Spielverbot für Karabatic
Für Handball-Weltstar Nikola Karabatic wird es nun ernst. Der zweifache Olympiasieger muss sich vor Gericht verantworten und darf zudem vorerst nicht weiterspielen.
Sein Anwalt, Eric Dupond-Moretti, verriet, Karabatic habe vor dem Untersuchungsrichter geweint, als er am Dienstagabend im Justizpalast von Montpellier gesagt hatte: „Ich habe mein Leben seit meiner Geburt dem Handball gewidmet, mich für den Sport eingesetzt - wie vorher mein Vater.“ Dem Beschluss des Richters zufolge darf Karabatic bis auf weiteres weder seine Teamkollegen treffen noch offiziell spielen.
Das gleiche Schicksal wie Karabatic, seinen Bruder Luka, und den weiteren französischen Olympiasieger Samuel Honrubia trifft den Serben Mladen Bojinovic, die Slowenen Primoz Prost und Dragan Gajic sowie den Tunesier Issam Tej. Insgesamt wurden am Dienstag Strafverfahren gegen 13 Personen eingeleitet, darunter gegen die beiden Freundinnen der Karabatic-Brüder. Alle wurden nach der Richterentscheidung gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.
Während des Spiels von Montpellier bei Cesson-Rennes waren ungewöhnlich viele hohe Wetteinsätze auf einen Halbzeitrückstand und eine Niederlage des Champions-League-Siegers von 2003 getätigt worden. Die Polizei fand heraus, dass viele Wetten von Frauen, Freundinnen, Freunden und Angehörigen der Spieler abgeschlossen wurden. Aus Polizeikreisen sickerte durch, dass bei der Abhörung von Telefonaten Spieler von „dickem Geld“ gesprochen hätten und davon, „das Spiel zu verlieren“.
Publiziert am 03.10.2012