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Späte Erlösung in Torshavn

Die Färöer haben in der Österreich-Gruppe C der WM-Qualifikation ein paar Minuten von einer Sensation geträumt. Der Außenseiter ging am Freitagabend in Torshavn gegen Schweden in Führung. Am Ende mussten sich die tapferen Inselkicker aber doch noch mit 1:2 geschlagen geben. Den Siegestreffer für den EM-Teilnehmer erzielte Superstar Zlatan Ibrahimovic erst in der 75. Minute.

Rogvi Baldvinsson hatte die Hoffnungen der Gastgeber durch sein Tor zum 1:0 in der 57. Minute für kurze Zeit genährt. Nur acht Minuten nach dem Rückstand glich der kurz davor eingewechselte Alexander Kacaniklic aber aus. Und schließlich war es PSG-Torjäger Ibrahimovic, der die Partie weitere zehn Minuten später endgültig drehte. Schweden hält nun nach zwei Spielen beim Maximum von sechs Punkten. Die Skandinavier treffen am Dienstag in Berlin auf Deutschland.

Zlatan Ibrahimovic (Schweden) schießt ein TorReuters/Andrija IlicZlatan Ibrahimovic avancierte zum Matchwinner der Schweden

Heißer Tanz für Deutsche in Dublin

Der haushohe Gruppenfavorit will am Abend die Rollenverteilung im Rennen um die WM-Qualifikation nachdrücklich bestätigen. Nach dem hart erkämpften Erfolg in Wien peilt Joachim Löw mit der DFB-Elf nun Siege in Irland und gegen die Schweden an. „Wir wollen beide Spiele gewinnen“, versicherte der deutsche Bundestrainer vor der unangenehmen Aufgabe in Dublin, wo die kampfstarken Iren warten.

Der bei den irischen Fans und Medien mittlerweile nicht mehr unumstrittene Italiener Giovanni Trapattoni muss aber auf die Stammkräfte Robbie Keane, Richard Dunne, Sean St. Ledger, Glenn Whelan und Kevin Doyle verletzungsbedingt verzichten. Für den deutschen Regisseur Mesut Özil wird vom irischen Teamchef ein Spezialbewacher abgestellt, wie Assistenzcoach Marco Tardelli bestätigte. Dieser dürfte dem Profi von Real Madrid permanent auf den Zehen stehen.

Deutsche Nationalspieler beim LauftrainingAP/Michael ProbstBraust der Deutschland-Express in der WM-Quali auch über Irland hinweg?

Podolski erwartet „40.000 verrückte Fans“

Allgemein werden die „Boys in Green“ wohl die eher raue Gangart bevorzugen, wie auch Bastian Schweinsteiger mutmaßte. „Es ist nicht einfach, dort zu gewinnen. Die Iren sind kämpferisch stark, spielen mit großem Herzen, haben mit Giovanni Trapattoni einen Trainerfuchs und ein leidenschaftliches Publikum“, sagte der Mittelfeldmann vom FC Bayern, der nach einer Verletzungspause ins Nationalteam zurückkehrte.

„Irland ist ein unangenehmer Gegner“, warnte auch England-Legionär Lukas Podolski (Arsenal). Im neuen Aviva-Stadion würden die Gastgeber von „40.000 verrückten Fans“ nach vorne getrieben. Das letzte Siegestor gegen Irland erzielte Podolski im September 2006 mit einem abgefälschten Freistoß beim zähen 1:0 in Stuttgart. Der jüngste deutsche Sieg auf der grünen Insel liegt 33 Jahre zurück, im Mai 1979 siegte man 3:1.

Klose in Form

Eine Niederlage wäre für die Deutschen historisch: auswärts ging der dreifache Weltmeister in der WM-Qualifikation noch nie als Verlierer vom Platz. Für Deutschlands Tore soll Miroslav Klose sorgen. In der italienischen Serie A zeigte sich der Routinier vor seinem 125. internationalen Einsatz treffsicher und traf bei Lazio Roms 3:0 in Pescara doppelt.

Mit einem Tor in Dublin würde der 34-Jährige auch Uli Hoeneß Lügen strafen. Der Bayern-Präsident hatte ihn in einem „Spiegel“-Interview beim Vergleich mit Rekordtorjäger Gerd Müller abqualifiziert. Im Gegensatz zum Münchner „Bomber“ habe Klose „80 Prozent seiner Tore gegen Liechtenstein und Co. erzielt, mindestens!“ Klose fehlen noch vier Tore auf die Marke von Müller.

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Publiziert am 12.10.2012