Klinsmann und Herzog mit US-Team unter Druck

Von den „Reggae Boyz“ ausgetanzt, von der heimischen Presse kritisiert - Cheftrainer Jürgen Klinsmann und Assistent Andreas Herzog erleben nach dem 1:2 des US-Teams am Freitag in der WM-Qualifikation auf Jamaika die bisher schwersten Tage ihrer Amtszeit. „Klinsmann hat gezeigt, dass er die USA zu historischen Auswärtssiegen gegen große Nationen wie Italien und Mexiko führen kann“, schrieb die „New York Times“. „Aber er war noch nicht in der Lage, einen Auswärtssieg einzufahren, wenn es drauf ankommt - in der WM-Qualifikation.“

So geschichtsträchtig die erstmaligen Siege der USA im Februar in Italien und im August in Mexiko (jeweils 1:0) waren, so demütigend verliefen bisher die Auswärtsauftritte auf dem Weg zur WM 2014. Dem 1:1 im Juni in Guatemala folgte nun der Karibik-Crash. Das 1:2 war die erste US-Niederlage im 19. Gastspiel auf Jamaika. „Sie können mir die Schuld geben, damit habe ich kein Problem“, betonte Klinsmann nach der Partie.

Heimsieg gegen Jamaika Pflicht

Seit seiner Amtsübernahme am 1. August 2011 stand er noch nie so unter Druck wie jetzt. Die USA (Weltranglistenplatz 33) sind seit 1990 WM-Stammgast, doch nun droht bereits im Qualifikationshalbfinale das Aus - und zwar gegen Fußballzwerge wie Jamaika (Nummer 60), Guatemala (91) und Antigua und Barbuda (101). In der CONCACAF-Gruppe A sind die USA nach drei Partien mit vier Zählern punktgleich mit Guatemala nur Zweiter. An der Spitze thront Jamaika (sieben Punkte).

Nur die ersten beiden Teams erreichen die Sechser-Endrunde 2013, in der die drei direkten WM-Tickets vergeben werden. Klinsmann weiß, dass am Dienstag in Columbus gegen Jamaika ein Sieg Pflicht ist. „Druck haben wir immer und Druck ist etwas Wunderbares. Wir haben kein Problem damit - und wir wissen, dass wir zurückschlagen müssen, um alle eines Besseren zu belehren“, gab sich der frühere deutsche Bundestrainer kämpferisch.

Publiziert am 09.09.2012