Neue Beweise in Italien um Scarponi und Menschow
Nach dem Fall von Lance Armstrong weitet sich der Dopingskandal auch in Italien immer mehr aus. Die Staatsanwaltschaft in Cremona hat offenbar Beweise über Kontakte zwischen Dopingarzt Michele Ferrari und den Radprofis Michele Scarponi und Denis Menschow gesammelt.
Laut Medienangaben haben die Ermittler ein Gespräch zwischen dem Italiener Scarponi, der nach der Sperre des Spaniers Alberto Contador nachträglich zum Giro-Sieger 2011 erklärt worden war, und Ferrari über Dopingmethoden abgehört. Auch Telefonate zwischen dem Russen Menschow, der die Italien-Rundfahrt 2009 gewonnen hatte, und Ferrari seien belauscht worden. Scarponi und Menschow droht nun eine Sperre wegen Kontakten zu Ferrari.
Der höchstumstrittene Sportmediziner und frühere Armstrong-Arzt Ferrari soll von seiner Wohnung in St. Moritz aus ein Millionengeschäft mit der Betreuung von Athleten aufgebaut haben. Dabei soll er nach einem Bericht der Sporttageszeitung „Gazzetta dello Sport“ die Sportler bei der Einnahme von Dopingmitteln beraten haben. Nicht nur einzelne Radprofis, sondern ganze Teams hätten in den letzten Jahren Millionen gezahlt, um sich Ferraris Dienste zu sichern.
Publiziert am 19.10.2012