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Neustart nach der Winterpause
„Ich war sehr überrascht, dass er so gut retourniert hat. Allein im entscheidenden Tiebreak sind ihm drei Returnwinner gelungen“, lobte Melzer seinen Gegner, während er seine eigene Leistung kritisch beurteilte: „Ich habe nicht ausreichend gut gespielt. Derzeit läuft es nicht so rund“, brachte es der Davis-Cupper auf den Punkt.
„Fast nur kurze Ballwechsel“
Knackpunkt der Partie sei das neunte Game im dritten Satz gewesen: „Da habe ich den einzigen Breakball in diesem Durchgang gehabt. Ich wollte aggressiv retournieren, aber er hat mir genau in den Körper serviert“, erzählte Melzer. „Gegen ihn bekommt man wenige Chancen. Man sieht bei ihm kaum, wohin er aufschlägt, und er mischt auch gut“, umriss der Deutsch-Wagramer die Stärken seines Bezwingers.
ORF.at/Carina KainzMelzer (l.) musste Muller anstandslos zum Sieg gratulierenDas Problem sei, dass man gegen Muller so gut wie keinen Rhythmus aufbauen könne: „Es sind fast nur kurze Ballwechsel.“ Ein Blick auf die Statistik gibt Melzer recht: Muller produzierte nicht weniger als 18 Asse, und auch die Quote der ersten Aufschläge war beim Luxemburger mit 70 Prozent überdurchschnittlich gut.
Trauer, aber keine Resignation
„So eine Partie kann man genauso gut gewinnen, das passiert aber nicht. Dabei würde ich solche Siege brauchen, um eventuell in einen Lauf reinzukommen“, trauerte Melzer dem möglichen Aufstieg nach. Von Resignation war beim 31-Jährigen aber nichts zu bemerken: „Ich muss mich von diesem Dämpfer erholen und werde weiter daran arbeiten. Ich glaube daran, dass ich noch gutes Tennis in mir habe, und möchte das in den nächsten Monaten und Jahren zeigen.“
Um das bewerkstelligen zu können, sei nach dieser Saison, die Melzer mit Starts in Valencia und Paris-Bercy beschließen wird, eine gute Vorbereitung nötig: „Ich will heuer noch so viele Matches gewinnen wie möglich und dann in der Winterpause meinen Körper wieder so hinkriegen, dass ich sagen kann, bei den Australian Open kann ich auch fünf Sätze spielen, und das mehrmals.“
Freude über Sieg von Thiem
Bei allem berechtigten Ärger über seine knappe Niederlage fand Melzer auch viele lobende Worte für Dominic Thiem, der mit einem Erfolg über Lukas Lacko das Achtelfinale erreicht hatte: „Er hat taktisch gut gespielt, Hut ab vor dieser Leistung. Man wird sehen, ob er das wiederholen wird, aber ich glaube fest daran.“
Vom Niveau her sei der 19-Jährige über fast alle Spieler zu stellen, die bei Future- oder Challenger-Turnieren dabei sind, „aber in Wien ist die Leistung auch leichter zu bringen als in der Türkei bei einem 15.000-$-Turnier.“ Ein Aufstieg der ÖTV-Hoffnung in die Top 100 kann „schnell gehen“, erinnert sich Melzer an seinen eigenen Karrierestart: „Ich habe das damals in einem Jahr erledigt, aber heute dauert es oft länger.“
Christoph Lüftl, ORF.at aus der Wiener Stadthalle
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Publiziert am 18.10.2012