätigt
Sein Anwalt Thomas Krankl teilte außerdem mit, dass man gegen die Sperre „höchstwahrscheinlich“ auch beim Arbeitsgericht vorgehen werde, da Jukic Profisportler sei und das Ganze einem Berufsverbot gleichkäme.
ORFEin Nationenwechsel kommt für Jukic überhaupt nicht infrageAm 15. September finden die OSV-Vorstandswahlen statt, und Jukic machte nochmals klar, dass er als Schwimmer nicht weitermache, wenn Schauer dabei Präsident bleibe. „Dann werde ich mir woanders etwas suchen“, erklärte Jukic, schloss aber einen Nationenwechsel dezidiert aus. Eher höre er auf.
„Nationenwechsel kommt nicht infrage“
„Ich bin dankbar, hier aufgenommen worden zu sein. Ein Nationenwechsel kommt überhaupt nicht infrage“, sagte der gebürtige Kroate und Bruder der erfolgreichen Ex-Schwimmerin Mirna Jukic. „Ich will, dass die Allmacht eines Einzigen endlich aufhört. Dann besteht die Möglichkeit, dass Dinko Jukic weiter schwimmt.“
Das unabhängige Verbandsgericht hatte Jukic vor kurzem wegen Beleidigung einiger Verbandsfunktionäre für ein Jahr, davon zehn Monate unbedingt, gesperrt. Jukic erkennt dieses Gericht allerdings nicht an, weil ein Mitglied nicht gewählt sei. Diese Meinung vertritt auch Anwalt Krankl, ein ehemaliger Schwimmer. Die Sperre bezeichnete Jukic als „ebenso lächerlich wie der ganze Verband“.
Probleme seit 2006
Laut Jukic schwelen die Probleme mit dem Verband schon seit 2006. Er versuche aber nicht nur im Schwimmen, sondern „allgemein im Sport“ ein Zeichen zu setzen. Ihm gehe es darum, dass Sportler und nicht die Funktionäre wichtig seien. Laut Jukic sei das Gericht auch deshalb nicht zuständig, weil er Mitglied eines Wiener Vereins sei und nur dieser ihn sperren könne. Offenbar ist der Schwimmer überzeugt, somit dank einer Feststellungsklage auch sofort weiterschwimmen zu können.
Dass von seinem Kampf eventuell hauptsächlich andere profitieren könnten, stört den kritischen Schwimmer nicht. „Auch das wäre ein Erfolg. Ich habe bisher immer alles zu 100 Prozent bewältigt. Ich bin nicht everybody’s darling, aber auch keine Schlange sondern ein Igel, auf den es gefährlich ist, draufzusteigen." Solange ich Erfolge habe, hört man auf mich. Wenn nicht, tritt man auf mich drauf. Dieses Opfer zu bringen, bin ich bereit.“
Jukic steht zu seinen Aussagen
Jukic beteuerte, dass er zu all seinen Aussagen stehe. Also auch zu jenen, die bei der EM im Mai in Debrecen gefallen sind und die er danach bei Olympia in London wiederholt hatte. Jukic gestand aber ein, dass eventuell Worte zu hart gewählt worden seien. „Aber gemessen an dem, was alles passiert ist, war es der einzige Weg.“
Jukic kritisierte u. a., dass seiner Meinung nach für die Ausübung eines Funktionärsamtes im Schwimmverband nicht ausschließlich die sportliche Erfahrung, sondern auch „Beziehungen“ zählten. „Darunter müssen wir Sportler leiden.“ Der Athlet stieß sich dabei erneut an einer angeblichen „Allmacht“ von Verbandspräsident Paul Schauer.
Schauer dementiert Vorwürfe
Schauer wies das in einem eingespielten ORF-Interview zurück. „Das Gegenteil ist der Fall“, verwies der 65-Jährige darauf, dass der Verband demokratische Strukturen und er selbst lediglich eine Stimme habe. Das Verbandsgericht habe statutengemäß autonom entschieden, „ich habe das nicht zu interpretieren.“ Er sei persönlich enttäuscht, dass Jukic ihn nun als Feindbild ausgesucht habe, sagte Schauer.
Laut Jukic’ Anwalt Krankl ist nun der Plan, gerichtlich vorzugehen. Einerseits wegen des Verbandsgerichts, das nicht richtig gewählt worden sei. Andererseits werde man beim Arbeitsgericht die Sperre „höchstwahrscheinlich“ bekämpfen. Laut Jukic sind auch von anderen Vereinen und Verbänden Klagen geplant, angeblich sind es neun.
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Publiziert am 02.09.2012