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Lock-out in Kraft getreten

In der Nacht auf Sonntag ist in der National Hockey League (NHL) die Frist ausgelaufen, innerhalb derer ein neuer Rahmenkollektivvertrag für die Spieler hätte vereinbart werden sollen. Die Folge ist eine Aussperrung (Lock-out) der rund 700 Spieler, darunter mit Thomas Vanek, Andreas Nödl, Michael Grabner und Thomas Pöck auch vier Legionäre aus Österreich.

NHL-Chef Gary Bettman hatte für Samstagmitternacht (Ortszeit) den Beginn des Lock-outs angekündigt, sollten sich Spielervertreter und Vereine nicht einigen. Diese Frist ist ergebnislos verstrichen, es wurde auch keine neue Verhandlungsrunde angesetzt. Die Spielergewerkschaft NHLPA zeigte sich am Samstag zu weiteren Gesprächen in New York bereit, wurde von der Gegenseite jedoch abgewiesen. „Die NHL teilte uns mit, dass man keinen Grund für ein Treffen sehe“, sagte Donald Fehr.

Wann sich beide Seiten jedoch wieder an einen Tisch setzen werden, ist derzeit offen. Experten meinen, dass der Lock-out bis Jahresende dauern könnte. Noch wagt aber niemand an eine Wiederholung des Szenarios von vor acht Jahren zu denken, als der Lock-out die gesamte Saison 2004/2005 ausfallen ließ. Allerdings ist noch etwas Zeit, da die NHL-Saison erst am 11. Oktober beginnen sollte.

Rückkehr nach Österreich möglich

Aufgrund des dritten NHL-Lock-outs seit 1994 suchen die Spieler schon intensiv nach anderen Betätigungsfeldern. Vanek (Buffalo Sabres) und Nödl (Carolina Hurricanes) bekundeten dabei großes Interesse, in Österreich zu spielen. „Hoffentlich findet mein Agent etwas“, sagte Nödl am Samstag. Vanek erklärte, dass Österreich für ihn „sicher ein Thema“ sei. Zunächst wolle er aber noch den September abwarten.

Andreas Nödl (Hurricanes) und Matt Gilroy (Lightning)GEPA/US Presswire/Kim KlementFür Andreas Nödl hatte die Suche nach einem neuen Verein oberste Priorität

Grabner (New York Islanders) wird mit seinem Stammclub Villach in Verbindung gebracht. Pöck, der im Sommer bei Colorado Avalanche einen Zweiwegvertrag unterschrieben hat und somit auch in der American Hockey League (AHL) antreten kann, wird wohl in Nordamerika bleiben und beim Farmteam Lake Erie Monsters spielen.

Allerdings sucht nicht jeder österreichische Verein nach Verstärkungen aus Nordamerika. Einerseits aus finanziellen Gründen, müssen die Vereine doch für die Versicherung aufkommen, die sich nach dem Spielergehalt richtet und meist im fünfstelligen Bereich liegt. Andererseits auch, um das Teamgefüge nicht durcheinanderzubringen. So haben die Vienna Capitals bereits abgewunken.

Strenge Kriterien in KHL

Auch die KHL hat strenge Kriterien eingeführt und will damit nur Topstars den Weg ebnen. Jede Mannschaft darf maximal drei NHL-Profis unter Vertrag nehmen, bei den 20 russischen Teams darf darunter nur ein Ausländer sein. Die Legionäre müssen mindestens 150 Spiele in den vergangenen drei Saisonen vorweisen.

Verpflichtet werden dürfen auch Spieler, die bereits in der KHL auf dem Eis standen, Teilnehmer einer Weltmeisterschaft oder bei Olympischen Spielen waren oder den Stanley Cup gewonnen haben. Schweden hat angekündigt, dass an der Elitserien interessierte Profis einen Einjahresvertrag ohne Ausstiegsklausel unterschreiben müssen.

Die beiden Russen Jewgeni Malkin (Pittsburgh Penguins) und Sergej Gontschar (Ottawa Senators) trainierten Medienberichten zufolge bereits schon beim KHL-Verein Magnitogorsk, wo sie kommende Woche zu spielen beginnen sollten. Auch Malkins Teamkollege, Topstar Sidney Crosby, kündigte an, sich einen Verein in Europa suchen zu wollen. „Ich bin ein Hockeyspieler. Ich will in Bewegung bleiben“, sagte er.

Streit um Einnahmenaufteilung

Vereine und Spieler streiten um die Aufteilung der NHL-Einnahmen in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar (2,56 Mrd. Euro). Im Vorjahr verzeichnete die NHL Rekordeinnahmen. Die Liga will den Anteil der Spieler am Kuchen von 57 auf 43 Prozent senken, was diese entrüstet zurückwiesen. Ein nachgebesserter Vorschlag sieht einen Spieleranteil von 49 Prozent vor, der bis zum Ende der sechsjährigen Vertragslaufzeit auf 47 Prozent sinken soll. Die Spielergewerkschaft fordert 54,3 bzw. 52,7 Prozent.

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Publiziert am 16.09.2012