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Lauda sieht Potenzial bei Mercedes

Niki Lauda, neuer Aufsichtsratschef des Teams Mercedes, sieht sich vorerst in einer Lernphase. „Im Moment gehe ich in die Fabrik wie in eine Schule“, sagte der dreifache Weltmeister in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. „Ich habe sehr viel Kontakt mit Teamchef Ross Brawn, der mir alles erklärt. Die Hauptschule für mich ist Ross, mit dem ich ein super Verhältnis habe.“

Seit er seinen Posten angetreten hat, sei er schon dreimal in der Fabrik gewesen - diese befindet sich allerdings im englischen Brackley. „Wenn ich die Dinge verstanden habe, will ich Ross und die Engländer motivieren, dass die Kommunikation mit Stuttgart besser wird“, erklärte Lauda. „Ich bin derzeit der Hubschrauber von Mercedes und schau’ mir das Ganze an. Das wird noch länger dauern.“

Mercedes soll auf die Siegerstraße

Nach Meinung des 63-Jährigen werden die Ressourcen zwischen Stuttgart und England zu wenig genutzt. „Ich glaube, dass es Potenzial gibt, das in Stuttgart oder Sindelfingen vorhanden ist“, sagte Lauda mit Blick auf die Resultate des Teams seit dem Comeback der Silberpfeile zur Saison 2010.

Nur ein Sieg gelang seitdem - Nico Rosberg gewann im April in China. Teamkollege Michael Schumacher schaffte es bei seinem Comeback in drei Jahren nur einmal aufs Podest - beim Großen Preis von Europa in dieser Saison. Ross Brawn habe als Teamchef aber nie zur Diskussion gestanden, sagte Lauda.

Motorsportchef Haug streut Lauda Rosen

„Dieses komplexe Auto ist eigentlich das Hauptproblem“, erklärte der aktuelle TV-Experte. „Das Problem ist, dass hochintelligente Ideen auf manchen Strecken sehr gut gehen und auf manchen Strecken gar nicht. Und dann das Reifenproblem. Das ist überall dasselbe." Das Budget von Mercedes ist wesentlich niedriger als das von Red Bull und sogar niedriger als Lotus. Für die Größe des Teams liegt Mercedes absolut super. Erfolg haben wir noch keinen, aber von der Basis war ich doch positiv überrascht“, so Lauda.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug glaubt, dass der dreifache Weltmeister als Aufsichtsratschef einiges bewegen kann. „Niki kennt die Formel 1 in- und auswendig. Er ist bis heute garantiert einer der fünf bekanntesten Namen auf der ganzen Welt, wenn Formel 1 das Thema ist. Niki ist erfolgreicher Geschäftsmann und Manager - ein Experte in der Sport- und Geschäftswelt also, der unser Team enorm stärkt. Und Niki ist überdies ein Freund, wir kennen und schätzen uns seit über 30 Jahren“, sagte der Deutsche über Laudas Bestellung zum Aufsichtsratschef.

Auch Hamilton rechnet mit Lehrjahr

Auf ein Lehrjahr hat sich auch Schumacher-Nachfolger Lewis Hamilton schon gefasst gemacht. „Vielleicht haben wir schon nächstes Jahr ein gutes Auto und können mithalten, das wäre fantastisch. Ehrlich gesagt, rechne ich jedoch eher damit, dass es eine Saison wird, in der wir viel lernen müssen“, hatte der Engländer, der von McLaren zu Mercedes wechselt, bereits gesagt.

Wie die Zusammenarbeit zwischen der Formel-1-Schmiede in England und Mercedes in Deutschland aussehen soll, erklärte Lauda: „Von England ausgehend, müssen auf Bestellung gewisse Arbeiten kombiniert werden. Und ich bin derjenige, der alle diese Dinge koordiniert.“

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Publiziert am 01.11.2012