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Guter Beginn, schlechtes Ende

Nichts wurde es aus einem neuerlichen Erfolgslauf von Andreas Haider-Maurer bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle. Der 25-Jährige, der 2010 erst im Endspiel von Jürgen Melzer gestoppt worden war, schied wie im Vorjahr bereits in der ersten Runde aus. Stolperstein war diesmal Vasek Pospisil, der kanadische Qualifikant gewann 3:6 7:6 6:1.

„Es waren ganz wenige Punkte. Die ersten zwei Sätze habe ich gut gespielt und kein Break bekommen, aber da habe ich schon gemerkt, dass er immer gefährlicher wird und meinen Aufschlag besser liest. Im dritten Satz konnte ich nach dem schnellen Rückstand meine Konzentration ncht mehr halten“, erzählte Haider-Maurer.

Andreas Haider-MaurerGEPA/Mario KneislDas Tiebreak im zweiten Satz bedeutete den Anfang vom Ende für Haider-Maurer

Der Wahl-Tiroler hatte von Beginn an Druck auf Aufschläger Pospisil gemacht. Schon im zweiten Game fand der ÖTV-Davis-Cupper eine Breakchance vor, die er allerdings vergab. In ähnlichem Stil ging es weiter: Auch im vierten Game gab es zwei Möglichkeiten für Haider-Maurer zum Break, wieder behielt Pospisil die Nerven.

Gute Szenen von Haider-Maurer

Die Zuschauer waren dennoch nicht unzufrieden, und nach einem gelungenen Dropshot von der Grundlinie, der für Pospisil nicht zu erlaufen war, gab es lautstarken Applaus für „AHM“. Im sechsten Game klappte es: Haider-Maurer machte zwei Spielbälle von Pospisil zunichte und verwertete selbst seine erste Chance per Netzroller.

Im anschließenden Aufschlagspiel gab sich der 25-Jährige keine Blöße, die Anzeigentafel verkündete den aus heimischer Sicht erfreulichen Score von 5:2. Pospisil konnte noch auf 3:5 verkürzen, danach servierte Haider-Maurer zu 15 aus. 42 Minuten waren gespielt, das Achtelfinale schien allmählich näherzurücken.

Tiebreak geht an Pospisil

Zu Beginn des zweiten Durchganges hielten beide Spieler ihr Service, ehe es im vierten Game für Haider-Maurer brenzlig wurde. Doch der Weltranglisten-97. wehrte zwei Breakbälle ab und glich zum 2:2 aus. Im Gegenzug ging der 22-Jährige aus Vancouver mit einem Zu-null-Aufschlagspiel, dem dritten en suite, 3:2 in Führung.

Auch in weiterer Folge hielten sich die Aufschläger schadlos, vor allem Pospisil ließ so gut wie nichts zu. Erst bei 5:5 kam Haider-Maurer zu einem 30/0, das er jedoch ungenützt ließ. So kam es, wie es kommen musste: Das Tiebreak musste entscheiden. In diesem gelang zwar Haider-Maurer ein Minibreak zum 1/0, danach ging allerdings nichts mehr beim Österreicher, der die Kurzentscheidung 3/7 verlor.

„Ich habe einen blöden Fehler zum 1/4 gemacht, konnte zwar noch auf 3/4 stellen, aber dann ist er davongerannt“, schilderte Haider-Maurer die wohl vorentscheidende Situation. Pospisil ließ sich in dieser Phase auch von den Fans, die Haider-Maurer vehement anfeuerten, nicht aus der Ruhe bringen und schaffte nach 100 Minuten den Satzausgleich.

Kein Happy End für Haider-Maurer

Der dritte Satz begann denkbar schlecht aus Sicht von Haider-Maurer, der sich sofort einem 0/40 gegenübersah und mit einem unerzwungenen Fehler das Break zum 0:1 kassierte. Pospisil setzte nach, mit einem Love-Game sicherte er sich die 2:0-Führung. Nun war bei Haider-Maurer der Faden endgültig gerissen, er musste ein weiteres Break hinnehmen und lag 0:3 zurück.

Haider-Maurer versuchte, dem Match noch eine Wendung zu geben, doch Pospisil brachte sein Service locker zum 4:0 durch. Anschließend verkürzte Österreichs Nummer zwei zumindest auf 1:4, doch Pospisil gab sich bei eigenem Aufschlag weiter keine Blöße und erhöhte auf 5:1. Haider-Maurer war geknickt, ein weiterer Aufschlagverlust bedeutete bereits das Aus.

Umstellung auf Hardcourt nicht geglückt

Nach 2:06 Stunden stand Pospisil, der im dritten Satz bei eigenem Aufschlag nur einen Punkt abgab, als Achtelfinalist fest. Sein nächster Gegner ist der Italiener Paolo Lorenzi, der am Nachmittag mit einem 6:4 6:4 gegen den als Nummer sieben gesetzten Franzosen Benoit Paire für eine Überraschung gesorgt hatte.

„Die Umstellung von Sand auf Hardcourt dauert immer zwei, drei Turniere. Die erste Woche war eine Katastrophe, vorige Woche war es etwas besser, heute auch, aber es würde noch dauern“, analysierte Haider-Maurer, der nun aber wieder auf Sand zurückwechselt und in den nächsten Wochen drei Challenger-Turniere in Brasilien bestreitet.

Wieder rot-weiß-roter Erfolg im Doppel

Für einen positiven Abschluss des Tages sorgte das ÖTV-Davis-Cup-Doppel Jürgen Melzer/Alexander Peya: Die Nummer-eins-Paarung bezwang das deutsch-belgische Tandem Michael Kohlmann/Dick Norman 7:6 (7/3) 6:4 und steht damit als zweites heimisches Duo nach Martin Fischer/Philipp Oswald im Viertelfinale.

„Ein gelungener Auftakt“, freute sich Peya. „Wichtig war der gute Start ins Tiebreak, das Momentum haben wir dann ausgenützt und im zweiten Satz gleich ein Break geschafft. Und wenn man vorneweg spielt, ist es einfacher“, freute sich der Wiener, dem der Titel bei seinem Heimturnier noch fehlt: „Den hätte ich sehr, sehr gern. Ich denke, wenn wir unsere Leistung bringen, zählen wir zu den Favoriten.“

Christoph Lüftl, orf.at aus der Wiener Stadthalle

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Publiziert am 17.10.2012