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Hält die WM-Führung?
Gewinnt Weltmeister Vettel am Sonntag in Yeongam (Start 8.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) sein drittes Rennen in Folge, dann geht er in der WM am derzeit vier Punkte vor ihm liegenden Spanier vorbei. Entsprechend groß ist der Druck, der vor dem fünftletzten Saisonrennen auf Alonso lastet. Seit seinen beiden WM-Titeln 2005 und 2006 mit Renault wartet er auf den ersehnten dritten, den ihm bisher auch Ferrari nicht bescheren konnte. Vor zwei Jahren war er ganz knapp dran, ehe ihm Vettel im letzten Saisonrennen in Abu Dhabi noch die Krone wegschnappte.
„Schwer zu sagen, wo wir stehen“
Die Geschichte könnte sich heuer wiederholen. Red Bull zeigte am Freitag mit den Plätzen eins und zwei im Freien Training durch Vettel und Mark Webber erneut, dass der Wagen zu alter Stärke zurückgekehrt ist. Dazu kommt, dass Vettel den Grand Prix im Vorjahr gewann und bei der ersten Auflage 2010 in Führung liegend ausschied.
Kleiner Trost für Alonso: Er „erbte“ vor zwei Jahren den Sieg in Yeongam und war am Freitagnachmittag als Trainingsdritter auch derjenige, der dem Red-Bull-Duo am nächsten kam. Allerdings war Lewis Hamilton im McLaren am Vormittag noch etwas schneller gewesen als der 31-Jährige. „Es ist schwer zu sagen, wo wir im Vergleich zu den anderen stehen“, sagte Alonso nach dem Training. „Wir haben uns heute vor allem auf uns selbst konzentriert. Am Vormittag haben wir am Aufbau des Autos gearbeitet, am Nachmittag an den Reifen.“
Reuters/Woohae ChoBei Ferrari arbeitet man mit Hochdruck am erhofften TitelgewinnVettels Retourkutsche
Vettel kostete unterdessen die aktuelle Überlegenheit mit einem kleinen Seitenhieb auf den Konkurrenten aus. „Ich habe kein Twitter“, sagte der 25-Jährige, nachdem er auf die an ihn gerichteten Botschaften des Spaniers angesprochen worden war. Via Internet hatte Alonso dem Deutschen zuletzt verpackt in alte japanische Kriegsweisheiten mitgeteilt, immer einen Alternativplan zur Verfügung zu haben. „Ich weiß nicht, ob man das heute so lösen muss. Zu viel philosophieren, was richtig ist und was nicht, ist nicht unser Ding“, so Vettel.
„Eine echte Herausforderung“
Für seinen Teamchef Christian Horner wäre der Titel in diesem Jahr „der größte Triumph überhaupt“. Der Brite sieht einen neuen WM-Erfolg des Doppelweltmeisters in dieser Saison als den schwierigsten überhaupt an. „Dieses Jahr ist für uns aufgrund der Regeländerungen im Winter eine echte Herausforderung. Wer auch immer am Ende den Titel holt, hat ihn absolut verdient, denn es ist sicher eines der härtesten Jahre in der jüngsten Formel-1-Vergangenheit“, sagte Horner.
In der Favoritenrolle will der Brite sein Team nicht sehen. „Wenn uns diese Saison eines gelehrt hat, dann, dass Vorhersagen unmöglich sind. Wir hatten in Singapur und Suzuka zwei starke Rennen, aber uns stehen noch fünf Rennen bevor. Wir gehen die Sache Schritt für Schritt an und denken nur von Rennen zu Rennen.“ Für Brisanz dürfte jedenfalls auch am Sonntag gesorgt sein.
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Publiziert am 12.10.2012