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4:3-Krimi gegen schwedisches Duo

Die Österreicher Robert Gardos und Daniel Habesohn haben sich am Samstagabend zu Europameistern im Doppel gekürt. Das als Nummer sechs gesetzte ÖTTV-Duo gewann das Finale in Herning in Dänemark gegen die Schweden Kristian und Mattias Karlsson nach hartem Kampf und mehr als einer Stunde Spielzeit mit 4:3 (10, 9, -10, -11, 5, -13, 10).

Es war die insgesamt fünfte EM-Goldmedaille für den ÖTTV, die erste seit 2005, als Werner Schlager und Karl Jindrak ebenfalls im Herren-Doppel triumphiert hatten.

Tischtennisspieler Daniel Habesohn und Robert GardosGEPA/Christopher KelemenDaniel Habesohn und Robert Gardos feierten ihren bisher größten Erfolg

Im Semifinale hatten der 33-jährige Gardos und der 26-jährige Habesohn zuvor die als Nummer drei eingestufte deutsch-weißrussische Paarung Dimitrij Ovtcharov/Wladimir Samsonow mit 4:2 (2, 8, -7, 7, -7, 5) bezwungen. Die Karlssons hatten sich gegen die Russen Michail Pajkow/Alexej Liwenzow mit 4:3 durchgesetzt.

Sechsten Matchball verwertet

Gardos/Habesohn lagen im Finale zu Beginn zwar schnell 2:7 zurück, ließen sich dadurch aber nicht beirren und holten sich die ersten beiden engen Sätze. Im dritten Durchgang ließen sie dann eine 8:3-Führung ungenützt, wodurch die Schweden zurück ins Spiel kamen und schließlich den 2:2-Ausgleich schafften.

Der klar gewonnen fünfte Satz schien bereits die Vorentscheidung gebracht zu haben, doch das ÖTTV-Doppel ließ vier Matchbälle im sechsten Satz aus. Somit ging es in die alles entscheidende Verlängerung, in der Gardos/Habesohn bei 10:9 erneut Matchball hatten. Auch diesen wehrten die Karlssons ab.

Der sechste saß dann aber und sorgte für Riesenjubel im rot-weiß-roten Lager. Denn für Gardos, EM-Dritter 2008 in St. Petersburg im Einzel, und Habesohn, der bisher nur mit dem Team im Vorjahr in Danzig EM-Bronze geholt hatte, war es der bisher größte Erfolg ihrer Karriere.

Mentale Stärke als Erfolgsgeheimnis

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten das Ziel so knapp vor Augen, dass wir in Satz sechs vier Matchbälle nicht verwerten konnten, war schon ein harter Brocken. Aber ich denke, wir haben am Ende verdient gewonnen, auch nach den vergebenen Chancen haben wir fest an uns geglaubt“, erklärte der Wiener Habesohn. „Nach unseren schlechten Leistungen im Einzel waren unsere Erwartungen für das Doppel eigentlich nicht groß.“ Nach drei abgewehrten Matchbällen in der ersten Runde hätten sie sich aber mit den Aufgaben gesteigert.

Auch Gardos war heilfroh, dass sein Partner und er in den entscheidenden Momenten die Nerven bewahrt hatten. „Ich habe noch selten so einen Krimi erlebt, noch dazu in einem Finale. Unser Erfolgsgeheimnis war, dass wir mental stark waren. Dass wir nach den vergebenen Matchbällen weiter unser Spiel durchgezogen haben, war eine mentale Meisterleistung“, betonte der gebürtige Ungar.

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Publiziert am 21.10.2012