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Poulter als Matchwinner
Überragender Spieler in der europäischen Auswahl war der Engländer Ian Poulter, der alle seine Partien gewann. Das sensationelle Comeback am Sonntag vollendete dann der Deutsche Martin Kaymer. Mit einem Putt aus knapp zwei Meter Entfernung sorgte der 27-Jährige für den entscheidenden 14. Punkt beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich. Gestartet hatten die Aufholjagd Luke Donald, Paul Lawrie, Rory McIlroy und Poulter, die mit vier Siegen auf 10:10 gestellt hatten.
AP/David J. PhillipDas Team von Olazabal holte den zehnten Triumph für EuropaRevanche für „Schlacht von Brookline“
Der Mannschaft von Kapitän Jose Maria Olazabal gelang vor 45.000 enthusiastischen Fans im Medinah Country Club bei Chicago die exakte Revanche für den Ryder Cup von 1999. Damals hatten die Europäer ihrerseits mit 10:6 geführt, ehe die Amerikaner in den zwölf Einzeln des Schlusstags noch die Wende schafften und mit 14,5:13,5 gewannen. Auch jener unvergessliche Wettkampf hatte in den USA stattgefunden und ging als „Schlacht von Brookline“ in die Golfgeschichte ein. Die Ereignisse vom Wochenende werden schon als „Wunder von Medinah“ bezeichnet.
Europas Golfer haben ihre Erfolgsstory damit um ein Kapitel erweitert. Seit 1979, als erstmals ein gesamteuropäisches Team anstelle einer Auswahl Großbritannien/Irland antrat, lautet die Ryder-Cup-Bilanz nun 10:7 für Europäer. In den letzten neun Austragungen gewannen sie siebenmal. Am Sonntag hätte den Europäern ein 14:14 gereicht, um den Cup behalten zu können, denn gemäß Reglement wird bei einem Unentschieden der Titelverteidiger zum Sieger erklärt.
Poulter als Matchwinner
Der eigentliche Matchwinner neben Kaymer, der den entscheidenden 14. Punkt holte, war aber eindeutig Poulter. Der 36-jährige Engländer hatte am Freitag und Samstag seine drei Doppel allesamt gewonnen und siegte auch im dramatisch verlaufenen Einzel gegen den US-Open-Champion Webb Simpson. Poulters Paradestück war der Sieg im Doppel mit dem Weltranglistenersten McIlroy gegen Jason Dufner/Zach Johnson. Dort spielte er fünf Birdies auf den letzten fünf Löchern.
AP/Chris CarlsonMit einer makellosen Leistung führte Poulter Europa auf die Siegerstraße„Schon als Kind habe ich diese Leidenschaft beim Ryder Cup bewundert. Ich liebe das Gefühl“, so Poulter nach dem Triumph. „Ich habe elf fantastische Teamkollegen, einen fantastischen Kapitän und wir hatten eine fantastische Atmosphäre im Team. Es ist etwas ganz Besonderes, Teil davon zu sein“, sagte der 34-Jährige, der auf eine Ryder-Cup-Bilanz von 12:3 blicken kann.
Fassungsloses Staunen bei USA
Während einander die Europäer in den Armen lagen, war den US-Amerikanern der Schock ins Gesicht geschrieben. Auch Phil Mickelson blickte ungläubig drein. Der vierfache Sieger von Major-Turnieren hatte an allen drei Tagen auf höchstem Niveau gespielt. Zusammen mit dem ebenfalls entfesselt aufspielenden Ryder-Cup-Neuling Keegan Bradley hatte er seine drei Doppel klar gewonnen.
Im Einzel gegen den Engländer Justin Rose sah Mickelson schon wie der sichere Sieger aus. Aber Rose lochte den Ball am 17. Loch von außerhalb des Greens ein und zog mit einem weiteren genialen Birdie am 18. Loch an Mickelson vorbei. Es war das Match, das das Momentum endgültig auf die Seite der Europäer brachte.
Im Gedenken an Ballesteros
Die Europäer spielten am Schlusstag in weißen Shirts und blauen Hosen. Es war das Outfit, mit dem der im Mai letzten Jahres an Krebs gestorbene Severiano Ballesteros am häufigsten seine Schlussrunden absolviert hatte. Olazabal, der mit Ballesteros einst das erfolgreichste Doppel im Ryder Cup gebildet hatte, und das ganze europäische Team bestritten den Ryder Cup im Gedenken an den legendären Spanier, der auch für seinen Kampfgeist berühmt war. Der Nordire Graeme McDowell fasste die Gefühle der überglücklichen Europäer am besten zusammen: „Wenn ‚Seve‘ das Drehbuch für diesen Ryder Cup hätte schreiben können, dann, glaube ich, hätte er es genau so geschrieben.“
39. Ryder Cup
| USA | Europa | 13,5:14,5 |
| Einzel am Sonntag: | ||
| Bubba Watson | Luke Donald | 0:1 (2 und 1) |
| Webb Simpson | Ian Poulter | 0:1 (2 auf) |
| Keegan Bradley | Rory McIlroy | 0:1 (2 und 1) |
| Phil Mickelson | Justin Rose | 0:1 (1 auf) |
| Brandt Snedeker | Paul Lawrie | 0:1 (5 und 3) |
| Dustin Johnson | Nicolas Colsaerts | 1:0 (3 und 2) |
| Zach Johnson | Graeme McDowell | 1:0 (2 und 1) |
| Jim Furyk | Sergio Garcia | 0:1 (1 auf) |
| Jason Dufner | Peter Hanson | 1:0 (2 auf) |
| Matt Kuchar | Lee Westwood | 0:1 (3 und 2) |
| Steve Stricker | Martin Kaymer | 0:1 (1 auf) |
| Tiger Woods | Francesco Molinari | 0,5:0,5 |
| Fourballs am Samstag: | ||
| D. Johnson / Kuchar | Colsaerts / Lawrie | 1:0 (1 auf) |
| Watson / Simpson | Rose / Molinari | 1:0 (5 und 4) |
| Woods / Stricker | Garcia / Donald | 0:1 (1 auf) |
| Dufner / Z. Johnson | McIlroy / Poulter | 0:1 (1 auf) |
| Foursomes am Samstag: | ||
| Watson / Simpson | Rose / Poulter | 0:1 (1 auf) |
| Bradley / Mickelson | Westwood / Donald | 1:0 (7 und 6) |
| Dufner / Z. Johnson | Colsaerts / Garcia | 1:0 (2 und 1) |
| Furyk / Snedeker | McIlroy / McDowell | 1:0 (1 auf) |
| Fourballs am Freitag: | ||
| Watson / Simpson | Lawrie / Hanson | 1:0 (5 und 4) |
| Mickelson / Bradley | McIlroy / McDowell | 1:0 (2 und 1) |
| D. Johnson / Kuchar | Rose / Kaymer | 1:0 (3 und 2) |
| Woods / Stricker | Westwood / Colsaerts | 0:1 (1 auf) |
| Foursomes am Freitag: | ||
| Furyk / Snedeker | McIlroy / McDowell | 0:1 (1 auf) |
| Mickelson / Bradley | Donald / Garcia | 1:0 (4 und 3) |
| Dufner / Z. Johnson | Westwood / Molinari | 1:0 (3 und 2) |
| Stricker / Woods | Poulter / Rose | 0:1 (2 und 1) |
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Publiziert am 01.10.2012