Themenüberblick
Kein Rezept als Rückschläger gefunden
„Die Enttäuschung ist groß, weil es im zweiten Satz eng war. Das Tiebreak hätte ich auch gewinnen können. Leider habe ich es durch drei dumme Eigenfehler verloren. Ich habe nicht so gut retourniert wie in der ersten Runde gegen Lukas Lacko“, trauerte Thiem einem möglichen Viertelfinal-Duell mit Topstar Juan Martin del Potro nach.
Nach drei Games, in denen die Aufschläger den Ton angaben, wurde es bei 1:2 erstmals kritisch für Thiem, er konnte einen Breakball aber mit einer starken Vorhand abwehren und nach sechsmal Einstand besorgte er sich das 2:2. In den nächsten drei Games war für die Rückschläger nichts zu holen.
Ein Break reicht Matosevic
Wieder war es Thiem, der Probleme bekam, als er bei 3:4 mit 15/40 in Rückstand geriet. Die erste Breakchance wehrte der 19-Jährige mit einem Ass ab, danach landete aber ein Vorhand-Cross von Matosevic exakt auf der Seitenlinie. Thiem ließ den Ball noch vom Hawk-eye überprüfen, doch die Entscheidung war korrekt, der Australier führte somit 5:3.
Das folgende Service-Game ging zu 15 an Matosevic, der somit nach 36 Minuten den ersten Satz verbuchte. „Es war wesentlich schwerer als erwartet. Matosevic spielt überraschend stark und solide, Dominic noch zu verhalten und zu wenig druckvoll“, lautete das Zwischenfazit von Thiem-Coach Günter Bresnik.
Thiem schnuppert am Satzausgleich
Zu Beginn des zweiten Durchgangs konnten sich beide wieder auf ihr Service verlassen. Die Serie riss bei 2:2, Thiem sah sich mit einem 0/30 konfrontiert, aber ein perfekt aufgebauter Netzangriff und drei Servicewinner sicherten ihm das 3:2. Eng wurde es auch im sechsten Game, Matosevic holte einen Breakball heraus, doch Thiem ließ zwei Servicewinner und einen starken Volley folgen - 4:3.
APA/Helmut FohringerDominic Thiem war gegen die Nummer 55 der Welt nicht chancenlosIm folgenden Game schnupperte Thiem erstmals an einem Break, als er nach einem Flüchtigkeitsfehler von Matosevic ein 30/40 vorfand. Doch Matosevic, der von Barbara Schetts Ehemann Joshua Eagle betreut wird, ließ sich nicht beirren, produzierte drei Punktschläge in Serie und fixierte das 4:4.
Kein Glück im Tiebreak
Thiem erhöhte problemlos auf 5:4 und kämpfte sich im folgenden Spiel wieder zum Einstand, doch Matosevic gelang ein Ass mit dem zweiten Service. Ein Eigenfehler von Thiem führte zum 5:5, danach gelang dem Orange-Bowl-Sieger über 30/30 das 6:5. Da sich auch Matosevic bei eigenem Aufschlag schadlos hielt, musste das Tiebreak die Entscheidung bringen.
Das erste Minibreak ging zur großen Freude der Zuschauer an Thiem, der nach einem Rückhandfehler von Matosevic 4/2 führte. Ein guter Netzangriff von Matosevic und eine Thiem-Vorhand hinter die Grundlinie stellten aber den 4/4-Gleichstand her. Bei 5/5 unterlief Thiem ein weiterer Unforced Error, Matosevic hatte Matchball. Der gebürtige Bosnier hielt den Ball geschickt im Spiel, und Thiem setzte eine Rückhand ins Aus. Nach 1:36 Stunden war die Partie zu Ende.
„Das Tiebreak ist immer eine 50:50-Chance, aber im Grunde war ich viel weiter weg von einem Break als gegen Lacko. Ich hatte nur eine einzige Breakchance im ganzen Spiel“, gestand Thiem. „Ich habe trotzdem gesehen, dass ich mit solchen Leuten mithalten kann“, zog der Wiener Neustädter dennoch ein positives Gesamtfazit.
Rainer Titsch und Christoph Lüftl, ORF.at aus der Wiener Stadthalle
Links:
Publiziert am 19.10.2012