Frust bei Schumacher über Rang 13
Seine „Abschiedstournee“ wird für Michael Schumacher immer bitterer, die Sehnsucht nach der Freiheit von der Formel 1 wächst. Im fünftletzten Grand Prix seiner Rekordkarriere in Südkorea reichte es für den 43-Jährigen nur für Rang 13. „Es gibt Rennen, in denen einfach nichts zusammenpasst, die man schnell abhaken muss. Das war eines dieser Rennen“, klagte Schumacher.
Siebenmal sah der Mercedes-Pilot in dieser Saison nicht das Ziel. Bevor der siebenfache Champion vor zehn Tagen sein endgültiges Karriereende ankündigte, hatte es wenigstens immer für die Punkteränge gereicht, wenn sein „Silberpfeil“ es denn bis ins Ziel schaffte. Nicht einmal das klappte zuletzt noch. Platz elf in Japan vor einer Woche, nun gar nur Rang 13. Der „Leistungsrückschritt“ frustriert.
„Freue mich auf meinen Ruhestand“
Das ist vermutlich nicht das, was sich Schumacher vorgestellt hatte, als er Ende 2009 seine spektakuläre Rückkehr in die Formel 1 verkündete. „Erfüllt hätte mich nur die Meisterschaft. Das war mein Ziel beim Comeback“, offenbarte Schumacher im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). Davon ist Mercedes derzeit Lichtjahre entfernt. In den restlichen vier Rennen dürfte es nur noch darum gehen, den Abstand in der Konstrukteurs-WM auf Sauber (20 Punkte) zu halten und Platz fünf zu sichern.
Kein Wunder, dass Schumacher das Karriereende herbeisehnt. „Ich freue mich auf meinen Ruhestand - so möchte ich es gerne formulieren. Ich denke, dass ich angesichts der Umstände genau die richtige Entscheidung getroffen habe“, sagte Schumacher schon vor dem Südkorea-Rennen. „Es gibt für mich nichts Besseres, als zu Hause zu sein. Das bedeutet für mich Freiheit, und die möchte ich bald wieder genießen“, ergänzte der Routinier.
„Haben unsere Ziele nicht erreicht“
Wohl nur in diesem Frühjahr in China wäre Schumacher in der Lage gewesen, um den Sieg zu fahren. Damals stoppte ihn eine gelöste Radmutter, Teamkollege Nico Rosberg gewann. Immer wieder deutete Schumacher zuletzt an, unzufrieden mit den Ergebnissen der vergangenen drei Jahre im zu schwachen Mercedes gewesen zu sein. „Man muss schon ganz klar sagen, dass wir unsere Ziele nicht erreicht haben“, sagte Schumacher etwa.
Am Sonntag saß er erneut in einem nicht konkurrenzfähigen Dienstwagen. „Michaels Auto hatte zu keinem Zeitpunkt des Rennens den von uns erwarteten Grip“, bekannte Motorsportchef Norbert Haug. Die Entwicklung bei Mercedes geht derzeit nicht voran. Am 25. November in Sao Paulo endet Schumachers bisher enttäuschende Abschiedsreise.
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