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„Alle haben Leistungen abgerufen“

Mit 13 Medaillen hat Österreichs Team bei den Paralympics 2012 in London die Erwartungen weit übertroffen. Vor den XVI. Paralympischen Spielen hatte man das erreichen der Peking-Marke von sechs Medaillen anvisiert gehabt, in London feierte man am Schlusstag vier Gold-, drei Silber- und sechs Bronzemedaillen, davon zwei durch Weltrekord-Leichtathlet Günther Matzinger.

Teammanager Walter Pfaller war mit dem Abschneiden der Mannschaft sehr zufrieden. „Die aussichtsreichen Athleten und Athletinnen haben alle ihre Leistungen abgerufen. Es gab praktisch keine Ausfälle, und wenn jemand Pech hatte wie (Tischtennis-Titelverteidiger, Anm.) Andreas Vevera, ist eine wie Doris Mader eingesprungen“, sagte Pfaller gegenüber der APA.

Günther Matzinger

APA/ÖPC/Franz Baldauf

Die Ausbeute der ÖPC-Athleten kann sich sehen lassen

Silbermedaillengewinnerin Mader war auch für Pfaller eine der positiven Überraschungen der London-Spiele. Wie Mader trat auch Matzinger in London zum zweiten Mal bei Paralympics an. „Ich kenne Günther sehr gut, daher habe ich es ihm auch zugetraut. Er war in Peking Fünfter und Siebenter und hat danach noch härter trainiert“, so Pfaller.

Ablinger steckt Schrecksekunde weg

Besonderen Respekt ringe ihm auch die Leistungen von Handbiker Walter Ablinger ab. Der Paralympics-Debütant aus Oberösterreich hatte im Zeitfahren eine höchst gefährliche Situation zu überstehen, als ihn ein Begleitfahrzeug abgedrängt und so um mögliches Gold gebracht hatte. Ablinger holte dennoch Silber und später doch noch „sein“ Gold im Straßenrennen.

„Weil er nicht mit dem Missgeschick gehadert hat. Wie überhaupt alle in der Mannschaft sehr stark im Kopf waren und keine Schwächen gezeigt haben“, freute sich Pfaller. Neben Matzinger und Ablinger holten auch Handbiker Wolfgang Schattauer (zweimal Bronze) und Dressurreiter Pepo Puch (Gold und Bronze) gleich zwei Medaillen für Österreich. Die Bilanz überraschte auch insofern, als wegen der durchgehenden Zusammenlegung von Klassen auch ein Rückfall des ÖPC-Teams in der Medaillenbilanz nicht ausgeschlossen gewesen war. Laut Pfaller reagierte man darauf aber nicht durch ein „Auffüllen“ mit leichter behinderten Athleten.

„Im Gegenteil. Wir waren in London sicher eines der Teams, das mehr schwerer Behinderte hatte als andere Nationen“, sagte Pfaller. „Und Matzinger war ja auch schon in Peking dabei. Er läuft auch bei den Nichtbehinderten auf hohem Niveau und hat sich einfach in den vier Jahren enorm weiterentwickelt.“

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