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„Das wird ein richtig Guter“
„Ich habe teilweise wirklich sehr gut gespielt und kann mit der Vorhand die Gegner dominieren. Mein erstes Service bereitet fast allen Spielern Probleme, muss aber noch konstanter werden“, weiß Überraschungsmann Thiem um seine Stärken. Auch Trainer Günter Bresnik lobte seinen jungen Schützling: „Ich habe diese Woche in der Stadthalle noch keine schönere Vorhand als die von Dominic gesehen.“
Laut dem Ex-Coach von Stefan Koubek, Horst Skoff und Boris Becker hat nicht viel zum Viertelfinal-Einzug gefehlt. „Dominic hat prinzipiell gut gespielt. Es war ein enges Match, in dem Matosevic letztlich eine Spur besser war. Der ist nicht umsonst die Nummer 55 der Welt.“ Vater Wolfgang Thiem, der in der Tennisakademie von Bresnik als Trainer tätig ist, sah es genauso: „Dominic hat sich gut verkauft, aber Matosevic war der abgebrühtere Spieler und hat außerdem mit dem zweiten Aufschlag viel mehr Punkte gemacht.“
GEPA/Harald SteinerThiem-Trainer Bresnik bescheinigt dem 19-Jährigen großes PotenzialBresnik-Schützling auf gutem Weg
Thiem trauerte zwar einem möglichen Viertelfinal-Duell mit Superstar Juan Martin del Potro nach („Das wäre geil gewesen“), ist aber davon überzeugt, „dass es nach oben nicht viele Grenzen gibt“. Der 19-Jährige strotzt im Gegensatz zu so manchem arrivierteren Landsmann vor Selbstvertrauen: „Ich habe gesehen, dass ich mit guten Leuten mithalten kann. Wenn ich konstant so spiele, kann es schnell nach oben gehen.“
Auch Bresnik ist überaus zuversichtlich, dass sein Schützling in der kommenden Saison so richtig durchstarten wird. „Dominic ist für mich weltweit der beste 93er-Jahrgang, den es gibt. Er ist körperlich besser geworden, hat sich spielerisch total verbessert und steht für attraktives Tennis. Das wird ein richtig Guter.“
Für Wolfgang Thiem waren die beiden Auftritte seines Sohnes bei den diesjährigen Erste Bank Open „ein großer Schritt in die richtige Richtung“. „Dominic war heuer viel aktiver als im letzten Jahr. Er hat seine spielerischen Qualitäten ins Match transportiert und kapiert, dass er selbst für die Punkte sorgen muss“, so der Niederösterreicher. Der Vater des Supertalents ist zudem erfreut, „dass sich das harte Training beim besten Trainer der Welt nun bezahlt macht“.
APA/Helmut FohringerJungstar Thiem hat noch viel Luft nach obenDie hohe Erwartungshaltung der Tennisnation nimmt der 19-Jährige gelassen zur Kenntnis. „Ich sehe das relativ locker. Jürgen Melzer hat noch ein paar Jahre vor sich. Und wenn er irgendwann aufhört, bin ich bereit, die Lücke zu schließen.“ Über das Davis-Cup-Duell in Kasachstan Anfang Februar sagte er: „Wenn ich einberufen werde, will ich auch spielen. Trainieren kann ich mit Topleuten wie Melzer oder Ernests Gulbis (ebenfalls ein Bresnik-Schützling, Anm.) auch in der Südstadt.“
Traum von den Australian Open
Für Thiem geht es in den kommenden Wochen darum, möglichst viele Punkte für die Weltrangliste zu sammeln. Er ist bereits am Wochenende dank einer Wildcard des Ausstatters Head beim ATP-500-Turnier in Valencia am Start. Danach folgen für die Nummer 394 der Welt die Challenger in Eckental, Genf und Bratislava sowie Futures in Marokko und in der Türkei.
„Ich muss jetzt bei den kleineren Turnieren genauso meine Leistung abrufen wie vor dem tollen Publikum in der Wiener Stadthalle. Aber wenn ich so spiele wie derzeit, werden mich nicht viele schlagen. Dann könnte sich für mich die Australian-Open-Qualifikation (ab 9. Jänner 2012, Anm.) ausgehen“, hofft er bis zum Saisonende auf ein Ranking um Platz 280.
Rainer Titsch, ORF.at aus der Wiener Stadthalle
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Publiziert am 19.10.2012