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Leverkusen-Boss warnt vor Grün-Weiß
„Wir haben großen Respekt vor der Kulisse und dem Gegner. Die Rapidler haben zweimal knapp verloren, es war aber nicht so, dass sie in diesen Spielen klar unterlegen waren“, sagte Völler, der 1986 mit der DFB-Auswahl im Prater mit 1:4 verlor und dabei das Tor der Gäste erzielte. „Das war damals ein Feiertag für ganz Österreich“, erinnerte sich der einstige Weltklassestürmer.
Reuters/NTB Scanpix/Ned AlleyGegen Rosenborg gelang Leverkusen der bisher einzige Sieg in Gruppe K„Österreich hat viele talentierte Spieler“
Beinahe wäre vor einem Monat ein ähnliches Szenario eingetreten. „Beim 1:2 in der WM-Qualifikation gegen Deutschland war ich von der österreichischen Mannschaft tief beeindruckt, sie hat eine überragende Leistung geboten, und Deutschland hat sehr glücklich gewonnen. Österreich hat viele talentierte Spieler, die wecken Begehrlichkeiten“, erklärte Völler.
Trotz aller höflicher Wortmeldungen kalkuliert der Sportdirektor aber mit Punktezuwachs im Happel-Stadion, womit ein weiterer Schritt in Richtung Aufstieg ins Sechzehntelfinale geschafft wäre. „Wir sind in der Gruppe kleiner Favorit, aber dennoch müssen wir in jedem Spiel alles abrufen, um weiterzukommen“, erklärte Völler, dessen Club in der Tabelle mit vier Punkten aus zwei Partien auf Platz zwei hinter Metalist Charkiw liegt.
„Nehmen die Europa League ernst“
Im Vorjahr überstand der deutsche Spitzenverein noch die Gruppenphase der Champions League, ehe im Achtelfinale gegen Barcelona das Aus kam. Diesmal muss Leverkusen mit der unattraktiveren und auch weniger lukrativen Europa League vorliebnehmen, was für Völler jedoch kein großes Problem darstellt. „Wir müssen die jetzige Situation akzeptieren und das Beste daraus machen. Vielleicht sehen die Bayern die Europa League als Verliererbewerb, wir aber nicht. Wir nehmen sie sehr ernst und wollen weit kommen.“
Das Ziel sei es, jedes Jahr international zu spielen. „Wenn es geht, wollen wir Champions League spielen. Wenn es die Europa League wird, ist es auch in Ordnung. Wir sehen uns in der Bundesliga irgendwo zwischen den Rängen drei und acht.“
„Wir sind eine Werkself“
Völlers Arbeitgeber zählt seit Jahren zur Elite des deutschen Clubfußballs, doch das Image der „grauen Maus“ konnte die Werkself bisher nicht wirklich ablegen. Seit einer erfolgreichen Imagekampagne vor rund fünf Jahren hat sich das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit laut Völler aber verändert. „Wir sind eine Werkself und stehen zur Bayer AG. Wir haben ein tolles Stadion, ein junges, dynamisches Team mit großen Talenten und wollen attraktiven Fußball spielen.“
Der Spitzname „Vizekusen“ aufgrund der vielen zweiten Plätze stört Völler nicht. „Dass wir ab und zu Zweiter geworden sind, gehört zu unserer Vita dazu. Aber da würden viele Vereine gern mit uns tauschen.“
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Publiziert am 24.10.2012