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Ex-Admiraner lässt Austria jubeln

Philipp Hosiner hat in einem denkwürdigen Schlagabtausch seinen Ex-Club Admira Wacker Mödling trauern und Austria Wien jubeln lassen. Der Burgenländer traf beim resultatsmäßig eher an ein Eishockeyspiel erinnernden 6:4-Erfolg der „Violetten“ am Samstag in der Südstadt im Triplepack.

Nach seinem Tor zum 5:4 in der 90. Minute in einem auch für Hosiner „Wahnsinnsspiel“ ließ der Stürmer dann sogar seine selbst auferlegte Jubelsperre sausen. „Ich wollte mich wirklich zurückhalten, aber beim 5:4 waren sehr große Emotionen dabei“, gab der 23-Jährige zu. Elf Saisontore hat der Führende der Torschützenliste nun zu Buche stehen, fünf davon hatte er einst noch für die Niederösterreicher erzielt. Eine Einberufung ins ÖFB-Team für das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste am 14. November in Linz könnte nun folgen.

Hosiner „hat die Partie entschieden“

Drei Hosiner-Tore im Duell der Austria mit der Admira hatte es schon einmal gegeben. Am 28. August 2011 scorte der schnelle Angreifer beim 4:2 der Südstädter in Wien-Favoriten dreimal. 14 Monate später bewies Hosiner erneut sein gut eingestelltes Visier - diesmal allerdings im Trikot der Austria, für die er seit Ende August stürmt. „Die Admira hat sehr gute Offensivspieler. Aber wir haben ihnen den Besten weggenommen, der hat die Partie entschieden“, wusste auch Austria-Trainer Peter Stöger.

Austria-Stürmer Philipp Hosiner erzielt das 1:0 gegen die AdmiraGEPA/Christian OrtDie Verpflichtung von Hosiner (li.) hat sich für die Austira ausgezahlt

Zehn Tore in einem Bundesliga-Match hatte es zuletzt am 24. Oktober 2008 beim 7:3 von Salzburg gegen den Kapfenberger SV gegeben, sechs Treffer erzielte die Austria zuletzt am 10. August 2007 beim 6:1 daheim gegen Innsbruck. Anders als vor fünf Jahren bot Admira gegen Austria aber Richtungswechsel en masse. Im von den beiden Mannschaften vielleicht jetzt schon gezeigten „Spiel der Saison“ lagen die Gäste bereits 1:0, 2:1 und 4:3 voran.

Defensivreihen auf beiden Seiten durchlässig

Doch die Admira profitierte ebenso von den auf beiden Seiten oft durchlässigen Defensivreihen, glich jeweils aus und war dem Sieg durch einen Schuss von Stefan Schwab im Finish (86.) nahe. Dann kam aber Hosiner, der allerdings auch die Fehler seiner ehemaligen Mitspieler ausnützte. Peter Pöllhuber beim raschen 1:0 für die Austria nach 89 Sekunden sowie Bernhard Schachner vor dem schlussendlich entscheidenden 5:4 lieferten unfreiwillig die Assists.

Eine Tatsache, die Dietmar Kühbauer natürlich sauer aufstieß. „Manche haben geglaubt, dass sie noch mit ihm zusammenspielen. Nur spielt er jetzt für eine andere Mannschaft, das sollten sie wissen“, sagte Admiras Trainer, der mit dem am Samstag unter seinen Möglichkeiten spielenden Marcel Sabitzer im Winter einen weiteren Schützling an die Wiener verlieren könnte.

51 Tore in 13 Admira-Partien

Positive Seiten konnte Kühbauer nach der kuriosen Heimniederlage trotz vier Toren seiner Elf nicht erkennen. Die Admira hält nun bereits bei 28 erzielten Treffern, 22 davon vor heimischer Kulisse. Jedoch hat der heimstarke Tabellenfünfte auch schon 23 Gegentore erhalten. In Summe 51 erzielte Tore in den Admira-Partien der bisherigen 13 Runden machen einen beachtlichen Schnitt von fast vier Treffern pro Spiel. Im 120. Bundesliga-Duell der beiden Clubs war es bei 18 Remis bereits der 76. Erfolg der Wiener.

Die Austria war zuvor als Bollwerk bekannt. Dieser Ruf scheint nun ein wenig angekratzt. Stöger ortete Abstimmungsprobleme, die es nun aufzuarbeiten gebe. Aus Sicht der Trainer sei der Abend ohnedies kein Zuckerschlecken gewesen: „Für neutrale Zuschauer war es sicher eine gute Partie, für uns Trainer war sie schlecht für die Nerven.“

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Publiziert am 29.10.2012