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Arbeitstag nach 66 Minuten zu Ende
Jetlag, Müdigkeit, ein relativ kleines Turnier – Asarenka ließ von der ersten Sekunde an keine Zweifel daran aufkommen, dass sie ihren Beruf mit einem Höchstmaß an Professionalität ausübt und sich von derartigen Begleiterscheinungen nicht im Geringsten beeindrucken lässt. Die 23-Jährige war von Beginn an voll bei der Sache und ließ der bedauernswerten Niederländerin nicht den Hauch einer Chance.
Nach der Partie gab Asarenka allerdings zu: „Es hat sich auf dem Platz vielleicht nicht so ausgewirkt, aber ich fühle den Jetlag definitiv gerade jetzt. Aber ich habe gut gespielt und mich gut an die Bedingungen hier angepasst. Ich habe nicht erwartet, dass ich heute schon so gut spiele“, erklärte die Olympiasiegerin im Mixed-Doppel.
GEPA/Matthias HauerAsarenka wurde im Auftaktspiel ihrem Status als Nummer eins der Welt gerechtKein Mitleid mit Rus
Nur eine Viertelstunde dauerte es, bis auf dem Scoreboard 4:0 aufschien, und nach dem fünften Game zu Gunsten von Asarenka bekam sogar Schiedsrichterin Kerrilyn Cramer Mitleid mit Rus: Fälschlicherweise erkannte die Australierin dieses Game der 21-Jährigen zu - ein Missgeschick, das sie aber klarerweise umgehend korrigierte.
Wie fokussiert Asarenka auf ihre Aufgabe ist, beweist folgende Episode: Bei 5:0 15/15 servierte sie ein Ass, das aber als „out“ gewertet wurde. Das Hawk-Eye sah es allerdings anders, zwei neue Bälle waren die Folge. Das wiederum ärgerte Asarenka, sie beharrte trotz des mehr als eindeutigen Spielstandes darauf, dass ihr Ass gewertet werden müsse. Allein, sie blitzte sie mit dieser Forderung ab. Dennoch war nach 26 Minuten das 6:0 in trockenen Tüchern.
Minimalziel Ehrengame geschafft
Im zweiten Satz änderte sich wenig am Bild: Asarenka dominierte nach Belieben, Rus kämpfte tapfer mit, hatte aber meist das schlechtere Ende für sich. Die etwa 2.000 Zuschauer beklatschten daher lautstark den Teilerfolg der Linkshänderin, der ein Gamegewinn zum 1:2 gelang. Zur allgemeinen Überraschung schaffte Rus im sechsten Game sogar ein Break gegen Asarenka, was das 2:4 bedeutete.
Einen Spielball zum 3:4 vergab Rus, ehe die Dinge wieder ihren gewohnten Gang nahmen und Asarenka auf 5:2 stellte. Damit war der Widerstand der Außenseiterin endgültig erschöpft, Asarenka servierte zu 15 aus und verwertete ihren ersten Matchball. „Ich wollte mein bestes Tennis bieten, leider haben sich im zweiten Satz einige Fehler eingeschlichen“, sagte Asarenka, die es im Achtelfinale mit der Rumänin Simona Halep zu tun bekommt.
Nächste Gegnerin ist Halep
„Das ist keine einfache Aufgabe", betonte Asarenka, sie ist eine gute Spielerin mit guten Schlägen. Wenn sie ihr Spiel durchzieht, wird es schwierig.“ Heuer trafen die beiden im Achtelfinale von Doha aufeinander, Asarenka gewann locker 6:3 6:1. In weiterer Folge konnte die Minskerin dieses Zwei-Millionen-Dollar-Turnier für sich entscheiden.
Dass Asarenka aber bei aller Konzentration auf ihren Job für andere Dinge empfänglich ist, zeigt die Tatsache, dass sie die kulinarischen Spezialitäten von Österreich sehr zu schätzen weiß: „Für ein Schnitzel könnte ich sterben! Und auch auf einen Apfelstrudel freue ich mich sehr“, sagte die Olympiadritte, die sich in Linz laut eigenen Angaben „sehr wohlfühlt“.
Ivanovic hofft auf Linz-Rekord
Ein ganz besonderes Kunststück peilt Ana Ivanovic an. Die Serbin könnte als erste Spielerin in der 22-jährigen Geschichte des Turniers zum dritten Mal den Siegerscheck in Empfang nehmen. Die erste Hürde ist jedenfalls genommen: Ivanovic besiegte die Rumänin Monica Niculescu nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 7:5 6:3. Die Linz-Bilanz der 24-Jährigen steht damit bei 15:2.
Im ersten Satz verlor Ivanovic zwar ihr Service zum 3:4, schaffte aber sofort das Rebreak und holte sich den Aufschlag ihrer Gegnerin ein weiteres Mal zum 7:5. Im zweiten Durchgang ging die Belgraderin 4:1 in Führung und spielte danach den Sieg problemlos heim. Die Nummer zwei des Generali Ladies spielt nun im Achtelfinalschlager gegen Andrea Petkovic (GER).
Görges bereits im Viertelfinale
Erste Viertelfinalistin ist Julia Görges. Die Deutsche, die zum Auftakt Daniela Hantuchova (SVK) das Nachsehen gegeben hatte, setzte sich gegen Romina Oprandi 6:3 6:3 durch. Die seit heuer für die Schweiz spielende gebürtige Italienerin hatte in der Vorwoche mit dem Einzug ins Peking-Viertelfinale für Aufsehen gesorgt.
Für Sandra Klemenschits kam hingegen das Aus: Die 29-jährige Doppel-Spezialistin musste sich im Viertelfinale mit Mervana Jugic-Salkic (BIH) dem Duo Maria-Elena Camerin/Simona Halep (ITA/ROU) 0:6 6:4 7/10 geschlagen geben. Am Donnerstag trifft Tamira Paszek mit der Rumänin Sorana Cirstea im Viertelfinale auf das als Nummer zwei gereihte Duo Görges und Barbora Zahlavova-Strycova (CZE).
Christoph Lüftl, ORF.at aus Linz
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Publiziert am 11.10.2012