VfB-Coach Labbadia bremst Euphorie
Im sechsten Anlauf hat der VfB Stuttgart am Samstag den ersten Sieg in der deutschen Bundesliga gefeiert. Neben Torschütze Martin Harnik stand beim 2:0-Erfolg in Nürnberg ein weiterer Österreicher im Mittelpunkt. U21-Teamspieler Raphael Holzhauser spielte 90 Minuten durch und kam zu zwei guten Gelegenheiten. Einzig VfB-Trainer Bruno Labbadia bremste die Euphorie um den 19-Jährigen.
Bisher war Holzhauser, der vor drei Jahren von Rapid nach Stuttgart gewechselt war, vorwiegend für die zweite Mannschaft in der dritten Liga zum Einsatz gekommen. Erst viermal stand der Niederösterreicher in der VfB-Kampfmannschaft, am Samstag erstmals von Beginn an. „Ich bin froh, dass mir der Trainer das Vertrauen gegeben hat“, sagte Holzhauser im Gespräch mit der „Stuttgarter Zeitung“. Dass ein Bundesliga-Auftritt keine Selbstverständlichkeit ist, war dem 19-Jährigen klar.

dapd/Michael Will
Holzhauser hofft auf weitere Einsätze von Beginn an
„Muss mehr an mir arbeiten“
„Ich habe inzwischen kapiert, dass ich noch mehr an mir arbeiten muss, um nach oben zu kommen“, sagte Holzhauser, dem bisweilen der nötige Biss abgesprochen wurde. Entsprechend zurückhaltend reagierte auch Coach Labbadia, der die Leistung nur „okay“ fand, obwohl der Österreicher zu den Besten seines Teams gehörte. Vor drei Wochen habe er ein Gespräch mit ihm geführt und ihm erklärt, dass er gewisse Dinge abstellen müsse, „danach hat er eine gute Reaktion gezeigt“.
Talent wird dem 19-Jährigen ohnehin nicht abgesprochen, zählt er bei den Schwaben doch zu den größten Zukunftshoffnungen. Für die „Stuttgarter Zeitung“ ist Holzhauser bereits das Sinnbild des „jungen und ein bisschen wilden“ Stuttgarter Spielers. Ob er den Durchbruch beim VfB schafft, liege nur an ihm, meinte Manager Fredi Bobic. „Dass er die Anlagen dafür hat, steht außer Zweifel“, sagte der 40-Jährige. „Aber das Talent alleine reicht nicht.“
Auftritt mit Torgefährlichkeit
Bei seinem Premierenauftritt spielte Holzhauser im zentralen Mittelfeld und sorgte gleich zweimal für Gefahr vor dem Nürnberger Tor. In der elften Minute verpasste er aus bester Position nur knapp und traf das Außennetz. In der 54. prüfte er FCN-Torwart Raphael Schäfer mit einem gefährlichen Distanzschuss. Dass es noch nicht ganz geklappt hat, war ihm egal. „Die drei Punkte sind das Einzige, was zählt“, meinte Holzhauser.
Für seine Mannschaftskollegen war der ÖFB-Youngster auf jeden Fall eine Bereicherung für das VfB-Spiel und wurde voll akzeptiert. „Er hat seine Aufgabe souverän gelöst und seine Chance genutzt“, sagte Kapitän Serdar Tasci. Holzhauser zeigte viel Laufbereitschaft und strahlte auch Torgefahr aus. Zudem gewann er viele Zweikämpfe und spielte kluge Pässe. „Ich habe versucht, das bestmöglich umzusetzen, was mir der Coach mit auf den Weg gegeben hat“, sagte Holzhauser, der nun auf weitere Einsätze in der Startelf hofft.
Deutsche Bundesliga
6. Runde
| Freitag, 28. September: |
| Düsseldorf |
Schalke |
2:2 |
| Samstag, 29. September: |
| Bremen |
Bayern München |
0:2 |
| Leverkusen |
Greuther Fürth |
2:0 |
| Nürnberg |
Stuttgart |
0:2 |
| Hamburger SV |
Hannover |
1:0 |
| Hoffenheim |
Augsburg |
0:0 |
| Dortmund |
Mönchengladbach |
5:0 |
| Sonntag, 30. September: |
| Frankfurt |
Freiburg |
2:1 |
| Wolfsburg |
Mainz |
0:2 |
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