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„Wäre besser in Argentinien geblieben“
„Wenn ich gewusst hätte, dass es so wahnsinnig schwer wird, wäre ich in Argentinien geblieben“, scherzte der Weltranglistenachte unmittelbar nach dem Match. „Im Prinzip hat ein einziger Punkt entschieden, und das war der Matchball. Es hätte durchaus auch umgekehrt ausgehen können, ich habe Glück gehabt“, gab der 24-Jährige unumwunden zu.
Asse ohne Ende
Der erste Satz verlief relativ unspektakulär, beide Akteure konnten sich auf ihren Aufschlag verlassen, so dass es folgerichtig ins Tiebreak ging. In diesem erkämpfte sich Brands eine 6/2-Führung, Del Potro kam noch auf 5/6 heran, ehe der Deggendorfer, der im Vorjahr in Wien das Halbfinale erreicht hatte, den Satz bezeichnenderweise mit einem Ass für sich entschied.
ORF.at/Carina KainzBrands ließ keinen Unterschied zur Nummer eins des Turniers erkennenIm zweiten Durchgang lief zunächst alles wieder in Richtung Tiebreak, ehe Brands bei 4:4 drei Breakchancen en suite vorfand. Del Potro wehrte diese aber ab und hatte im nächsten Game vier Möglichkeiten zum Satzausgleich, doch Brands konnte sich erneut auf sein Service verlassen. Wieder musste das Tiebreak entscheiden, diesmal hatte der US-Open-Sieger von 2009 mit 7/4 das bessere Ende für sich.
Del Potro gewinnt nach Herzschlagfinale
In Satz drei war Del Potro zweimal nahe am allerersten Break in diesem Match, Brands hatte aber jeweils die passende Antwort parat, und so kam es ein drittes Mal zum Tiebreak. In einer unfassbar ausgeglichenen Entscheidung ging es bis zum 6/6 mit dem Aufschlag, ehe Brands eine leichte Rückhand seitlich ins Aus setzte.
Del Potro hatte somit Matchball, und wieder beging Brands einen unerzwungenen Fehler, doch erst das Hawk-eye konnte nachweisen, dass der Ball um wenige Millimeter im Out gelandet war. Der Computer warf nach 3:05 Stunden 30 Asse für Del Potro und sogar 32 für Brands aus - damit hatten erstmals seit Bestehen der ATP-Statistik (1991) beide Spieler in einem Best-of-three-Match die 30er-Marke erreicht.
ORF.at/Carina KainzErst nach über drei Stunden hatte Del Potro den Sieg in der Tasche„Zum Glück habe ich nach diesem extrem harten Match einen Tag frei. Ich werde viel trainieren, denn vor allem beim Return muss ich noch einiges verbessern“, gab sich Del Potro selbstkritisch. Die Verletzung am Handgelenk habe er trotz der enormen Beanspruchung nicht gespürt: „Körperlich fühle ich mich o. k., aber ich bin sehr müde.“
Christoph Lüftl, ORF.at aus der Wiener Stadthalle
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Publiziert am 18.10.2012