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FIS hätte „absolut keine Bedenken“
Aller Voraussicht nach würde Vonn nach einem offiziellen Antrag grünes Licht für einen Geschlechterkampf in jenem Weltcup-Ort, wo sie neun ihrer insgesamt 26 Abfahrten gewonnen hat, gegen Klaus Kröll und Kollegen bekommen. Allerdings hat die Sache für die US-Amerikanerin auch einen Haken. Vonn müsste nicht nur auf die gleichzeitig in Aspen (RTL, Slalom) stattfindenden Damen-Rennen verzichten, sondern auch auf die eine Woche später ausgetragenen Bewerbe in Lake Louise.
„Das wäre ein zu großer Trainingsvorteil. Wenn sie die Erlaubnis für die Herren-Rennen bekommt, dürfte sie bei den Damen in Lake Louise nicht starten. So viel steht fest“, erklärte Hujara, der rein vom Regelwerk her kein Problem für einen Start sehen würde, die Auflagen für Vonn. „Wenn der amerikanische Skiverband eine offizielle Anfrage stellt, wird sich der FIS-Vorstand damit befassen“, stellte Hujara klar.
APA/EPA/Nick DidlickIm Skizirkus wird Lake Louise auch als „Lake Lindsey“ bezeichnetRisiko für Gesamtweltcup
Ob sich Vonn trotzdem für einen Herren-Start entscheidet, ist mehr als fraglich. Die 28-Jährige schloss nämlich ein Antreten aus, sollte ihr das Damen-Wochenende in Lake Louise dadurch verwehrt werden. „Es gibt dort zwei Abfahrten und einen Super-G. Für den Abfahrts- und Gesamtweltcup sind das sehr wichtige Rennen für mich. Die würde ich nicht aufs Spiel setzen“, erklärte Vonn gegenüber der „New York Times“.
Der historische Vergleich mit den Männern könnte Vonn auf dem Weg zu ihrem fünften Sieg im Gesamtweltcup bis zu 400 Punkte kosten. Zwar hätte sie im Vorjahr auch ohne diese Zähler die große Kristallkugel mit 178 Punkten Vorsprung auf die Slowenin Tina Maze geholt, ob dieses Risiko eingegangen werden wird, liegt auch in den Händen des Skiverbands U.S. Ski and Snowboard Association (USSA).
Ball liegt bei der USSA
Vonn hat die Anfrage für die Starterlaubnis an Hujara nämlich als Privatperson geschickt, einen offiziellen Antrag kann aber nur der nationale Skiverband stellen. „Der erste Schritt muss von der USSA kommen. Solange das nicht der Fall ist, gibt es keinen Fall“, erklärte der Herren-Chef die bürokratische Vorgehensweise. Der USSA-Antrag müsste auf jeden Fall vor dem 3. November eingebracht werden, denn dann findet im Schweizer Oberhofen die nächste FIS-Sitzung statt.
Der amerikanische Skiverband hat sich allerdings noch nicht wirklich damit befasst. „Wir haben großen Respekt vor Lindseys Leistungen in diesem Sport und vor ihrem Wunsch, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Aber wir haben weder mit ihr noch mit der FIS offizielle Gespräche geführt“, erklärte USSA-Sprecher Tom Kelly.
Höfl-Riesch: „Das hat sie gar nicht nötig“
Maria Höfl-Riesch kann mit dem Plan ihrer Freundin auf jeden Fall recht wenig anfangen. „Ich würde nie Garmisch auslassen, um woanders zu fahren“, sagte die Deutsche. Schließlich finde am selben Wochenende Vonns Heimrennen im amerikanischen Aspen statt. „Ich kenne den genauen Hintergrund nicht. Meine Vermutung ist, dass sie das als Extraeinheit nutzen will. Aber das hat sie gar nicht nötig“, sagte Hölf-Riesch.
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Publiziert am 10.10.2012