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Norweger fällt Strommast

Petter Solberg hat am Samstag bei der Frankreich-Rallye für eine Schrecksekunde gesorgt. Der Norweger kam auf der dritten Etappe von der Strecke ab und raste im Blindflug durch ein Weingut. Gestoppt wurde die Irrfahrt schließlich von einem Strommast, der umknickte und beim Umfallen nur hauchdünn einige Zuschauern verpasste.

Passiert war das Malheur kurz nach dem Start, als Solberg in einer schnellen Linkskurve die Kontrolle über seinen Ford verlor. Der Weltmeister von 2003 rutschte über eine Böschung und steuerte ungebremst durch einige Reihen von Weinreben. Einmal überquerte er noch die Rennstrecke, ehe er auf der gegenüberliegenden Seite zum Stillstand kam.

Peter Solberg fährt bei der Frankreich-Rallye an Weinreben vorbeiAP/Laurent CiprianiDie Frankreich-Rallye endete für Solberg zwischen Weinreben

Zuschauer nur hauchdünn verpasst

Riesenglück hatten die Zuschauer, die weder vom Rallye-Auto des 37-Jährigen noch vom Strommast, der beim Umfallen Funken sprühte, getroffen wurden - zu sehen auch auch in einem Video auf YouTube. Während Solberg der Schrecken sichtlich ins Gesicht geschrieben stand, zeigte sein Beifahrer Chris Patterson keine Nerven. Nur kurz musste sich der Brite orientieren, ehe er Solberg den Weg zurück auf die Strecke wies. „Die Straße ist da oben“, sagte er nur lapidar. Allerdings hatte das Auto zu großen Schaden genommen, weshalb Solberg kurz darauf aufgeben musste.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie das passiert ist“, sagte Solberg nachdem er seinen Ausritt im TV gesehen hatte. „Vielleicht fragt sich jeder, warum ich nicht auf die Bremse gestiegen bin. Ich kannte die Kurve aber und habe gehofft, dass ich wieder mehr Grip auf die Reifen bekomme. Das war eine Sekundenentscheidung“, erklärte der Norweger, der erst später mitbekommen hatte, dass er einen Strommasten gefällt hatte.

Weniger Glück hatten indes zwei Rallye-Fans bei einem Abflug von Nasser al-Attiyah. Der Dakar-Sieger von 2011 verlor zu Beginn der zehnten Prüfung in der Nähe von Saint Die des Vosges die Kontrolle über seinen Citroen DS3 und rutschte von der Piste. Dabei fuhr der Katarer zwei Streckenbesucher an. Einer der Zuschauer erlitt einen Beinbruch, der andere musste wegen einer Armfraktur behandelt werden. Nach einer Unterbrechung wurde der elfte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft im Elsass fortgesetzt.

Loeb vor neuntem WM-Titel

Ungeachtet der beiden Zwischenfälle fährt Rekordchampion Sebastien Loeb bei seinem Heimspiel weiter seinem neunten Rallye-WM-Titel entgegen. Der französische Citroen-Pilot baute am Samstag seinen Vorsprung auf den Finnen Jari-Matti Latvala im Ford auf 29,7 Sekunden aus. Loebs finnischer Teamkollege Mikko Hirvonen, der einzige Titelrivale mit nur noch theoretischen Chancen, hielt nach 16 von 22 Prüfungen mit einem Rückstand von 54,0 Sekunden den dritten Rang.

Bei dieser Konstellation hätte Loeb mit seinem 75. Gesamtsieg einen uneinholbaren Vorsprung von 71 Zählern auf den Vizechampion Hirvonen. „Wir sind voll im Plan. Die Bedingungen sprechen für uns“, sagte Loeb. Sein Citroen-Team kann sich am Sonntag beim Zieleinlauf in Straßburg zudem den achten Sieg - es wäre der fünfte in Serie - in der Hersteller-Weltmeisterschaft sichern.

Frankreich-Rallye

Endstand nach 22 Sonderprüfungen:
1. Sebastien Loeb / Daniel Elena FRA/MON Citroen 3:32:53,0
2. Jari-Matti Latvala / Miika Anttila FIN Ford + 15,5
3. Mikko Hirvonen / Jarmo Lehtinen FIN Citroen 44,1
4. Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul BEL Citroen 1:07,3
5. Mads Ostberg / Jonas Andersson NOR/SWE Ford 1:16,4
6. Ott Tänak / Kuldar Sikk EST Ford 2:27,9
7. Jewgeni Nowikow / Ilka Minor RUS/AUT Ford 5:51,6
8. Chris Atkinson /Stephane Prevot AUS/BEL Mini 6:42,4
9. Martin Prokop / Zdenek Hruza CZE Ford 8:46,8
10. Sebastien Chardonner / Thibaut de La Haye FRA Citroen 9:00,7
18. Andreas Aigner / Detlef Ruf AUT/GER Proton 22:33,6

WM-Wertungen

Fahrer:

1. Sebastien Loeb FRA Citroen 145
2. Mirko Hirvonen FIN Citroen 107
3. Petter Solberg NOR Ford 90
4. Mads Östberg NOR Ford 80
5. Jewgeni Nowikow RUS Ford 55
6. Jari-Matti Latvala FIN Ford 54
7. Martin Prokop CZE Ford 36
8. Thierry Neuville BEL Citroen 32
9. Daniel Sordo ESP Mini 29
10. Nasser Al-Attijah QAT Citroen 23
Stand nach sieben von 13 WM-Läufen

Konstrukteure:

1. Citroen 453
2. Ford 307
3. M-Sport Ford 170
4. Adapta Ford 83
5. Citroen Junior 72
6. Katar Citroen 71
Endstand nach 13 WM-Läufen

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Publiziert am 06.10.2012