Hawaii bleibt in australischer Hand

Zum sechsten Mal in Folge hat ein Australier den Ironman auf Hawaii gewonnen. Nach 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen gewann der Vorjahreszweite Pete Jacobs erstmals den WM-Titel. Er setzte sich in 8:18:37 Stunden vor dem Deutschen Andreas Raelert (8:23:40) und dem Belgier Frederik van Lierde (8:24:09) durch.

Jacobs setzte mit seinem Sieg die Erfolgsserie der Triathleten aus „down under“ beim bedeutendsten Triathlon der Welt fort, seit 2007 hießen die Sieger Chris McCormack (2007, 2010) und Craig Alexander (2008, 2009, 2011). McCormack gab im Radbewerb wegen Defekts auf, Alexander kam auf Rang elf. Jacobs hatte nach dem Radfahren bereits acht Minuten Rückstand auf Marino Vanhoenacker, beim abschließenden Marathon nutzte der Australier jedoch einen Einbruch des Belgiers und setzte sich 16 km vor dem Ziel an die Spitze.

„Ich liebe diesen Sport“, sagte Jacobs nach dem Rennen, „es war ein unglaublicher Tag." Große Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und wechselnde Winde hatten den Athleten rund um Kailua Kona zugesetzt. Auch der zweitplatzierte Deutsche Raelert war mit Rang zwei zufrieden. Für den 36-Jährigen war es der vierte Podestplatz auf Hawaii in Folge. Ich bin sehr stolz auf mich“, sagte Raelert. „Ich werde es wieder versuchen. Nach einem dritten, einem zweiten, einem dritten und einem zweiten Platz bin ich mehr motiviert denn je.“

Cave löst Wellington ab

Bei den Damen gewann die Britin Leanda Cave (9:15:54) vor Caroline Steffen (SUI/9:16:58) und Mirinda Carfrae (AUS/9:21:41). In den Profibewerben waren keine Österreicher am Start. Auch Cave gelang beim Laufen eine Aufholjagd. Die Britin fing vier Kilometer vor dem Ziel die lange führende Steffen noch ab. Die 33-Jährige trat damit die Nachfolge ihrer viermal erfolgreichen Landsfrau Chrissie Wellington an, die sich eine Auszeit gönnt.

„Ich bin sprachlos“, sagte die Siegerin, die auch auf den kürzeren Distanzen zur Weltspitze zählt. Cave gewann vor fünf Wochen in Las Vegas bereits die 70.3-Ironman-Weltmeisterschaft. Trotz der Anstrengungen war die Britin bald wieder zu Scherzen aufgelegt. „Ich hoffe, sie erfinden nicht noch eine weitere Distanz“, sagte Cave, „ich werde langsam zu alt dafür.“

Eine verblüffende Leistung zeigte die sechsfache Ironman-Weltmeisterin Natascha Badmann, die Sechste wurde. Die am 6. Dezember 46 Jahre werdende Badmann wechselte als Fünfte auf die Laufstrecke, nachdem sie bei windigen Bedingungen in 5:06:07 noch vor Steffen (5:06:49) die beste Radzeit realisiert hatte. Badmann erreichte einen Altersrekord, bereits Ende April hatte sie mit ihrem insgesamt vierten Triumph beim Ironman Südafrika einen ebensolchen erzielt: Mit 45 Jahren und vier Monaten war sie als älteste Ironman-Siegerin in die Geschichte eingegangen.

Publiziert am 14.10.2012