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Österreicherinnen jagen Favoritin Vonn
Die Österreicherinnen gehen ersatzgeschwächt ins erste Heimrennen. Michaela Kirchgasser, Andrea Fischbacher und Marlies Schild haben abgesagt, Nicole Hosp fällt aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung aus und wird durch die 21-jährige Steirerin Ramona Siebenhofer ersetzt.
Aussichtsreichste ÖSV-Kandidatin ist jedoch Anna Fenninger, die von Damen-Cheftrainer Herbert Mandl im Riesentorlauf zum „Maß der Dinge“ ernannt worden war. Fenninger war über dieses Kompliment wenig erfreut. „Vor dem ersten Rennen so etwas zu sagen ist nicht fair, denn ein Rennen ist etwas ganz anderes als ein Training“, so die 23-Jährige.
Fennninger aufs Skifahren konzentriert
Tatsächlich hätte sich Fenninger davon vor einigen Jahren noch aus den Bahn werfen lassen, mittlerweile kennt sie aber die Abläufe im Weltcup. „Ich zähle mittlerweile zur Weltspitze, und da muss man mit so etwas klarkommen. Ich konzentriere mich aufs Skifahren und nicht auf das, was über mich geredet wird. Was wirklich los ist, wird man erst am Samstag beim ersten internationalen Vergleich“, sagte Fenninger.
GEPA/Harald SteinerGörgl kämpft für ihre WeltmeisterformFenningers Beziehung zum Gletscherrennen im Ötztal war keinesfalls Liebe auf den ersten Blick. „Die ersten Jahre hier waren der Horror, man muss extrem viel kämpfen. Schön langsam habe ich mich aber mit dem Hang angefreundet. 2012 war ich trotz eines Riesenfehlers Sechste, da ist mir ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Heuer freue ich mich schon richtig aufs Rennen.“
Für Görgl und Zettel geht es bergauf
Beste Österreicherin vor einem Jahr war Elisabeth Görgl als Dritte. Der Doppelweltmeisterin erging es davor so wie Fenninger, auch sie hat ihre Liebe zu Sölden erst spät entdeckt „Ich konnte erst letztes Jahr meine Abneigung gegen dieses aufgebauschte Ereignis ablegen. Jetzt mag ich den Hang. Jetzt ist es richtig geil, wenn man in einer guten Form ist und sich den Steilhang runterstürzt“, erzählte die 31-jährige Steirerin, die nach Knieoperationen um ihre alte Form kämpft.
Gleiches gilt für Kathrin Zettel, für die es nach langwierigen Knie- und Hüftproblemen körperlich wieder bergauf geht. „Die letzten Jahre waren wirklich harte Proben für mich. Ich bin zwar noch immer nicht zu hundert Prozent schmerzfrei. Aber ich bin viel, viel weiter und motivierter als in den vergangenen Jahren. Darüber bin ich sehr erleichtert und glücklich. Ich bin stolz, dass ich das durchgedrückt habe und so hart zu mir war“, sagte Zettel, die im Riesentorlauf zurück an die Weltspitze will.
Es war übrigens Zettel, die 2008 für den bisher letzten Sieg einer ÖSV-Athletin auf dem Rettenbachferner gesorgt hatte.
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Publiziert am 26.10.2012