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Fehler in der Vergangenheit
Im Vorjahr beendete der 19-jährige Thiem bereits in der ersten Runde zwar die zweite Karriere des 45-jährigen Muster, trotzdem prophezeite Letztgenannter nach der Auslosung vor Journalisten am Samstag keine rosige Zukunft für Österreichs Tennis. „In den Neunzigerjahren wurden zu viele Fehler gemacht“, so Muster, der 1995 in Paris als erster und bisher einziger Österreicher einen Einzel-Bewerb bei einem Grand Slam gewinnen konnte. Mehr dazu in tvthek.ORF.at
Bei Melzer ist nichts passiert
Hinter Melzer klaffe ein riesiges Loch. Und bei dem 31-Jährigen selbst sei laut Muster nach seinem Turniersieg Ende Februar in Memphis nichts passiert. „Aber solange er Geld verdient und Doppel spielt, ist er eben dabei“, fand die ehemalige Nummer eins der Tenniswelt nur wenig schmeichelhafte Worte für seinen Nachfolger als bester Spieler Österreichs. Der Hinweis auf die in letzter Zeit vermehrten Verletzungsbeschwerden des Niederösterreichers ließ Muster kalt.
APA/Helmut FohringerFür Muster (l.) tut sich hinter Melzer im heimischen Tennis nicht viel„Er war acht Jahre lang in der Versenkung, bis er wirklich hart zu arbeiten begonnen hat. Diese Verspätung hat sich gerächt, jetzt schlägt der Körper mit vielen Verletzungen zurück. Das ist eine ganz normale Reaktion“, wird der Steirer in der „Tiroler Tageszeitung“ zitiert. Auch Thiem sei in seiner Entwicklung steckengeblieben. „Ich habe schon vor zwei, drei Jahren gesagt, man darf ihn nicht in den Himmel heben“, so Muster, gegen den Thiem vor einem Jahr seinen ersten Sieg auf der ATP-Tour gefeiert hatte.
Davis-Cup-Absturz prophezeit
Dass Österreich im Davis-Cup derzeit in der Weltgruppe mitspielt, würde den Stillstand im heimischen Tennis laut Muster nur kaschieren. Die Vorstellung, Österreich gehöre wirklich zu den 16 besten Tennisnationen der Welt, sei ein Irrglaube. „In ein, zwei Jahren werden wir auch im Davis-Cup ins Niemandsland abstürzen“, sieht Muster für den Verbleib in der Weltgruppe schwarz, „wir nähern uns dem Abgrund.“
Der Fehler liegt für den 45-Jährigen auch in der österreichischen Mentalität. „Wir Österreicher sind Meister im Schönreden, in der Politik, aber auch im Sport“, wird Muster in „Kronen Zeitung“ und „Kurier“ zitiert. Überhaupt sei der Sport in Österreich schlecht organisiert. „Sport ist doch nicht Politik, oder? In Österreich ist dies mit den scheiß Dachverbänden aber nicht anders“, fand Muster deftige Worte.
Worte, die der 45-Jährige aber nicht als Nestbeschmutzung verstanden haben will. Vielmehr möchte Muster aufrütteln. Etwas, das sich auch ÖTV-Präsident Ronald Leitgeb Ende März bei seiner Amtsübernahme erhofft hatte, als er Muster als seinen Berater präsentierte. „Ich hoffe, dass er die kritische Stimme ist, wenn er Fehler im System entdeckt“, sagte Leitgeb damals.
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Publiziert am 16.10.2012