Themenüberblick

Tiroler im Aufwind

Roland Kirchler hat auch in seinem zweiten Spiel auf der Trainerbank des FC Wacker Innsbruck jubeln dürfen. Das Schlusslicht feierte in der 13. Runde der tipp3-Bundesliga auswärts gegen den SV Mattersburg einen 2:1-(1:1)-Sieg und rückte damit bis auf einen Punkt an den Vorletzten SC Wiener Neustadt heran. Auch die achtplatzierten Burgenländer sind nur noch fünf Punkte entfernt.

Tomas Abraham (43.) und ein Eigentor von Patrick Bürger (83.) bescherten den Tirolern die ersten Saisonpunkte in der Fremde. Thorsten Röcher (16.) hatte die nur in der Anfangsphase starken Burgenländer in Führung gebracht, sie kassierten die dritte Heimniederlage in Folge und sind insgesamt schon sieben Spiele sieglos. Die Partie endete genauso wie jene am 11. August in Tirol, in der die Tiroler genauso nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 gewonnen hatten.

Trainer Roland Kirchler (Wacker)GEPA/Mario KneislCoach Kirchler steht die Freude ins gesicht geschrieben

Bei beiden Teams gab es im Gegensatz zu den zuletzt positiven Auftritten erwartungsgemäß je zwei Änderungen in der Startformation. Bei den Hausherren rückte der beim Auswärts-0:0 gegen Sturm Graz geschonte, nun aber wieder fitte Kapitän Ilco Naumoski (für Philipp Steiner) in die Mannschaft, zudem ersetzte Martin Rodler den verletzten Adnan Mravac. Bei den Tirolern rückten die beim 1:0 gegen Ried gesperrt gewesenen Kapitän Abraham (für Christopher Wernitznig) und Marco Kofler (für Alexander Fröschl) ins Team.

Mattersburg startet mit viel Elan

Die Mattersburger starteten mit sehr viel Elan ins Spiel, die erste Möglichkeit fanden aber die zu Beginn in die Defensive gedrängten Gäste vor. Nach einem Freistoßtrick verfehlte Piesinger mit einem Linksschuss nach schöner Drehung nur knapp das Mattersburger Tor (9.). Aufseiten der Hausherren lief alles über Röcher. Der Offensivspieler setzte sich auf der Grundlinie durch, sein Querpass wurde von Bergmann in Richtung eigenes Tor und vor die Füße von Röcher abgelenkt, der nur die Stange traf. Den Abstauber setzte Naumoski überhastet deutlich drüber (11.).

Fünf Minuten später wurden die Burgenländer völlig verdient für ihre Offensivbemühungen belohnt. Nach Seidl-Freistoß setzte sich Röcher im Kopfballduell mit Piesinger durch, und der Ball landete unhaltbar für Wacker-Goalie Szabolcs Safar im Netz (16.). Völlig unverständlicherweise stellten die Hausherren mit der Führung im Rücken aber ihre Offensivbemühungen ein, beschränkten sich nur mehr auf das Verwalten des Ergebnisses.

Wacker wird stärker

Und die Tiroler kamen auf und drückten auf den Ausgleich. Ein Kofler-Kopfball ging drüber (19.). Bei einem Wallner-Freistoß hatten die Gäste Pech, dass ein Handspiel des in der Mauer hochspringenden Alois Höller von Schiedsrichter Manuel Schüttengruber nicht geahndet wurde (28.). Der leistungsgerechte Ausgleich fiel aber noch vor der Pause und war von der Entstehungsgeschichte ähnlich dem 1:0 der Mattersburger: Nach einem Schreter-Eckball war Abraham (43.) per Kopf zur Stelle. Für den Tschechen war es der erste Saisontreffer.

Eigentor entscheidet

Nach der Pause entwickelte sich bei aufgrund des starken Winds schwierigen Bedingungen eine offene, vor allem kampfbetonte Partie mit wenig Spielfluss auf beiden Seiten. Höhepunkte fehlten fast zur Gänze, die leicht feldüberlegenen Tiroler durften sich aber noch freuen.

Nach einem Merino-Freistoß konnte Rodler per Kopf auf der Linie gerade noch via Latte klären, Bürger traf allerdings unglücklich ebenfalls per Kopf ins eigene Tor (83.). Der erste Auswärtssieg der Tiroler nach fünf Niederlagen mit einem Torverhältnis von 1:15 war damit perfekt.

Stimmen zum Spiel

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): „Wir haben bis zum 1:0 alles umgesetzt, was wir trainiert haben. In der zweiten Hälfte haben wir den Faden nicht mehr aufnehmen können, der eine oder andere Spieler war der Aufgabe nicht gewachsen. Die Spieler waren zu blauäugig. Die letzte Konsequenz war nicht da, so geht das nicht in der Bundesliga.“

Roland Kirchler (Innsbruck-Trainer): „Wir haben sehr schlecht angefangen, es war Angst zu sehen. Mattersburg wollte ein schnelles Tor schießen, alle hohen Bälle waren gefährlich. Nach dem 0:1 ist ein Ruck durch meine Mannschaft gegangen, wir waren dann die bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte war kein Druck von Mattersburg mehr vorhanden, wir hatten die bessere Raumaufteilung und haben uns die besseren Chancen herausgespielt, vor allem durch Merino und Saurer. Wir haben zwei Tore aus Standardsituationen gemacht, die waren eigentlich zuvor unsere Schwäche.“

Tipp3-Bundesliga, 13. Runde

Samstag:

Mattersburg - Innsbruck 1:2 (1:1)

Pappelstadion, 2.300 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
1:0 Röcher(16.)
1:1 Abraham (43.)
1:2 Bürger (83./Eigentor)

Mattersburg: Borenitsch - Farkas, Rodler, Malic, Rath - Höller (78./Gartner), Seidl (87./Mörz), Lovin, Röcher - Bürger, Naumoski (57./Domoraud)

Innsbruck: Safar - Kofler, Dakovic, Svejnoha, Hauser (46./Saurer) - Abraham, Piesinger - Bergmann, Merino, Schreter (69./Perstaller) - Wallner (85./Wernitznig)

Gelbe Karten: Hauser, Kofler, Bergmann bzw. Rodler

Die Besten: Röcher bzw. Abraham, Merino

Links:

Publiziert am 28.10.2012