Dritter McLaren-Sieg in Serie
Lewis Hamilton hat am Sonntag den Grand Prix von Italien gewonnen und damit für den dritten McLaren-Sieg in Folge gesorgt. Der Brite siegte auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza 4,3 Sekunden vor dem mexikanischen Sensationsmann Sergio Perez im Sauber sowie klar vor dem spanischen WM-Leader Fernando Alonso im Ferrari (+ 20,6).
Der drittplatzierte Spanier durfte sich allerdings als heimlicher Sieger fühlen, baute er doch mit seiner Aufholjagd von Startplatz zehn auf das Podest seine Führung in der WM-Wertung wieder aus. Grund dafür ist das Debakel von Red Bull, das erstmals seit Korea 2010 kein Auto ins Ziel brachte. Sowohl Sebastian Vettel als auch Mark Webber mussten ihre Boliden wenige Runden vor Schluss mit Defekten abstellen. „Eine Riesenschande. Das Ganze ist frustrierend“, schimpfte Teamchef Christian Horner nach dem Rückschlag im WM-Kampf.

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Erstmals in seiner Karriere durfte sich Hamilton als Monza-Sieger feiern lassen
Alonsos Platz drei „viel besser als erwartet“
Nach Ferraris Heim-GP und insgesamt 13 von 20 Rennen führt Alonso mit 179 Punkten und 37 Zählern Vorsprung auf Hamilton, der neuer Zweiter ist. „Ein fantastischer Sieg. Ich bin sehr glücklich für mein Team und mich“, jubelte der Brite. Auf Rang drei liegt nun mit 38 Punkten Rückstand der finnische Lotus-Pilot Kimi Räikkönen, der im Rennen hinter Felipe Massa auf Rang fünf kam. Vettel (140) ist nur noch WM-Vierter, Webber (132) rutschte auf Platz fünf ab.
„Vom zehnten Startplatz ins Rennen zu gehen, war natürlich nicht einfach. Aber wir wussten, dass wir vielleicht das schnellste Auto im Feld haben. Der Sieg war außer Reichweite, aber es war trotzdem ein perfekter Sonntag, viel besser als ich erwartet hätte“, freute sich Alonso diesmal auch über einen wertvollen dritten Platz. Auch Perez hatte nach seiner sensationellen Aufholjagd Grund zu jubeln: „Ein Podestplatz in Monza ist einfach unglaublich. Das ist ein sehr spezieller Moment.“
Hamilton an der Spitze souverän
Vettels Rennen war hingegen von Anfang an durchwachsen. Der Weltmeister erwischte keinen guten Start und konnte Platz fünf nur mit Mühe behaupten. Dagegen legte WM-Rivale Alonso mit Wut im Bauch gleich richtig los und preschte in den ersten zwei Runden von zehn auf sechs vor. So hatte der Spanier seinen deutschen Kontrahenten schon nach wenigen Kilometern vor sich.
An der Spitze verteidigte der aus der Poleposition gestartete Hamilton souverän seine Führung, Massa eroberte Platz zwei von Spa-Sieger Jenson Button im zweiten McLaren. An der Spitze tat sich zunächst wenig, bis Button nach 18 Runden wieder zu Massa aufschloss und sich nach wenigen Kurven vorbeizwängte. In der Box konnte Vettel haarscharf seine Position gegen den Ferrari-Star behaupten.
Vettel für Kampflinie bestraft
Auf der Strecke griff Alonso dann allerdings noch einmal an. Vettel fuhr Kampflinie, und der Spanier musste bei 300 km/h auf die Wiese ausweichen. „Jetzt ist es genug“, funkte der WM-Führende wütend. Zwei Runden später konnte sich Vettel dann nicht mehr wehren und musste Alonso ziehen lassen. Damit nicht genug: Die Rennleitung verdonnerte Vettel für sein Manöver zu einer Durchfahrtsstrafe - ein zumindest fragwürdiges Urteil.
Durch die Strafe rutschte Vettel auf Rang neun zurück. Vorn büßte derweil Button eine Woche nach seinem beeindruckenden Erfolg in Spa wohl endgültig alle Titelchancen ein, als sein McLaren in der 33. Runde mit technischen Problemen auf der Zielgeraden ausrollte. Das Ferrari-Duo Massa und Alonso rückte damit auf die Plätze zwei und drei vor.

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Vettel blieb zum zweiten Mal in dieser Saison wegen eines Defekts ohne Punkte
Lange Gesichter bei Red Bull
Wenig später funkte Massas Renningenieur an den Südamerikaner: „Denk an deine Reifen, Fernando ist hinter dir.“ Nach ein paar weiteren Kilometern zog Alonso vorbei. Die Tifosi hofften nun sogar, dass ihr Liebling noch den führenden Hamilton angreifen könnte. Doch sie hatten nicht mit dem Mexikaner Perez gerechnet. Der Sauber-Pilot hatte dank einer perfekten Strategie am Ende das schnellste Auto und schnappte sich Alonso noch.
Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali freute sich trotzdem: „Fernando hat einen großartigen Job gemacht, auch Felipe war sehr gut. Das war ein guter Schritt Richtung WM-Titel, wir müssen aber weiter Gas geben.“ Bei Red Bull war hingegen Helmut Marko über den Doppelausfall alles andere als erfreut. „Bei Vettel war es das übliche Problem, die Lichtmaschine. Bei Webber haben die Reifen stark abgebaut. Es scheint aber, als hätten wir bei ihm noch ein anderes Problem gehabt“, war die nüchterne Bilanz des Red-Bull-Motorsportchefs.
Grand Prix von Italien
| Endstand nach 53 Runden (306,720 km): |
| 1. |
Lewis Hamilton |
GBR |
McLaren |
1:19:41,221 |
| 2. |
Sergio Perez |
MEX |
Sauber |
+ 4,356 |
| 3. |
Fernando Alonso |
ESP |
Ferrari |
20,594 |
| 4. |
Felipe Massa |
BRA |
Ferrari |
29,667 |
| 5. |
Kimi Räikkönen |
FIN |
Lotus |
30,881 |
| 6. |
Michael Schumacher |
GER |
Mercedes |
31,259 |
| 7. |
Nico Rosberg |
GER |
Mercedes |
33,550 |
| 8. |
Paul Di Resta |
GBR |
Force India |
41,057 |
| 9. |
Kamui Kobayashi |
JAP |
Sauber |
43,898 |
| 10. |
Bruno Senna |
BRA |
Williams |
48,144 |
| 11. |
Pastor Maldonado |
VEN |
Williams |
48,682 |
| 12. |
Daniel Ricciardo |
AUS |
Toro Rosso |
50,316 |
| 13. |
Jerome d'Ambrosio |
BEL |
Lotus |
1:15,861 |
| 14. |
Heikki Kovalainen |
FIN |
Caterham |
1 Runde |
| 15. |
Witali Petrow |
RUS |
Caterham |
1 Runde |
| 16. |
Charles Pic |
FRA |
Marussia |
1 Runde |
| 17. |
Timo Glock |
GER |
Marussia |
1 Runde |
| 18. |
Pedro de la Rosa |
ESP |
HRT |
1 Runde |
| 19. |
Narain Karthikeyan |
IND |
HRT |
1 Runde |
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