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„Maximale“ Erfolgsbilanz

Eine der schillerndsten Trainerpersönlichkeiten der österreichischen Fußballgeschichte hat am Mittwoch ein rundes Jubiläum gefeiert. Otto Baric, langjähriger Erfolgstrainer bei Rapid Wien und Austria Salzburg und ehemaliger Teamchef feierte in seiner Heimat Kroatien seinen 80. Geburtstag. Als „Otto Maximale“ prägte er nicht nur mit seinen Erfolgen die heimische Liga.

Der am 19. Juni 1933 im kärntnerischen Eisenkappel geborene und in Zagreb aufgewachsene Kroate ist einer der erfolgreichsten Trainer der Bundesliga-Geschichte. Insgesamt siebenmal führte Baric, der seine Interviews gerne mit „Schauen Sie“ einleitete und mit dem Zusatz „maximal“ verfeinerte, ein Team zum Titel. 1971 und 1972 machte er mit Wacker Innsbruck den Anfang, 1983, 1987 und 1988 führte Baric Rapid Wien zum Titel und gewann auch mit Austria Salzburg 1994 und 1995 die Meisterschaft. Mit Rapid (1985) und Salzburg (1994) erreichte „Otto Maximale“ zudem ein Europacup-Finale.

Türkei stoppt WM-Traum

1999 folgte Baric nach dem 0:9 gegen Spanien Herbert Prohaska als Teamchef der Nationalmannschaft nach. Die Qualifikation für die EM 2000 musste er nach einem 0:5 in Israel abhaken. Dafür führte Baric das ÖFB-Team ein Jahr später, unter aanderem dank eines 1:1 in letzter Minute in Israel, ins Play-off der WM-Qualifikation für 2002. Gegen den späteren WM-Dritten Türkei gab es in den Barrage-Spielen jedoch nichts zu holen.

Otto Baric beim Training mit der Nationalmannschaft, 2001

GEPA/Hans F. Punz

Mit dem Nationalteam war Otto Baric kein maximaler Erfolg vergönnt

Baric stand dennoch bei großen Turnieren als Cheftrainer an der Seitenlinie. Nachdem er 1996 als Assistent bei der EM in England Kroatien betreute, führte er sein Heimatland 2004 als Teamchef zur EM in Portugal. Nach zwei Unentschieden gegen Frankreich und die Schweiz war für die Kroaten nach einem 2:4 gegen England in der Vorrunde Endstation. Seine letzte Trainerstation war bei der albanischen Nationalmannschaft.

Homophobie und Spuckaffäre

Baric schaffte es aber nicht nur aufgrund sportlicher Erfolge in die Schlagzeilen. 2007 wurde der Kroate nach einem Interview mit der Zeitung „Jutarnji list“ wegen homophober Äußerungen zu einer Geldstrafe verurteilt. „Ich erkenne einen Schwulen innerhalb von zehn Minuten, und ich möchte sie nicht in meinem Team haben“, meinte Baric damals. In einem späteren Interview mit dem Schweizer „Blick“ legte der Trainer nach. „Meine Spieler müssen echte Kerle sein. Also können Homosexuelle bei mir nicht spielen, höchstens gegen mich.“

In Erinnerung bleibt auch die Spuckaffäre im Heimspiel des UEFA-Cup-Viertelfinales mit Austria Salzburg gegen Eintracht Frankfurt in Wien in der Saison 1993/94. Baric bespuckte damals den Frankfurter Spieler Kachaber Zchadadse, nachdem dieser angeblich seine Mutter beleidigt hatte. Der Trainer fasste dafür von der UEFA eine Sperre aus. Seit 2007 ist Baric in Pension und lebt in Zagreb und auf der Insel Krk. „Ich fühle mich wie 60. Maximal. Nur wenn ich im Meer auf einen spitzen Stein oder auf eine scharfe Muschel trete, merke ich, dass ich nicht mehr ganz so beweglich bin. Aber sonst bin ich ewig jung“, sagte Baric in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“.

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