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Athleten-Pressekonferenz abgesagt
Sieber hätte auf dem Rettenbachferner als Vorläufer an den Start gehen sollen. „Wir sind alle bestürzt, dadurch rückt alles andere in den Hintergrund“, sagte Siebers Vorarlberger Landsmann Mathias Berthold. „Björn war ein fantastischer Mensch, den wir sehr vermissen werden. Er war sehr beliebt in der Mannschaft. Björn war ruhig, sympathisch und zielstrebig“, sagte der mit den Tränen kämpfende Herren-Cheftrainer über seinen verstorbenen Schützling.
Österreicher mit Trauerflor am Start
ÖSV-Verbandsboss Peter Schröcksnadel bestätigte, dass die Rennen im Ötztal trotz des Todesfalls programmgemäß über die Bühne gehen sollen. „Eine Absage wäre ganz sicher nicht in Björns Sinn“, sagte der Tiroler. Die ÖSV-Damen und -Herren werden am Samstag und Sonntag mit Trauerflor an den Start gehen. „Durch diesen traurigen Anlass relativiert sich alles, was wir tun“, erklärte Schröcksnadel.
APA/Robert JägerDie Athleten-PK wurde abgesagt, Berthold und Schröcksnadel waren gezeichnetDer ÖSV stellt seinen Athleten frei, ob sie am Sonntag ins Rennen gehen wollen. Es ist jedoch gemäß Einschätzungen von ÖSV-Sportdirektor Pum und Herren-Cheftrainer Berthold mit keinen Startverzicht zu rechnen. „Wie ich Björn gekannt habe, würde er wollen, dass wir fahren. Wir werden auf jeden Fall für Björn fahren und fighten“, sagte Berthold.
„Er wäre ein ganz Großer geworden“
Für Rainer Gstrein, Siebers Trainer im ÖSV, war der 23-jährige einer, der das Zeug für eine ganz große Karriere gehabt hätte. „Bisher wurde er etwas unter seinem Wert geschlagen. Aber er war bereits WM-Starter, auf ihn hatte der ÖSV in Zukunft gebaut. Ich bin überzeugt, er wäre ein ganz Großer geworden“, sagte Gstrein.
Pum übermittelte Siebers Familie im Namen des Verbands sein „tiefstes Mitgefühl“. „Ich hoffe für seine Familie, dass Björns Bruder Marc die Kraft findet und überlebt“, erklärte der Oberösterreicher. „Unsere Sportler verbringen mehr Zeit miteinander als mit ihren Familien. Dadurch entstehen tiefe Freundschaften, und dementsprechend weh tut es“, so Pum. „Die Jungs sind teilweise miteinander aufgewachsen“, erklärte Berthold den Schockzustand seiner Mannen.
„Unser mehr als herzliches Beileid gilt der Familie“
Auch Gian Franco Kasper drückte Siebers Familie sein Mitgefühl aus. „Unser mehr als herzliches Beileid gilt der Familie“, sagte der FIS-Präsident. Es tue immer weh, ein Mitglied der Skifamilie auf so tragische Art zu verlieren. „Es ist ein Schock für uns alle.“ Für FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis war Siebers früher Tod eine Tragödie, „wie immer wenn wir ein junges Mitglied unserer Familie verlieren", sagte Lewis. Es falle besonders schwer, so etwas hinzunehmen, wenn es sich um einen so vielversprechenden Athleten handelt.“
Sieber hatte zuletzt die ÖSV-interne Qualifikation für den Saison-Auftakt-Riesentorlauf in Sölden bestritten, das Ticket aber verpasst. Im Junioren-Bereich war Sieber Riesentorlauf-Vizeweltmeister 2009 und Super-G-WM-Dritter 2008. Im Weltcup war Platz sieben in der Super-Kombination 2011 in Bansko sein bestes Ergebnis, bei der WM 2011 belegte Sieber in der Superkombi Rang 13.
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Publiziert am 27.10.2012