Themenüberblick

Überraschend frühes Out

Die US Open gehen ohne Roger Federer in die Finalphase. Der 31 Jahre alte Schweizer musste sich in der Nacht auf Donnerstag dem als Nummer sechs gesetzten Tomas Berdych aus Tschechien mit 6:7 (1/7) 4:6 6:3 3:6 geschlagen geben.

Der 17-fache Grand-Slam-Turniersieger schied damit erstmals seit Wimbledon 2011 wieder im Viertelfinale eines Major-Turnieres aus. Bei den US Open war er zuletzt 2003 so früh gescheitert. Dennoch bleibt Federer auch nach dem laufenden Turnier die Nummer eins.

Berdych feierte im 16. Duell mit Federer erst den fünften Sieg - aber nach 2:42 Stunden schon den vierten in den vergangenen sieben Vergleichen. In seinem ersten US-Open-Halbfinale trifft der 26-Jährige am Samstag auf Olympiasieger Andy Murray. Der Schotte hatte sich gegen den Kroaten Marin Cilic mit 3:6 7:6 (7/4) 6:2 6:0 durchgesetzt.

Tomas Berdych jubeltAP/Charles KrupaSo weit wie heuer kam Berdych in New York noch nie

„Ich hätte mehr tun müssen“

Gegen den stark auftrumpfenden Berdych fand Federer nie zu seinem Rhythmus und leistete sich insgesamt 40 unerzwungene Fehler. Selbst der gewonnene dritte Satz brachte dem Wimbledon-Sieger nicht die gewohnte Souveränität zurück. „Das ist eine große Enttäuschung für mich. Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. Aber ich hätte mehr tun müssen und habe kein gutes Spiel gemacht“, sagte Federer.

Sein Bezwinger dagegen konnte sein Glück zunächst gar nicht recht fassen. „Das Gefühl könnte nicht besser sein, ich habe es genossen“, sagte der Weltranglistensiebente noch auf dem Platz. „Es liegt vielleicht an der Art meines Spieles, dass ich ihm damit Probleme mache“, so Berdych. „Irgendetwas daran liegt ihm offenbar nicht.“

Lange Spielpause kein Grund

Der Schweizer hatte seine letzte Partie am Samstag bestritten, da sein Achtelfinal-Gegener Mardy Fish nicht angetreten war. Gegen Berdych wirkte er vor allem zu Beginn etwas zu verhalten. Doch er wollte die lange Pause nicht als Ausrede gelten lassen. „Einmal habe ich sechseinhalb Tage nicht gespielt und am Ende Wimbledon gewonnen“, sagte er. Federer muss nun jedenfalls weiter auf seinen sechsten Titel bei den US Open warten. Er hatte das Turnier von 2004 bis 2008 gewonnen, 2009 beendete Juan Martin del Potro im Finale den Siegeszug des Schweizers. In den beiden letzten Jahren musste er sich jeweils im Halbfinale Novak Djokovic geschlagen geben.

Murray setzte sich gegen Cilic nach schwachem Beginn am Ende klar durch. Mit seinem Sieg sicherte sich der Brite auch vorzeitig die Teilnahme an der ATP-WM der besten acht Spieler des Jahres von 5. bis 12. November in London. Murray qualifizierte sich als vierter Spieler nach Federer, Djokovic und dem derzeit verletzten Rafael Nadal.

Williams hat es wieder eilig

Auch bei den Damen steht mit Serena Williams (USA/4) die Olympiasiegerin im Halbfinale. Die Turnierfavoritin gewann gegen die Serbin Ana Ivanovic in nur 58 Minuten mit 6:1 6:3. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres trifft die 30-Jährige auf die Italienerin Sara Errani, die mit 25 Jahren in ihrer bisher besten Saison (vier Titel) als erste Italienerin in New York unter den letzten vier steht.

French-Open-Siegerin Maria Scharapowa gewann gegen die Französin Marion Bartoli auch ihr zwölftes Dreisatzspiel des Jahres, die Weltranglistendritte setzte sich nach mehr als zweieinhalb Stunden mit 3:6 6:3 6:4 durch. Die Partie war am Vorabend beim Stand von 0:4 aus Scharapowas Sicht wegen Regens abgebrochen und auf Mittwoch vertagt worden. Die 25-Jährige trifft nun auf die Weltranglistenerste Victoria Asarenka aus Weißrussland, gegen die sie im Finale der Australian Open klar verloren hatte.

Maria ScharapowaAPA/EPA/John G. MabangloScharapowa freut sich nun auf das Duell mit der Nummer eins

„Das wird eine große Herausforderung, aber ich freue mich auf die Möglichkeit zur Revanche“, sagte Scharapowa. In New York steht sie erstmals seit ihrem Titel 2006 wieder in der Runde der besten vier. „Ich bin so happy, es ist so lange her, dass ich hier im Halbfinale stand. Es gab einige Höhen und Tiefen in dem Match, aber wichtig ist, wer den letzten Punkt macht“, sagte die Russin.

Auch Knowle im Doppel-Viertelfinale out

Nach Alexander Peya hat sich auch Julian Knowle im Doppel-Viertelfinale verabschiedet. Knowle musste sich mit dem Slowaken Filip Polasek gegen Leander Paes/Radek Stepanek (IND/CZE/5) 2:6 4:6 geschlagen geben. Peya war mit seinem brasilianischen Partner Bruno Soares bereits am Dienstag den als Nummer sechs gesetzten Spaniern Marcel Granollers und Marc Lopez mit 3:6 4:6 unterlegen.

Link:

Publiziert am 06.09.2012