„Schmerzgrenze erreicht“
Österreichs Schwimmverbandspräsident Paul Schauer hat am Donnerstag per Aussendung des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV) seinen Rücktritt bekanntgegeben. Der 65-Jährige war für zwei Amtsperioden bzw. seit Mai 2004 im Amt.
Ursprünglich wollte er am OSV-Verbandstag am Samstag in Linz für eine dritte Amtszeit gewählt werden. Als einen Grund für seinen Schritt führte Schauer die aktuelle Entwicklung rund um die Sperre von Topschwimmer Dinko Jukic, der für den Fall der Wiederwahl Schauers sein Karriereende angekündigt hatte, an.
„Das inzwischen unerträgliche Niveau der Diskussion um den Österreichischen Schwimmverband, welches auf bewusst gestreuten Gerüchten und Verleumdungen fußt, hat eine Schmerzgrenze erreicht“, sagte Schauer. „In Zukunft werde ich mich wieder verstärkt meinen beruflichen, privatwirtschaftlichen Aktivitäten und meiner Gesundheit widmen können.“

GEPA/Christian Walgram
Dinko Jukic steht im Mittelpunkt der Verbandsquerelen
Jukic wegen Beleidigung gesperrt
Jukic wurde am 29. August vom unabhängigen Verbandsgericht wegen Beleidigung einiger Verbandsfunktionäre für ein Jahr, davon zehn Monate unbedingt, gesperrt. Jukic anerkennt dieses Gericht allerdings nicht, weil ein Mitglied nicht gewählt sei. Diese Meinung vertritt auch Anwalt Krankl, ein ehemaliger Schwimmer.
Nach acht Jahren ist Schluss
Schauer begründete seinen Rücktritt nach acht Jahren im Detail mit dem nach eigenen Worten unerträglichen Niveau der Diskussionen über den OSV - damit sei ein finaler Höhepunkt erreicht worden: „Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus hatten und haben im OSV während meiner Präsidentschaft keinen Platz. Ebenso lehne ich die mögliche Instrumentalisierung und Aktivierung derartiger Vorurteile für strategische Vorverurteilungen, im Interesse von persönlichen Zielerreichungen, kategorisch ab“, führte er in einer Aussendung weiter aus.
Auf Drohungen und Nötigungen aufgebaute Aktivitäten bzw. die Schaffung von Feindbildern würden zutiefst seinem persönlichen Grundverständnis von einem konstruktiven, menschlichen Umgang widersprechen. „Entgegen diffamierender Behauptungen kann der derzeitige Vorstand und das Generalsekretariat auf die Entwicklung eines wirtschaftlich bestens aufgestellten und modern strukturierten Sportverbandes verweisen.“
"Mein Dank gilt den vielen großartigen Menschen im OSV, welche, großteils ehrenamtlich und unbedankt, in den letzten acht Jahren das „Österreichische Schwimmwunder" begleitet haben. Mit großem Engagement, denn Wunder muss man sich bekanntermaßen, wie auch Glück, am härtesten erarbeiten.“
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