Mehr als ein Traum wurde wahr
Das erfolgreiche Team des Österreichischen Paralympischen Committees (ÖPC) ist am Montag nach seiner Rückkehr von den 14. Paralympics in London auf dem Flughafen Schwechat gebührend empfangen worden. Minister, Angehörige und Freunde begrüßten die 32 Sportlerinnen und Sportler, die insgesamt 13 Medaillen (vier Gold, drei Silber, sechs Bronze) erobert hatten.
Erfolgreichster österreichischer Teilnehmer war der zweifache Goldmedaillengewinner Günther Matzinger. Der Leichtathlet hatte über 400 und 800 m jeweils mit Weltrekord triumphiert und bei der Schlussfeier am Sonntag die rot-weiß-rote Fahne getragen. „Mit der Fahne ins Stadion einzumarschieren war wunderschön, ein krönender Abschluss“, sagte der 25-jährige Bankbeamte. Ein bisschen stolz sei er schon auf sich, erklärte der Salzburger. „Denn ich hätte nie zu träumen gewagt, dass ich mit zweimal Gold heimfahre.“

APA/Andreas Pessenlehner
Das ÖPC-Team kehrte mit reichlich Edelmetall heim
Während Matzinger erstmals auf dem Podest stand, eroberte Rennrollstuhlsportler Thomas Geierspichler schon sein neuntes Edelmetall. Der Salzburger freute sich über 400-m-Bronze zumindest genauso wie über Marathon-Gold 2008 in Peking. Nach dem Wegfall des Marathons hatte er sich auf kürzere Distanzen umstellen müssen. „Das ist so, als ob Haile Gebrselassie 400 m laufen müsste. Darum bin ich extrem stolz, es ist eine Sensation, dass ich Bronze gemacht habe.“
„Die Zuschauer waren ein Wahnsinn“
Tischtennisspieler Stanislaw Fraczyk absolvierte schon seine fünften Paralympics und freute sich über einen weiteren Aufschwung. „Der paralympische Sport wird nun höher eingeschätzt als früher. London war mit der Stimmung in den Stadien und den vielen Zuschauern grandios, das zu überbieten wird sehr schwer. Ich glaube, das kann man nicht besser machen“, erklärte der Niederösterreicher, dessen „Schülerin“ Doris Mader ebenfalls Silber holte.
Bil Marinkovic war auch noch Tage nach seinem dritten Platz im Diskuswurf von der Atmosphäre im mit 80.000 Zuschauern besetzten Olympiastadion begeistert. „Die Zuschauer waren ein Wahnsinn. Ich war nicht nur blind, sondern auch taub und habe mein Gleichgewicht verloren. Zum Glück ist es sich für Bronze ausgegangen“, sagte der Wiener.
Es gibt noch viel zu tun
„Ich hoffe, dass wir damit auch andere Menschen mit besonderen Bedürfnissen bewegen können, in den Sport einzusteigen“, erklärte ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat. Es werde aber immer schwieriger, mit den Weltklasse-Athletinnen und Athleten anderer Länder mitzuhalten, auch deshalb, weil viele der ÖPC-Aktiven einem Beruf nachgehen, so Rauch-Kallat weiter. „Es gibt noch eine ganze Menge zu tun, um die Voraussetzungen für die paralympischen Sportler zu verbessern. Jetzt gilt es, den Schwung aus diesen Erfolgen mitzunehmen“, so die frühere Ministerin, die auch den ÖPC-Sponsoren dankte.
Gratulation auch vom Bundespräsidenten
Bundespräsident Heinz Fischer gratulierte dem österreichischen Paralympics-Team in einer Aussendung. „Mit 13 Medaillen hat das österreichische Team hervorragend abgeschnitten und Erfolge erzielt, die über den Erwartungen liegen. Ganz Österreich freut sich über diese Erfolge, die nur mit konsequentem Training und einem großen Ausmaß an Selbstüberwindung erzielt werden konnten. Die Medaillengewinner und das gesamte Paralympics-Team hat Österreich bei den Spielen in London hervorragend vertreten und ist zum Vorbild für Einsatzwillen und Selbstüberwindung geworden“, sagte das Staatsoberhaupt.
Im ORF-Fernsehen haben insgesamt 3,74 Millionen Zuschauer die Berichterstattung aus London verfolgt. Der ORF trägt dem Interesse Rechnung und beginnt im Oktober mit einem Magazin zum Thema Behindertensport auf ORF Sport +.
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