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Manchester war sein Schicksal

Ganz England gratulierte am Donnerstag einem seiner größten Fußballhelden. Sir Robert „Bobby“ Charlton feierte seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist immer noch der englische Rekordtorschütze im Nationalteam und führte die „Three Lions“ 1966 zum bisher einzigen WM-Titel. Er stand zudem 19 Jahre für Manchester United seinen Mann.

Mit 49 Treffern aus 106 Länderspielen ist Charlton noch immer der erfolgreichste Torschütze der englischen Nationalmannschaft. Auch seine 249 Tore aus 758 Partien für United, wo er 19 Jahre lang als Aktiver unter Vertrag stand, sind unübertroffen. Mehr Spiele für die „Red Devils“ aus Manchester hat nur der immer noch aktive, inzwischen 38-jährige Waliser Ryan Giggs bestritten.

Fußball-Legende Bobby Charlton

APA/EPA/Jose Mendez

Sir Robert hält noch immer den Torrekord im englischen Nationalteam

München prägte Leben

Manchester United sollte Charltons Schicksal werden. Dieses war eng verknüpft mit dem tragischen 6. Februar 1958. Als 20-Jähriger war er zusammen mit den anderen „Busby Babes“, wie die Talenteschar von Trainerlegende Matt Busby genannt wurde, auf dem Heimflug aus Belgrad. Auf dem Flughafen München-Riem, wo man zum Auftanken zwischengelandet war, passierte die Katastrophe nach dem dritten Startversuch bei schneebedeckter Piste.

Acht United-Spieler kamen ums Leben. Charlton wurde mit seinem Sitz aus dem Flugzeug geschleudert und überlebte ohne gröbere körperliche Verletzungen. „Der Absturz prägte mein Leben“, sagte er später. Rund um Charlton baute Busby das Team neu auf. Bis in die Gegenwart hält Charlton seinem Verein die Treue. 1984 wurde er einer der Direktoren von United und agiert vor allem repräsentativ. 1986 setzte er sich bei der Trainersuche für Alex Ferguson ein - mit Erfolg.

Weltmeister 1966

Der Name Bobby Charlton ist auch mit dem bisher größten Erfolg des englischen Nationalteams verbunden. 1966 führte der Mittelfeldspieler die „Three Lions“ bei der Heimweltmeisterschaft zum ersten und bisher einzigen Titel. Geoff Hurst war beim 4:2-Sieg nach Verlängerung im Finale über Deutschland mit drei Toren zwar der große Held, doch auch Charlton trug eine wichtigen Teil zum Sieg bei. „England konnte 1966 nur gegen uns gewinnen, weil Bobby Charlton ein kleines bisschen besser war als ich“, sagte etwa Franz Beckenbauer.

Charlton setzte nicht nur auf dem Spielfeld Akzente. Mit seiner Kultfrisur, dem „Charlton Combover“, leistete der Jubilar einen Beitrag zur englischen Fußballfolklore. Sir Robert, den die Queen 1994 zum Ritter schlug, verkörpert auch heute noch den Würdenträger Fußballenglands. Sein Trainer-Ziehvater Busby sagte einst über ihn: „Es gab nie einen populäreren Fußballer. Er war als Spieler wie auch als Mensch so perfekt, wie man nur sein kann.“

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