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Stürmerstar mit Problemen

Die Verpflichtung von Alessandro del Piero hat im September beim Sydney FC und der gesamten australischen Fußballliga für viel Jubel gesorgt. Doch schon wenige Monate später ist statt Euphorie Katerstimmung angesagt. Der italienische Weltmeister von 2006 ist verletzt, und sein Club dümpelt am Ende der A-League dahin.

Del Piero, der mit fünf Treffern Vierter der Torschützenliste ist, ist derzeit mit einer Sehnenverletzung außer Gefecht. Der mit großen Erwartungen in die Saison gegangene Sydney FC liegt nach zehn Runden der Meisterschaft nur auf dem zehnten und letzten Platz. Da scheint es nur logisch, dass auch die Vertragsverhandlungen zwischen dem 91-fachen Internationalen und dem Verein ins Stocken geraten sind.

Alessandro Del Piero (Sydney) sitzt auf dem Boden

AP/Ross Setford

Auch ein Weltmeister hat es nicht immer leicht

Vertragsverlängerung noch nicht fix

Del Piero hatte einen Einjahresvertrag mit Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr unterschrieben. Ob diese eingelöst wird, ist derzeit aber offen. „Wir haben ein gutes Verhältnis, aber im Moment müssen wir von Tag zu Tag denken“, sagte der 38-Jährige. „Zuerst müssen wir in der Liga einen guten Platz erobern, dann können wir in Ruhe über die nächste Saison reden.“ Clubpräsident Tony Pignata versprach am Mittwoch immerhin, dass man sich „in den nächsten Wochen“ zusammensetzen werde.

Die großen Erwartungen, die die Verpflichtung Del Pieros beim Club und in der gesamten, nicht gerade vom Publikum überrannten Liga ausgelöst hatte, sind auch zu einer Bürde geworden. So warf Sydney-Coach Ian Crook vor einem Monat das Handtuch. Aber auch unter dem neuen Betreuer, dem ehemaligen australischen Teamchef Frank Farina, läuft es nicht viel besser.

Gegner kennen kein Pardon

Auch Del Piero selbst hat derzeit nicht viel Grund zur Freude. Er humpelte vor zwei Wochen beim torlosen Heimremis gegen Melbourne Heart vom Platz und beschwerte sich danach über die raue Gangart seiner Gegenspieler. „Das letzte Match war besonders hart. Wenn man sechs oder sieben Angriffe von hinten erleben muss, ist das nicht gut. Das ist gefährlich. Aber ich will mich nicht beklagen und sagen: ‚Oh, sie treten mich.‘ Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters, die Spieler zu beschützen.“

Der langjährige Stürmerstar von Juventus Turin verpasste am Sonntag den 2:1-Sieg seines Clubs bei Wellington Phoenix in Neuseeland und wird vermutlich auch beim Derby gegen die Western Sydney Wanderers am kommenden Wochenende fehlen. Mit einem wieder fitten Del Piero soll es mit dem Sydney FC aber bald wieder aufwärts gehen.

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