Themenüberblick

Drei klar definierte Ziele

Benjamin Raich hat noch lange nicht genug. 16 Jahre und sieben Monate nach seinem Debüt im alpinen Skiweltcup ist der Tiroler fit und motiviert wie in seinen besten Zeiten. Mit drei klar definierten Zielen geht der 34-Jährige in die am 28. Oktober mit einem Riesentorlauf in Sölden beginnende Weltcup-Saison 2012/13: Gesamtweltcup, WM-Medaille und Premierensieg in der Abfahrt.

„Die Ziele gehen mir sicher nicht aus“, sagte Raich. Und das, obwohl der Pitztaler schon fast alles gewonnen hat, was es zu holen gibt: zweimal Olympiagold, drei WM-Titel, eine große und sechs kleine Weltcup-Kristallkugeln, dazu 36 Weltcup-Siege in vier Disziplinen. Nur in der schnellsten Disziplin fehlt dem Tiroler noch ein Sieg. Den will Raich im WM-Winter einfahren.

Walchhofer liefert Input

„Ein Sieg in der Abfahrt fehlt mir noch. Ich habe mich deshalb in dieser Disziplin auch intensiver vorbereitet“, so Raich. Seine besten Karriereplatzierungen in der Abfahrt waren Rang zehn 2006 in Kitzbühel und Platz fünf beim Weltcup-Finale 2012 auf der kommenden WM-Strecke in Schladming. „Da hat man gesehen, dass etwas möglich ist“, erklärte Raich.

Benjamin Raich

GEPA/Philipp Brem

Raich blickt erwartungsvoll in Richtung kommende Saison

Den Abfahrtsschwerpunkt hat Raich beim ÖSV-Sommercamp im chilenischen Portillo gelegt, seine technischen Paradedisziplinen kamen aber beim Training in Ushuaia (Argentinien) ebenfalls nicht zu kurz. Um den Traum vom Abfahrtssieg zu verwirklichen, greift Raich auf das Know-how von Österreichs langjähriger Nummer eins, Michael Walchhofer, zurück.

„Walchi war gleich Feuer und Flamme von meiner Idee. Wir diskutieren über Material, Technik, Kurvengefühl und analysieren Videos“, sagte Raich über die Zusammenarbeit mit Österreichs erfolgreichstem Abfahrer der vergangenen Jahre. Als Teil seines Trainerteams könne man den Salzburger aber nicht bezeichnen. „Er liefert zusätzlichen Input“, sagte Raich.

Gesamtweltcup im Visier

Gute Abfahrtsergebnisse kämen Raich natürlich auch bezüglich seiner Ambitionen im Gesamtweltcup sehr gelegen. „Natürlich ist der Gesamtweltcup ein Ziel. Ich fahre alle fünf Disziplinen, damit ist die Basis gelegt. Aber man muss abwarten, ob man gesund bleibt, und wie es läuft. Es klingt zwar langweilig, aber man muss von Rennen zu Rennen schauen. Anders geht es nicht“, sagte Raich, der sich je nach Situation aber auch die eine oder andere Rennpause gönnen wird.

Körperlich fühlt sich Raich trotz vieler hundert Rennstarts und Trainingstage in seiner Karriere blendend. Auch das linke Knie macht rund eineinhalb Jahre nach einem Kreuzbandriss keine Probleme. „Ich fühle mich im Vergleich zu vor zehn Jahren sogar deutlich besser, ich habe keine Probleme mit dem Rücken und den Knien. Es läuft alles sehr gut“, so Raich, der zudem gemeinsam mit Lebensgefährtin Marlies Schild seinen Hauptsponsorvertrag bis zur Olympiasaison 2013/14 verlängern konnte.

Links: