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„Mir geht hier der Knopf nicht auf“

Wieder nichts ist es aus den großen Plänen von Tamira Paszek in Linz geworden. Die 21-Jährige unterlag bei den Generali Ladies in Runde eins Bethanie Mattek-Sands mit 2:6 4:6 und musste damit den Traum vom erstmaligen Viertelfinal-Einzug beim Heimturnier vorzeitig begraben. „Mir geht hier der Knopf nicht auf“, ärgerte sich Paszek über ihre Heimschwäche. Nun gilt alle Konzentration dem Tennisjahr 2013.

Paszek gab sich nach der Niederlage am Dienstag gegen die Nummer 201 der Weltrangliste selbstkritisch: „Es waren zu viele Fehler“, brachte es die Siegerin des Rasenturniers in Eastbourne auf den Punkt. „Am Schluss war es ein bisschen unglücklich aus meiner Sicht, zuerst ein Netzroller von ihr, dann ein Doppelfehler von mir. Aber sie hat super gespielt“, erklärte Paszek ihre Pleite gegen die US-Amerikanerin.

Tamira Paszek  (AUT) gratuliert Betthanie Mattek-Sands (USA) nach dem Spiel

APA/Barbara Gindl

Für Paszek (re.) kam das Aus früher als erwartet

Der Krampf mit den Qualifikantinnen

Der vermeintliche Vorteil des Heimturnieres habe sich als Nachteil erwiesen: „Das ist kein einfacher Faktor. Man will gerade hier das Beste geben, und wenn es dann nicht gleich funktioniert, wird man schneller nervös als im Ausland“, so Paszek. „Irgendwann werde ich anfangen, damit umgehen zu können“, glaubt die zweimalige Wimbledon-Viertelfinalistin.

Besonders schmerzt Paszek die Tatsache, dass es in Linz zum wiederholten Male gegen eine der Papierform nach schwächere Gegnerin nicht zum Sieg gereicht hat: „Viermal gegen eine Qualifikantin, einmal gewonnen“, rechnete die Dornbirnerin vor, die nur 2005 und 2007 das Achtelfinale in Linz erreichte.

Vorfreude auf den Urlaub

Nun gelte es, die Batterien wiederaufzuladen und gut in die nächste Saison hineinzukommen. „Ich werde nächste Woche noch in Luxemburg spielen, und dann folgen bald zwei Wochen Urlaub.“ Den werde sie voraussichtlich auf den Malediven verbringen – ohne ihren Freund, den Wolverhampton-Legionär Georg Margreitter („Das wird leider auch in den nächsten zehn Jahren so bleiben“), und ohne Tauchabenteuer („Ich habe panische Angst vor Haien und habe unlängst sogar von ihnen geträumt“).

Oberste Priorität für 2013 habe selbstredend die Gesundheit: „Ich möchte verletzungsfrei durchspielen. Dann muss ich auch nicht so viel nachdenken, und je mehr ich denke, desto mehr wackelt das Ganze“, so Paszek, die im ersten Halbjahr kaum Punkte zu verteidigen hat: „Da sind einige Möglichkeiten da.“ Trainiert wird im Winter übrigens nicht daheim in Vorarlberg („zu kalt“), sondern in Florida.

Zusammenarbeit mit Pavel wird ausgebaut

Fix an Bord ist im nächsten Jahr Trainer Andrei Pavel. Die Zusammenarbeit mit dem Rumänen, die recht spontan zustande gekommen war, wurde für heuer mit zehn Wochen anberaumt, im Endeffekt waren es aber sogar 13. Mehr war nicht möglich, da sich Pavel auch um seine Tennisakademie kümmern musste.

In Linz war Pavel zum Leidwesen von Paszek nicht dabei – „aus familiären Gründen“, wie „Mimi“ betonte. Nächstes Jahr müsse er aber unbedingt zu den Generali Ladies kommen: „Das kreuze ich als Erstes an“, lachte Paszek. 2013 wird Pavel ständig mitreisen, auch ein Fitnesscoach und eventuell ein Osteopath sollen ins Team aufgenommen werden. Der Vertrag mit Manager Ronald Leitgeb läuft hingegen aus – man werde sich „freundschaftlich“ trennen, hob Paszek hervor.

Paszek, die Doppel-Spezialistin

Was Paszek im abgelaufenen Jahr besonders freute, war ihr Einzug in die Top 100 der Doppel-Rangliste. „Das war ursprünglich ja aussichtslos“, sagte Paszek, die in Linz im Doppel bereits im Viertelfinale steht: „Das ist erst seit heuer so, dass ich im Doppel länger dabei bin als im Einzel“, wunderte sich Paszek, die mit der Rumänin Sorana Cirstea auf Julia Görges/Barbora Zahlavova-Strycova (GER/CZE/2) trifft.

Von ihrer vermehrten Aktivität im Doppel profitiere sie auch für das Einzel: „Im Spiel gegen Mattek-Sands war ich zweimal am Netz, vor einem Jahr wäre ich dort überhaupt nicht gewesen. Künftig muss ich, wenn ich die Chance habe, nach vorne gehen“, kündigte sie für die nächste Zeit eine Änderung in ihrem „Game-Plan“ an.

Christoph Lüftl, ORF.at aus Linz

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