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Eine Leistung, die Applaus verdient
Robert Almer: Gut
Der Düsseldorf-Legionär sorgte für eine Schrecksekunde mit einem missglückten Abschlag, der zum Glück über die Cornerlinie ging. Die Aktion war ein Weckruf für Almer, denn danach machte er seinen Lapsus in einigen Szenen wieder gut und war auch ohne Spielpraxis ein sicherer Rückhalt. Beim Gegentor war er mit einer schweren Situation konfrontiert und orientierte sich für einen Sekundenbruchteil auf die falsche Seite.
György Garics: Genügend
Der rechte Verteidiger ermöglichte mit Fehlern einige gefährliche Chancen für Deutschland und war ein Unsicherheitsfaktor in der ÖFB-Abwehr. Beim 0:1 war er eigentlich unmotiviert in der Vorwärtsbewegung und konnte sich damit nicht mehr rechtzeitig nach hinten orientieren. Gegen Reus war Garics dann nicht mehr in der Lage, die Szene zu entschärfen. Offensiv konnte Garics den einen oder anderen Pluspunkt sammeln.
Sebastian Prödl: Gut
Dem Bremer sah man sein gestiegenes Selbstvertrauen an. Prödl strahlte viel Ruhe aus, ließ sich nicht zu überhasteten Aktionen hinreißen und ermöglichte damit einen geordneten Spielaufbau. Ein frühe Gelbe Karte hinderte ihn nicht in seiner Defensivarbeit, die wirklich sehr abgebrüht wirkte. Bei hohen Bällen war nicht immer alles astrein, Kopfballungeheuer Klose war aber trotzdem bestens aufgehoben.
Emanuel Pogatetz: Gut
Pogatetz war von Beginn an „on fire“ und räumte kompromisslos weg, was sich ihm in den Weg stellte. Das bekamen sowohl Klose als auch Teamkollege Fuchs zu spüren. Der Wolfsburg-Legionär war über weite Strecken absolut Herr der Lage und stand dank seines guten Stellungsspiels seinen Mann. Beim Gegentor kam er aber leider um den Hauch zu spät.
Christian Fuchs: Gut
Der Kapitän war defensiv sehr souverän und ließ über seine Seite nicht viel anbrennen. Seine Offensivambitionen stellte er zu Beginn der Partie noch zurück, mit Spielverlauf traute sich Fuchs zwar mehr, wurde in einigen Aktionen auf der linken Seite aber übersehen. Am Ende wurde er zum Aktivposten und sorgte mit gefühlvollen Pässen und Flanken für Gefahr in der deutschen Hälfte.
Julian Baumgartlinger: Sehr gut
Der Mainzer lieferte eine beeindruckende Vorstellung ab. Baumgartlinger war sehr aggressiv und im Zweikampf äußerst effektiv. Diesmal beschränkte er sich aber nicht nur auf diese angestammte Rolle, sondern war für die Offensive auch ungemein wertvoll, wie seine perfekte Vorarbeit bei Harniks Riesenchance zu Beginn verdeutlichte. Ein, zwei leichte Ballverluste an der Strafraumgrenze konnten das positive Bild nicht trüben.
ORF.at/Christian ÖserStarke Leistungen auch von Junuzovic (r.) und ArnautovicVeli Kavlak: Gut
Der zweite „Sechser“ im ÖFB-Team war offensiv nicht so präsent wie Baumgartlinger, stopfte mit aufopfernder Laufbereitschaft aber viele Löcher und war sehr effektiv in der Balleroberung. Seine Defensivarbeit ließ Deutschlands Regisseur Özil kaum zur Geltung kommen, was für die Leistung des Besiktas-Legionärs spricht. Einen großen Haken hatte die Vorstellung Kavlaks allerdings: Sein Foul an Müller im Stafraum war viel zu ungestüm.
Marko Arnautovic: Sehr gut
In den ersten Minuten war Arnautovic noch zurückhaltend, taute dann aber auf und bewies auch defensiv höchstes Engagement. In einigen Aktionen bewies er große Übersicht, seine guten Ideen fanden aber nicht immer einen Abnehmer. Die Vorarbeit zum Anschlusstreffer verdiente dann aber das Prädikat Weltklasse. Wie er Schmelzer und Götze stehen ließ und zur Mitte passte, war sehenswert. Am Heldenstatus schrammte er dann kurz vor Schluss vorbei, als er aus kurzer Distanz die Riesenchance auf den Ausgleich vergab.
Zlatko Junuzovic: Sehr gut
In den ersten Minuten agierte Junuzovic sehr weit vorne und übte gemeinsam mit Harnik viel Druck auf die deutsche Abwehr aus. Der Bremen-Legionär war diesmal sehr gut eingebunden in die Offensive und kam wunderbar zur Geltung. Seine Vorarbeit auf Harnik per Fallrückzieher war ein absolutes Highlight und stand stellvertretend für das neue Selbstbewusstsein des ÖFB-Teams. Sein Tor, bei dem er sich durch die deutschen Abwehrriesen mogelte, war dann die Krönung.
Andreas Ivanschitz: Gut
Der Mainz-Legionär hatte viele guten Szenen in der Nähe des deutschen Strafraums, wo er sowohl als Vorarbeiter als auch im Abschluss glänzte. Der letzte Tick fehlte allerdings. Auf der linken Seite ließ er defensiv nicht viel anbrennen und harmonierte sehr gut mit Fuchs. Eine Viertelstunde vor Schluss musste er dann Jakob Jantscher weichen.
Martin Harnik: Gut
Der Stuttgart-Legionär war ein ständiger Unruheherd in der deutschen Abwehr. Harnik ging weite Wege und war damit eine sehr präsente Solospitze, der es leider diesmal nur an Effektivität mangelte. Zu Beginn hatte er eine Riesenchance auf die Führung, danach war er im Abschluss nicht vom Glück verfolgt. Der hohen Laufarbeit musste Harnik aber Tribut zollen und wurde in Minute 55 ausgewechselt. Dank seiner Agilität passte er aber perfekt in Kollers System.
Guido Burgstaller: Befriedigend
Der Rapidler konnte nicht ganz in die Rolle von Harnik schlüpfen, warf aber seine ganze Kampfkraft in die Waagschale. Eine Topchance fand er in Minute 72 trotzdem vor, wo er allerdings eine Spur zu hektisch wurde. Der Haken gegen Goalie Neuer gelang zwar noch, danach kam er aber ins Straucheln.
Jakob Jantscher: zu kurz eingesetzt
Marc Janko: zu kurz eingesetzt
Christian Wagner, ORF.at
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Publiziert am 12.09.2012