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Kaymer macht den Punkt
Die Europäer waren mit einem 6:10-Rückstand auf die Schlussrunde gegangen und hatten vor den zwölf Einzeln nur noch Außenseiterchancen. Doch mit acht Siegen und nur drei Niederlagen bei einem Remis schaffte Europa noch die Wende. In der Geschichte des prestigeträchtigen Kontinentalvergleichs hatten bisher nur die USA 1999 einen Vierpunkterückstand aufgeholt - beim legendären „Battle of Brookline“ allerdings mit dem fanatischen Heimpublikum im Rücken.
AP/David J. PhillipMartin Kaymer strahlt nach dem FotofinishDeutschlands Golfstar Martin Kaymer holte am Sonntag gegen Steve Stricker den entscheidenden 14. Punkt zum Sieg über die Gastgeber. Es war erst der vierte Erfolg der Europäer auf US-Boden, aber bereits der siebente in den letzten neun Duellen. Europa liegt in der Gesamtwertung seit 1979, als erstmals neben Briten und Iren auch Kontinentaleuropäer in den Bewerb einstiegen, nun 10:7 voran.
Der Glaube an sich selbst
Europas Kapitän Jose Maria Olazabal schloss nach dem entscheidenden Putt von Kaymer die Augen und drehte sein Gesicht Richtung Himmel. „Seve (der im Vorjahr verstorbene mehrfache Ryder-Cup-Sieger und spätere Kapitän Ballesteros, Anm.) wird immer mit diesem Team verbunden sein“, sagte er. „Er war ein wichtiger Faktor für dieses Turnier und für die Europäer. Bei unserem gestrigen Meeting haben die Burschen verstanden, dass der Glaube an sich selbst die wichtigste Sache ist.“
Der Weltranglistenerste Rory McIlroy freute sich mit seinen Teamkollegen: „Das ist das speziellste Turnier, das es gibt, Punkt. Es gibt nichts Besseres, als einen Sieg mit seinen Teamkollegen zu feiern.“ US-Kapitän Davis Love konnte die Niederlage im ersten Moment gar nicht fassen. „Wir sind alle irgendwie perplex, es ist ein wenig schockierend. Wir haben so gut gespielt, jeder in unserem Team hat gut gespielt.“
Reuters/Jeff HaynesNicht nur McIlroy war von der Vorstellung des europäischen Teams angetan„Es ist unbeschreiblich“
„Es ist unbeschreiblich. Das ist ein Gefühl, wie ich es noch nie in meinem Leben hatte“, jubelte Kaymer. „Wir haben immer daran geglaubt, dass wir hier noch gewinnen können“, sagte der Brite Luke Donald, der das erste Einzel des Tages gegen Masters-Sieger Bubba Watson gewonnen hatte. „Es ist vorher schon einmal gelungen, und wir haben daran geglaubt, dass wir den Umschwung schaffen können.“
Nach Donald gewannen auch Paul Lawrie, McIlroy und Ian Poulter ihre Duelle und glichen zum 10:10 aus. Nach sechs weiteren Partien stand es 13:13 - und alles schaute auf Kaymer, der im vorletzten Match gegen Stricker spielte. „Die letzten zwei, drei Löcher war ich so nervös“, sagte der 27-Jährige.
Bereits vor der 18. Bahn war ihm ein halber Punkt sicher. Durch seinen finalen Putt sorgte Kaymer jedoch für einen ganzen Punkt. Somit wurde das letzte Match des Tages zwischen dem Italiener Francesco Molinari und Superstar Tiger Woods bedeutungslos. Beide teilten sich das Match und sorgten so für den 14,5:13,5-Endstand für die Europäer. Es folgten Jubelstürme, lautstarke „Ole, ole, ole“-Gesänge der europäischen Fans und jede Menge Sektduschen.
39. Ryder Cup
| USA | Europa | 13,5:14,5 |
| Einzel am Sonntag: | ||
| Bubba Watson | Luke Donald | 0:1 (2 und 1) |
| Webb Simpson | Ian Poulter | 0:1 (2 auf) |
| Keegan Bradley | Rory McIlroy | 0:1 (2 und 1) |
| Phil Mickelson | Justin Rose | 0:1 (1 auf) |
| Brandt Snedeker | Paul Lawrie | 0:1 (5 und 3) |
| Dustin Johnson | Nicolas Colsaerts | 1:0 (3 und 2) |
| Zach Johnson | Graeme McDowell | 1:0 (2 und 1) |
| Jim Furyk | Sergio Garcia | 0:1 (1 auf) |
| Jason Dufner | Peter Hanson | 1:0 (2 auf) |
| Matt Kuchar | Lee Westwood | 0:1 (3 und 2) |
| Steve Stricker | Martin Kaymer | 0:1 (1 auf) |
| Tiger Woods | Francesco Molinari | 0,5:0,5 |
| Fourballs am Samstag: | ||
| D. Johnson / Kuchar | Colsaerts / Lawrie | 1:0 (1 auf) |
| Watson / Simpson | Rose / Molinari | 1:0 (5 und 4) |
| Woods / Stricker | Garcia / Donald | 0:1 (1 auf) |
| Dufner / Z. Johnson | McIlroy / Poulter | 0:1 (1 auf) |
| Foursomes am Samstag: | ||
| Watson / Simpson | Rose / Poulter | 0:1 (1 auf) |
| Bradley / Mickelson | Westwood / Donald | 1:0 (7 und 6) |
| Dufner / Z. Johnson | Colsaerts / Garcia | 1:0 (2 und 1) |
| Furyk / Snedeker | McIlroy / McDowell | 1:0 (1 auf) |
| Fourballs am Freitag: | ||
| Watson / Simpson | Lawrie / Hanson | 1:0 (5 und 4) |
| Mickelson / Bradley | McIlroy / McDowell | 1:0 (2 und 1) |
| D. Johnson / Kuchar | Rose / Kaymer | 1:0 (3 und 2) |
| Woods / Stricker | Westwood / Colsaerts | 0:1 (1 auf) |
| Foursomes am Freitag: | ||
| Furyk / Snedeker | McIlroy / McDowell | 0:1 (1 auf) |
| Mickelson / Bradley | Donald / Garcia | 1:0 (4 und 3) |
| Dufner / Z. Johnson | Westwood / Molinari | 1:0 (3 und 2) |
| Stricker / Woods | Poulter / Rose | 0:1 (2 und 1) |
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Publiziert am 01.10.2012