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Eine Beziehung endgültig in Scherben?
Dreiviertel der Funktionäre zeigten sich nach den verbalen Ausrastern von Jukic und dem daraus resultierenden Rücktritt von Präsident Paul Schauer unversöhnlich gegenüber dem Olympiavierten. Die Aussagen zur Causa Jukic, der nach dem aktuellen Stand erst nach dem 23. Juni 2013 wieder an Wettkämpfen teilnahmen kann, fielen hart aus. „Jukic schwimmt nicht für Österreich, er schwimmt für Jukic“, sagte etwa Erich Maglock, Präsident des niederösterreichischen Verbandes.
„Der Schaden, den Dinko Jukic mit seinem Verhalten angerichtet hat, ist viel größer als der Nutzen, den er mit dem vierten Platz bei Olympia gebracht hat. Der Verband war wochenlang in den Zeitungen, da werden wir noch lange daran zu knabbern haben“, sagte ein Vereinsvertreter, und eine weibliche Delegierte fügte an: „Herr Jukic hat noch jede Hand, die ihn gefüttert hat, gebissen und dann noch abgesägt.“
APA/RubraDer neue OSV-Präsident Christian Meidlinger tritt kein leichtes Erbe anFunktionäre bedauern Schauers Rücktritt
Die Probleme zwischen ihm und dem Verband schwelen laut Jukic, der am Samstag nicht persönlich anwesend war, schon seit 2006, fanden aber bei der EM in Debrecen einen Höhepunkt. Damals hatte er zwei Funktionäre und einen Kampfrichter im Teamhotel beschimpft. Bei und nach den Olympischen Spielen rechnete Jukic mit dem Verband ab, ging in einem Interview auch mit Schauer hart ins Gericht und drohte bei dessen Wiederwahl mit seinem Rücktritt.
Dieses „fait accompli“ zahlten ihm die Funktionäre nun mit barer Münze zurück, indem sie sich mit 101 Stimmen für die Aufrechterhaltung der Sperre, von der zehn Monate unbedingt sind, aussprachen. Eine Vielzahl der Delegierten bedauerte nämlich, dass Schauer nicht zu einer dritten Amtszeit angetreten war. „Denn dann hätten wir keinen Fall Jukic mehr. Dann hätte er nämlich wie angekündigt mit dem Schwimmen aufgehört“, hieß es unter anderem.
Jukic-Forderung nur teilweise erfüllt
Jukics Anwalt Thomas Krankl kündigte auf jeden Fall Berufung gegen die Sperre an. Wie es mit dem Athleten persönlich weitergeht, ist indes noch nicht geklärt. Zwar wurde seine Forderung nach einem neuen Vorstand mit der Wahl von Christian Meidlinger zum neuen Präsidenten zwangsläufig erfüllt. Sein Wunsch, dass auch ein Ex-Athlet in die Führungsriege kommt, wurde aber nicht gehört. Diese blieb nahezu unverändert.
Der radikale Schnitt wäre bei einer Wahl von David Ungar-Klein möglich gewesen. Der Wiener Agenturinhaber erhielt allerdings lediglich 32 der insgesamt 139 Stimmen. „Ich habe versucht, mich für die Sportler einzusetzen, im Sinne des Sports zu handeln und mit kompetenten Mitarbeitern, Athleten und Trainern eine Zukunftsvision umzusetzen“, sagte Ungar-Klein nach der verlorenen Abstimmung.
„Die Wahl heute ist eine Niederlage für den Sport“, sagte der 40-Jährige. Österreich sei demnach noch nicht bereit, festgefahrene Verbandsstrukturen für den Sport aufzugeben. Die Olympischen Spiele in London hätten gezeigt, dass es dringend Änderungen geben müsse.
Meidlinger will etwas bewegen
Im Schwimmverband hat nun jedenfalls für vier Jahre Meidlinger und sein Team die Möglichkeit, etwas zu bewegen. Und das kündigte der 48-Jährige auch an. „Mein Ziel ist es, den Schwimmsport aus den negativen Schlagzeilen zu bringen. Ich glaube, dass uns das gemeinsam in vier Jahren gelingen kann“, sagte der Abgeordnete zum Wiener Landtag- und Gemeinderat in seiner Wahlrede.
Als Vizepräsident wird weiterhin der Steirer Peter Putzgruber fungieren, die weiteren beide Stellvertreter sind Richard Kössler und Birgit Fürnkranz-Maglock. Weitere Präsidiumsmitglieder sind wie schon bisher Walter Benesch als Finanzreferent und Herbert Schurm als Schriftführer. Neuer Fachwart für Schwimmen ist statt Moschos Tavlas der bisherige Jugendwart Manfred Otte. Tavlas wird aber wohl weiterhin als angestellter OSV-Sportkoordinator tätig sein, wie Thomas Gangel als Generalsekretär.
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Publiziert am 16.09.2012