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Kubica im Simulator

Mercedes holt sich beim Angriff auf die Formel-1-Spitze Hilfe bei Robert Kubica. Der vor zwei Jahren schwer verunglückte Rennfahrer wird vom Rennstall als Testpilot im Simulator eingesetzt. Der Pole soll damit die beiden Stammpiloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg bei der Simulatorarbeit entlasten und mit seiner Erfahrung aus 76 Formel-1-Rennen zusätzliche Expertisen liefern.

Seit seinem schweren Crash bei der Rallye Ronde di Andora im Februar 2011 hofft der 28-Jährige weiterhin auf ein Formel-1-Comeback. Bei seinem privaten Rallyeausflug war der damalige Renault-Pilot in eine Leitschiene gekracht und hatte sich schwere Verletzungen an Armen und Beinen zugezogen. Er musste mehrfach operiert werden, bis heute muss er mit Einschränkungen leben.

Robert Kubica nach seinem Unfall auf einer Trage

Reuters

Vor zwei Jahren verunglückte Robert Kubica schwer

Eingeschränkte Beweglichkeit als Problem

„Ich glaube immer noch daran, dass ich zurückkommen kann. Es ist nicht einfach nur ein Traum“, sagte der Pole. „Mir fehlt noch Kraft im Arm, aber wenn das mein einziges Problem wäre, ließe sich das mit zwei Monaten Training beseitigen“, berichtete Kubica. „Das größere Problem ist die eingeschränkte Beweglichkeit im Arm um die Rotationsachse und die limitierte Funktion der Finger. Es ist aber nicht so schlimm, wie es aussieht.“ Der Heilungsprozess der Nerven dauere einige Zeit.

Beim Fahren sei er so konzentriert, dass er die Einschränkungen seines Körpers vergesse, betonte Kubica, der 2008 in Kanada seinen einzigen Grand Prix gewann. „Mit den Verletzungen werde ich wohl nie wieder 100 Prozent von dem erreichen, was ich vorher hatte“, glaubt Kubica. „Aber wenn die Beweglichkeit im Arm zu 80 Prozent wiederhergestellt ist, dann würde ich das Formel-1-Comeback wagen.“

Robert Kubica im Lotus Renault, 2011

Reuters/Heino Kalis

Die Rückkehr in einen Formel-1-Boliden ist das große Ziel

Holpriger Start in die Rallye-WM

Derzeit kehrt Kubica Schritt für Schritt zurück in den Motorsport. Mercedes hatte zuletzt den Kontakt intensiviert. Im Winter hatte Kubica für das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) getestet, es kam jedoch zu keinem Vertragsabschluss für ein Stammcockpit in der DTM. Dafür gibt Kubica zumindest im Rallyeauto Gas. Mitte April bestritt er in Portugal seine erste WM-Rallye.

Der 28-Jährige fährt in beiden Serien (WRC und ERC) in einem Citroen DS3. „Ich bin sehr froh, dass ich zum Rennsport auf höchstem Level zurückkehren kann.“ Bei seinem ersten Antritt musste er nach einem Tag aufgeben. Kubica beschädigte erst den Kühler seines Citroen, dann gingen ihm die Reifen aus. „Für mich hat er trotzdem eine großartige Leistung abgeliefert“, meinte Citroens Rennsportchef Yves Matton. „Sein Stil ist gut - sehr ähnlich dem der Toppiloten.“

Daran hat sich auch Mercedes erinnert. Die Arbeit in einem Formel-1-Simulator ist bei einigen Piloten nicht wirklich beliebt, der aktuelle WM-Zweite Kimi Räikkönen (FIN/Lotus) verzichtet sogar ganz darauf. Mit der enorm teuren Technik können die Teams ganze Rennen simulieren und spulen virtuell Tausende Kilometer ab. Wichtig ist das vor allem, seitd in der Formel 1 während der Saison nicht mehr außerhalb der Rennwochenenden auf der Strecke getestet werden darf.

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