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„Spieler sind wie Kakerlaken“
Nach dem Einzug in die World Series lobte Sabean seine Akteure für ihre Widerstandsfähigkeit, die sie auch in der „Best of seven“-Finalrunde der nordamerikanischen Major League Baseball (MLB) gegen Detroit dringend benötigen werden.
Nach dem 9:0-Heimsieg gegen Titelverteidiger St. Louis Cardinals im siebenten Spiel der Halbfinal-Serie hatten die San Francisco Giants keine 48 Stunden Zeit, um sich auf das erste Finalspiel am Mittwoch vorzubereiten. Die Tigers konnten ihre Akkus dagegen bereits seit Donnerstag aufladen, als ihr 4:0-Sieg gegen Rekordmeister New York Yankees feststand.
AP/Jeff ChiuSabeans ungewöhnliches Lob: „Unsere Spieler sind wie Kakerlaken.“„Spieler gehen einfach nicht ein“
„Unsere Spieler sind wie Kakerlaken, die gehen einfach nicht ein“, erklärte Sabean in Anlehnung an die Comeback-Fähigkeiten seines Teams. Der Meister von 2010 hat in den diesjährigen Play-offs bereits sechs K.-o.-Spiele gewonnen. Im Viertelfinale drehten die Giants gegen die Cincinnati Reds einen 0:2-Serienrückstand durch drei Auswärtssiege noch in einen 3:2-Triumph. Gegen St. Louis lag das Team nach vier Spielen mit 1:3 zurück, ehe drei Siege folgten.
„Die Jungs waren unnachgiebig, wollten einfach nicht, dass die Saison jetzt schon endet“, analysierte Giants-Coach Bruce Bochy stolz. „Ich bin immer noch wie benommen, von dem, was hier passiert ist.“ Die knappe Erholungspause bis zum ersten Spiel gegen die Tigers? No problem. Outfielder Angel Pagan stellte klar: „Wir sind bereit für die World Series.“
Ruhe für Tigers kein Vorteil
Eher rostig geht Detroit in die Endspielserie. „Erst hast du einen emotionalen Sieg wie wir gegen die Yankees mit jeder Menge Adrenalin, und dann sitzt du fünf, sechs Tage herum - das ist ziemlich hart“, sagte Tigers-Trainer Jim Leyland. Sein Team war zuletzt 2006 im Endspiel gestanden, musste damals ebenfalls fast eine Woche zwischen Vorschlussrunde und Finale warten und unterlag letztlich St. Louis mit 1:4. Doch die diesjährigen Tigers gelten als gereifter und ausgeglichener.
Reuters/Jessica RinaldiTigers-Trainer Leyland soll Detroit zu einer Siegesparade verhelfen„World Series genau das, was Detroit braucht“
Die Tigers wollen erstmals seit 1984 Meister werden und den Bürgern ihrer Stadt ein wenig Stolz und Selbstbewusstsein zurückgeben. Beim bisher letzten Titel galt Detroit als boomendes Aushängeschild der Autoindustrie. Als jedoch vor wenigen Jahren die Weltwirtschaft kollabierte, wurde kaum eine andere US-Region so hart getroffen. Die Autoindustrie konnte erst durch eine milliardenschwere Unterstützung der US-Regierung überleben. Dennoch sind mehr als 200.000 Männer und Frauen in der Stadt ohne Job.
Für Centerfielder Austin Jackson sind die World Series „genau das, was Detroit braucht“. Sollte es mit dem Titel klappen, wird trotz leerer Kassen gefeiert. Die Stadt steuert zwar einem Minus von 265 Millionen Dollar (203 Mio. Euro) im aktuellen Jahreshaushalt entgegen, dennoch sei eine Parade aufgrund von Spendengeldern sowie der Unterstützung von Firmen gesichert, hieß es aus dem Rathaus.
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Publiziert am 24.10.2012