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„Ich denke, das war in Ordnung“
„Nach der langen Pause zwei Torvorlagen und ein Tor zu machen, das war wie aus dem Märchenbuch“, brachte es ÖFB-Kapitän Christian Fuchs nach Alabas Traumcomeback auf den Punkt. Als wäre er nie weg und schon gar nicht drei Monate verletzt gewesen, zeigte der 20-Jährige den 43.000 staunenden Zuschauern, warum er in dieser Zeit auch bei Bayern München schmerzlich vermisst wurde. Alaba war Antreiber, Ballverteiler, Stimmungsmacher, Vorbereiter und Vollstrecker in einer Person. In seinem 20. Länderspiel führte er Österreich zum ersten Sieg in der WM-Qualifikationsgruppe C.
GEPA/Martin HoermandingerZurück in die Sandkiste zog es Alaba mit Arnautovic nach seinem Premierentor„Ich denke, das war ganz in Ordnung“, lieferte der Mann des Spiels in den Katakomben der Praterarena auch gleich das Understatement des erfreulichen Abends. „Ich muss wirklich allen danken. Gott war bei mir.“ Und Alaba war beim Team - was die Kollegen ebenfalls zu großer Dankbarkeit bewegte. „Er ist wichtig für die Stimmung im Team und hat auch diesmal wieder viel Schwung hineingebracht“, meinte Florian Klein. „Wir sind alle sehr stolz auf ihn und glücklich, dass er wieder da ist“, sagte Veli Kavlak über die Rückkehr der Ausnahmeerscheinung.
Koller hatte keine Zweifel
Dabei hatte Alaba im Vorfeld der Partie immer wieder betont, kein „Heilsbringer“ zu sein. Sportlich hat er diese Theorie selbst widerlegt. „Bei David hatte ich keine Zweifel, dass sich sein Einsatz lohnen würde“, erklärte der sichtlich erleichterte Teamchef Marcel Koller, warum er Alaba gleich von Beginn an gebracht hatte. „So konnte er sich länger und besser darauf vorbereiten, als wenn ich ihn erst später eingewechselt hätte.“ Da er während seiner aktiven Fußballerkarriere selbst erlebt hatte, wie sehr man nach einer langen Verletzungspause auf das Comeback brennt, war Koller vom Gelingen überzeugt.
GEPA/Martin HoermandingerMarcel Koller und David Alaba dankten einander für einen gelungenen Abend„Da schießt du alles raus. Man ist unglaublich motiviert“, konnte sich Koller in Alaba hineinversetzen. „Schwierig wird es oft erst im dritten oder vierten Spiel nach einer Verletzung.“ Wer den jungen Bayern-Profi am Dienstag aufgeigen sah, kann sich das kaum vorstellen. „Ich habe mich von Anfang an sehr wohlgefühlt. Die Mannschaft hat mir immer und überall geholfen“, wehrte sich Alaba standhaft, seine Leistung in den Mittelpunkt zu stellen. „Wir haben unser Spiel durchgezogen, hart gearbeitet und sind dafür belohnt worden.“
In erster Linie sei er glücklich, das Vertrauen des Teamchefs und der Mannschaft zurückgezahlt zu haben, sagte Alaba nach seinem ersten Pflichtspiel seit fünf Monaten. „Wir haben an uns geglaubt, waren von unserer Stärke überzeugt.“ Angst müsse das ÖFB-Team ohnehin vor keinem Gegner haben - schon gar nicht vor Kasachstan. Im Schatten von Alaba ging beinahe unter, dass auch sein Kumpel Arnautovic eines seiner besseren Länderspiele abgeliefert und die Treffer von Alaba und Harnik zum 3:0 und 4:0 mustergültig vorbereitet hatte.
Tabasco machte Arnautovic scharf
„Warum es bei mir heute so gut gelaufen ist?“, warf der begnadete Selbstdarsteller nach Schlusspfiff gleich einmal eine launige Frage in die Journalistenrunde. „Ich habe zum Mittagessen Tabasco gehabt. Aber Spaß beiseite. Ich habe mich irrsinnig wohlgefühlt, hätte aber natürlich auch gerne selbst ein Tor geschossen.“ Die Achse zwischen Alaba und ihm habe perfekt funktioniert. „Das wollen die Fans sehen“, so Arnautovic. „Wir hätten auch noch mehr Tore machen können. Aber ich denke, das 4:0 reicht.“ Das tat es - auch dank Marc Janko.
Der bei Trabzonspor nach seinem Abgang vom FC Porto ein Reservistendasein fristende Stürmer köpfelte sich gegen die Kasachen viel Frust von der Seele. „Ich habe schon ganz andere Situationen gemeistert. Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen“, spielte Janko die für ihn sicher nicht einfache Situation herunter. „Aber ein Doppelpack ist natürlich gegen jeden Gegner schön.“ Bei Alabas Flanken hätte er nur noch „Danke“ sagen müssen. Auch seinen Mitspieler Arnautovic lobte Janko für ein „Riesenspiel“.
GEPA/Martin HoermandingerMarc Janko tat, was er am besten kann - Tore schießenSo sehr er auch von sich selbst ablenkte. Jankos Torriecher und seine physische Präsenz im Strafraum waren gegen die erneut extrem destruktiven, weil offensiv hilflosen Kasachen genau jene Mittel, die dem ÖFB-Team in Astana lange Zeit gefehlt hatten. „Jetzt ist wieder alles möglich“, meinte Janko zur Lage in Gruppe C. Die vom rot-weiß-roten Fanblock per Transparent gestellte Frage „Wir fliegen nach Brasilien - kommt ihr mit?“ beantwortete der Doppeltorschütze auf seine Art: „Gut, dass Deutschland gegen Schweden 4:4 gespielt hat. Jetzt können wir wieder Erster werden.“
Harald Hofstetter, ORF.at
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Publiziert am 17.10.2012