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Lediglich sechs Games geholt

Nur kurz war der Auftritt von Tamira Paszek bei den Generali Ladies: Die heimische Nummer eins, in Linz als Nummer sieben gesetzt, musste sich in der ersten Runde Bethanie Mattek-Sands 2:6 4:6 geschlagen geben.

Die US-Amerikanerin, die mit türkisfarbenem Zopf und weißen Kniestrümpfen antrat, erwies sich als konstanter als die Vorarlbergerin, die zum dritten Mal in Linz an einer Qualifikantin scheiterte. „Mir geht hier der Knopf nicht auf“, ärgerte sich Paszek. „Sie hat mir wenig geschenkt, ich ihr dafür umso mehr. Schade, dass ich mein Vorhaben hier nicht in die Tat umsetzen konnte. Die Enttäuschung ist sehr groß.“

„Zu viele Fehler“

Die Gründe für die Niederlage waren für Paszek schnell gefunden: „Ich habe mich lange Zeit schlecht bewegt und zu spät ins Match gefunden. Alles in allem waren es zu viele Fehler von meiner Seite“, analysierte die dreimalige Siegerin von WTA-Turnieren, die auch den erhöhten Druck eines „Heimspiels“ verspürte: „Das ist kein einfacher Faktor, das hemmt“, gab die Wimbledon-Viertelfinalistin zu.

Paszek hatte einen klassischen Fehlstart erwischt, nach einer Viertelstunde lag sie bereits 0:3 im Rückstand. Mattek-Sands zeigte sich gewohnt angriffslustig, attackierte das meist harmlose Service von Paszek und schloss einige Punkte nach guter Vorarbeit mit souveränen Volleys am Netz ab. Paszek fand hingegen nie zu ihrem Spiel, zumal auch ihre Grundschläge drucklos über das Netz segelten.

Betthanie Mattek-Sands (USA)APA/Barbara GindlMattek-Sands hatte den Ball immer im Blickpunkt und Paszek im Griff

Mattek-Sands mit Oberwasser

Als Paszek auf 1:3 verkürzte, hofften die etwa 500 Fans auf eine Wende. Doch Mattek-Sands, die für ihre Verhältnisse mit einem violetten Oberteil und einem weißen Rock geradezu konservativ gekleidet war, ließ nicht locker und erhöhte auf 4:1. Vor allem die beidhändig geschlagene Longline-Rückhand von Mattek-Sands bereitete Paszek immer wieder Kopfzerbrechen.

Im sechsten Game hatte Mattek-Sands sogar die Gelegenheit, ihre Führung auf 5:1 auszubauen, sie riskierte aber zu viel beim Return, und Paszek konnte ihr Service halten. Dasselbe schaffte anschließend auch Mattek-Sands, sie markierte das 5:2. Im achten Game hatte Mattek-Sands ihren ersten Satzball, den sie mit einem „unforced error“ vergab, der zweite saß aber: Ein Return-Winner brachte ihr nach 39 Minuten das ungefährdete 6:2.

Paszek findet kein Rezept

In dieser Tonart ging es weiter: Mattek-Sands besorgte sich mit eigenem Aufschlag das 1:0, der entscheidende Punkt glückte ihr mit einem herrlichen Passierball. Im folgenden Game nahm sie Paszek den Aufschlag ab, wobei sie erst den fünften Breakball verwerten konnte, als Paszek einen schönen Drop-shot von Mattek-Sands nicht mehr über das Netz brachte.

Die Stimmung in der TipsArena war nahezu auf dem Nullpunkt, wenngleich das Publikum, in dem sich unter anderem auch LASK-Präsident Peter-Michael Reichel befand, die wenigen guten Aktionen der Österreicherin lautstark beklatschte. Mattek-Sands war davon allerdings kaum zu beeindrucken, ohne Schwierigkeiten fixierte sie mit eigenem Aufschlag das 3:0.

Tamira PaszekAPA/Barbara GindlDen eigenen Aufschlag brachte Paszek nur selten durch

Publikum schöpft Hoffnung

Nun schlichen sich ins Spiel von Mattek-Sands, die bis dato nahezu perfekt agiert hatte, einige Fehler ein. Paszek stellte auf 1:3, und im anschließenden Game glückte ihr erstmals in dieser Partie ein Break. Ausschlaggebend war ein Outball von der Longline-Rückhand der US-Amerikanerin – ein Schlag, der davor stets exakt auf der Linie eingeschlagen hatte. Sollte das Match kippen?

Die Hoffnung unter den Zuschauern wuchs, als Paszek kurz danach den 3:3-Ausgleich fixierte. Im achten Game stand es 30/30, als Paszek in Bedrängnis geriet, aber einen Zauberschlag auspackte: Ein mit Unterschnitt gespielter kurzer Cross mit der Vorhand überraschte die ans Netz aufgerückte Mattek-Sands, die den Ball passieren lassen musste. Ein Vorhand-Winner von Paszek brachte das 4:4.

Wende bleibt aus

Mattek-Sands stabilisierte sich wieder und holte das neunte Game. Danach wurde es extrem brenzlig für Paszek, die sich bei 15/40 zwei Matchbällen gegenübersah. Den ersten wehrte Paszek mit einer starken Vorhand ab, den zweiten mit einem Passierball. Mattek-Sands erkämpfte sich einen dritten Matchball, Paszek machte aber auch diesen unschädlich. Ein Netzroller bescherte Mattek-Sands Matchball Nummer vier, Paszek „verwertete“ selbst nach 1:38 Stunden mit einem Doppelfehler.

Damit bleibt die Bilanz von Paszek in der Stahlstadt bescheiden: Zwei Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber. Dennoch verlässt die 21-Jährige Linz noch nicht: Im Doppel steht sie mit der Rumänin Sorana Cirstea im Viertelfinale, in dem das als Nummer zwei gesetzte Duo Julia Görges/Barbora Zahlavova-Strycova (GER/CZE) wartet. „Das gibt es erst seit heuer, dass ich im Doppel länger dabei bin als im Einzel“, scherzte Paszek.

Christoph Lüftl, ORF.at aus Linz

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Publiziert am 10.10.2012